Mit mehr Federn in den Winter?

Macht es einen großen Unterschied, wie viele Federn man lassen musste? Merkt man das, ob man total gerupft ist oder nur halb? Kommt man nur halb gerupft wirklich besser durch den Winter?

Ich habe die Juli-Statistik für die bayerischen Städte und Regionen auf den Tisch bekommen. Mein lieber Scholli! Die Statistik weist nur wenige Gewinner aus und zeigt die großen Verlierer der Pandemie. Wenn ich mir die großen Städte ansehe wie München oder Nürnberg, das tut schon echt weh. Selbst noch im Sommermonat Juli, wo es hier schon wieder richtig voll war, sind dort die Übernachtungszahlen weiter 50 % (Nürnberg) oder 59 % (München) unter dem Niveau des letzten Jahres. Die meisten Städte unserer Kragenweite liegen bei rund -30 %. Da sind wir in Bamberg mit nur -14,9 % nochmal irgendwie davongekommen, das Bamberger Land mit -7,8 % erst recht.

Ich meine, -14,9 % in einem Juli, das wäre normalerweise eine Katastrophe! Und es ist ja auch eine Katastrophe. Sicherlich nach „Traumstadt der Deutschen“, „Fränkisches Rom“ und „Weltkulturerbe“ der außergewöhnlichste Titel, den wir uns je zusprechen konnten: „Die Stadt in Bayern mit den geringsten Verlusten unter allen kreisfreien Städten“! Um einen solchen Titel reißt man sich normalerweise nicht. Der Beste unter den Verlierern! Der Gesamtsieg für den Juli geht übrigens an das Fränkische Seenland mit einem satten Plus von 9,8 %, noch weit vor Garmisch, Chiemsee und Allgäu. Dafür durfte das Seenland auch gleich erste mediale Erfahrungen mit dem Thema Overtourism machen. Also doch auch ein bisschen gerupft.

Für den Gesamtzeitraum Januar bis Juli inklusive der Monate März bis Mai mit quasi Null-Tourismus liegt Bamberg mit insgesamt 220.100 Übernachtungen allerdings weiter bei erschreckenden -45,7 %, das Bamberger Land mit 129.077 bei -41,3 %, Zahlen die landauf, landab für ganz Franken vergleichbar sind.

Aber es ist eben doch ein kleiner- relativer – Lichtblick. Ich denke, es sind vor allen Dingen drei Aspekte, die hier vielleicht ihren Einfluss geltend gemacht haben:

1. Die positive Entwicklung der Übernachtungszahlen der letzten Jahre war in Bamberg größtenteils auf einen Boom des Inlandstourismus zurückzuführen. Der Anteil unserer Gäste aus dem Ausland betrug 2019 nur noch ca. 14 %. Somit ist das Potential derer, die aktuell „Urlaub im eigenen Land“ machen, größer als in Reisezielen, die stark von Auslandsmärkten abhängig sind. Hinzu kommt, dass Bambergs drei stärkste Auslandsmärkte jenseits der US-Amerikaner zudem Gäste aus der Schweiz, aus Österreich und den Niederlanden sind, alles Länder, bei denen das Pandemiegeschehen zuletzt eine gemäßigte Entwicklung zeigte. Die sind tatsächlich auch schon wieder unterwegs.

2. Im Gegensatz zu München oder Nürnberg ist Bamberg bei weitem nicht so abhängig vom Kongress- und Messetourismus. Die Übernachtungen dieses Sommers sind überwiegend Einzelreisenden, Familien und Kleinstgruppen zuzuordnen.

3. Die Kooperation mit dem Bamberger Land trägt auch hier Früchte. Seit Jahren kommunizieren wir nach außen die Verbindung des Welterbes mit den Attraktionen des Bamberger Landes. In unserem Neustart-Programm im Mai legten wir auch einen großen Schwerpunkt auf die Region und haben immer beides gespielt, Stadt und Land. Und genau das suchen die Gäste derzeit: Kultur und Freiraum, Stadterlebnis und Aktivangebote wie Wandern und Radfahren im Umland.

Ja, es ist ein großes Minus. Ja, das trifft uns alle hart. Nein, so können wir auf Dauer alle nicht überleben. Aber in der Relation stimmt es mich hoffnungsfroh, dass Bamberg doch so aufgestellt ist, dass eine möglichst rasche Erholung im kommenden Jahr trotz Pandemie nicht ausgeschlossen ist und uns noch ein paar wärmende Federn für den langen Winter kleiden.

 

Corona – mal wieder in Bewegung

Der Tourismusblog meldet sich aus der Sommerpause zurück!

Eigentlich war gar keine Sommerpause geplant, aber es gab seit dem letzten Beitrag tatsächlich kaum wesentliche Veränderungen, die die Touristik betrafen. Außer natürlich spezifisch für Bamberg die Alkoholausschankdebatte in der Gastronomie. Im Rückblick der vergangenen Wochen können wir aber feststellen: Stimmt, wir arbeiten schon lange nach den gleichen Regeln und mussten schon lange nicht mehr reagieren oder alles umplanen. Wir sind sogar aktuell dabei, konstruktiv nach vorne zu schauen und das Jahr 2021 vorzubereiten, was nach all den Monaten der Destruktion und der Reaktion sehr wohltuend ist, ja, es erinnert vage an die Art der Arbeit, die wir alle in einem anderen Zeitalter für normal erachtet haben…

Dennoch hält uns Corona weiter auf Trab und beeinflusst alle Planungen. Vor allem unsere durch Corona mühsam erlernte Kunst des Kaffeesatzlesens läuft wieder auf Hochtouren, wenn es darum geht, einzuschätzen, wie die Saison 2021 ablaufen wird, was geht, was nicht geht und was nur geht, wenn es anders geht. Aber ich bleibe dabei: Es ist konstruktiv und blickt nach vorne!

Was gibt es also Neues im Moment?

Ab dem 19. September gibt es für die sogenannten „Schankwirtschaften“ (= Bars und Kneipen) die Erlaubnis zum Öffnen. Die Regeln sind simpel: Es sind die gleichen, die seit Monaten für die sogenannten „Speisewirtschaften“ (= Restaurants und Gaststätten) gelten. Explizit wird dabei das auch dort geltende „Tanzverbot“ erwähnt, auch dass eine Bedienung am Tisch erfolgen muss, in geschlossenen Räumen nur Hintergrundmusik zulässig ist (ah, daher das mit dem Tanzverbot) und sich jede Person einzeln (!) registrieren muss.
Wird in einer kreisfreien Stadt oder einem Landkreis der 7-Tages-Inzidenz-Frühwarnwert von 50 überschritten, kann in Speise- und Schankwirtschaften ab 23 Uhr ein Alkoholverbot durch die örtlichen Behörden verhängt werden.

Auch neu ist die eigenständige Erlaubnis für das Kongresswesen. Ab 19. September 2020 sind Kongresse bei festen oder zugewiesenen Sitzplätzen und unter Wahrung des Mindestabstands wieder erlaubt, das Maximum liegt bei einer Person pro 10 Quadratmeter.

Seit heute gilt für öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen Maskenpflicht. Mit Versammlungen sind in diesen Anordnungen aber immer so etwas wie Demonstrationen unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit gemeint, also keine Kulturveranstaltungen oder ähnliches, nicht verwechseln.

Außerdem wurde gestern angekündigt, dass die Überbrückungshilfen des Bundes bis zum Jahresende verlängert werden. Das waren die Anträge, die explizit über Steuerberater, Buch- oder Wirtschaftsprüfer o.ä. gestellt werden müssen, und neben dem Mittelstand und Unternehmen auch Soloselbständige, Angehörige der Freien Berufe und gemeinnützige Organisationen mit einschließen. Ab Oktober gibt es die Antragsformulare für die Monate September bis Dezember 2020. Die Anträge für Juni bis August müssen bis spätestens 30. September erfolgen.
Eine Übersicht zu allen möglichen Hilfen und Unterstützungen für die Kulturschaffenden findet sich unter anderem auf dieser Seite von „Bayern Kreativ“.

Hilfreich für das Gastgewerbe nach wie vor die Zusammenschau auf den DEHOGA-Seiten, auch das Hinweisblatt für Tagungen und Kongresse bringt die wichtigsten Anforderungen für Tagungen auf den Punkt.

Ein Problem sind aktuell die weiterhin sehr unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern. Wir haben einige Einzelreisende und Gruppen gehabt, die sich schlicht geweigert haben, sich an die bayerischen Regeln zu halten und sich stattdessen auf die Regeln in ihrem Heimatbundesland berufen. Das ist schlicht falsch und gesetzeswidrig und ist nur vergleichbar mit einem Kontinentaleuropäer, der sich in Großbritannien weigert, auf der linken Straßenseite zu fahren unter Verweis auf das Rechtsfahrgebot in seinem Heimatland! Hier muss bei der Buchung ein deutlicher Hinweis erfolgen, sonst drohen Verunsicherung und hohe Bußgelder! Gut ist nach wie vor die Übersicht auf der Seite des Kompetenzzentrums des Bundes, auf die man die Kunden hinweisen kann.

Ansonsten können fast alle mit diesem Feriensommer, wie ich meine, erst einmal ganz zufrieden sein. Was wir gehört und erlebt haben, spricht für eine recht gute Auslastung der Hotellerie, der gastronomischen Betriebe, der touristischen Dienstleistungen und der kulturellen Veranstaltungen – alles natürlich mit dem Zusatz „unter den gegebenen Umständen“!  Kritisch wird es erst wieder ab November. Was immer noch schmerzlich fehlt, sind die Gruppen! Auch das Tagungsgeschäft liegt weitgehend danieder. Wir müssen uns darauf einstellen, dass das Jahr 2021 mit noch kurzfristigeren Vorausbuchungsfristen läuft, denn wenn Corona im Laufe des Frühjahrs 2021 in seine Schranken verwiesen wird, dann geht was! Aber nur wenn!

Ein schöner September und ein goldener Oktober wären doch schon mal ein guter Einstieg in den Rest des Jahres!

 

 

 

Corona – Neues für Märkte, Kultur, Tagungen und Kongresse

Haben Sie es schon gemerkt? Ich schreibe nicht mehr im Zweitagesrhythmus!! Ist das jetzt ein gutes Zeichen, weil sich die Lage beruhigt oder eher schlecht, weil sich nicht mehr so viel tut auf dem Markt der Lockerungsmaßnahmen und neuen Verordnungen?

Ein  bisschen von beidem, denke ich. Die Meldungen überschlagen sich nicht mehr und die Verordnungen haben eine Chance, auf Plausibilität überprüft zu werden. Und vieles ist, bis auf die Schutzmaßnahmen, an die man sich doch allmählich gewöhnt hat, einfach schon wieder erlaubt. Es ist komplex mittlerweile, weil sich die Verordnungen immer mehr aufeinander beziehen, und manches verschwindet auch einfach nur aus den Verordnungen und ist damit wieder erlaubt. Aber wie man weltweit und auch in unserem unmittelbaren Umfeld sieht: wir bewegen uns immer noch auf wackeligem Boden und sind sehr von der Vernunft der Menschen abhängig.

Auf jeden Fall gab es diese Woche Neuigkeiten für
Kulturveranstaltungen, die mit einer Ausweitung der Maximalkapazität gesegnet werden – wobei der Abstand ja bleibt und insofern dennoch einschränkt,
Tagungen und Kongresse, die wieder erlaubt sind und
Märkte „ohne Volksfestcharakter“, also Kunsthandwerkermärkte und Floh- und Trödelmärkte. Vielleicht ist das der Einstiegsversuch, in die Diskussion über Wohl und Wehe der Weihnachtsmärkte einzugreifen mit vorsichtigen, optimistischen Andeutungen. Verschiedene Städte versuchen sich aktuell an Planungen für entzerrte Weihnachtsmärkte, wobei unklar ist, ob man sich damit wirklich einen Gefallen tut, wenn man das dann als „Weihnachtsmarkt“ deklariert, der bei den Leuten eine klare Assoziation hervorruft, und es dann eben doch eher etwas anderes ist, eine Corona-Light-Version sozusagen, und damit der Kern der „Marke“ verwässert wird.

Hier also der Bericht aus dem Ministerrat vom 14. Juli 2020, in dem die Neuerungen für die oben genannten Bereiche erläutert werden

Und hier die angepasste Fassung der sechsten Infektionsschutzverordnung, in die all die Änderung eingearbeitet sind.

Es soll noch eine neue Rahmenkonzeption für die Märkte aus dem Wirtschaftsministerium kommen, die finden Sie dann hier.

Ansonsten werden wir uns mal den neuen Ausflugsticker von Herrn Aiwanger zu Gemüte führen, ob der auch für eine Stadt wie Bamberg geeignet ist. Was ich bisher aus der Praxis darüber gehört habe, stimmt nicht unbedingt übermäßig optimistisch, was die erwünschten Effekte anbetrifft, aber vielleicht lässt sich dennoch auch etwas für Bamberg daraus lernen. Unser Partner FrankenTourismus hat ihn auf auf jeden Fall super mit Inhalten gefüllt, da findet jeder und jede etwas für einen alternativen Ausflug ins Grüne oder in „hidden places“, abseits der Hauptattraktionen.

Wir selbst sind weiter sehr zufrieden mit der Entwicklung der Führungen, so dass wir zum 1.8. wieder zur normalen zweistündigen „Faszination Weltkulturerbe“ zurückkehren werden als Öffentliche, allerdings weiter beschränkt auf 15 Personen, plus minus ein oder zwei Personen. Gebuchte Gruppenführungen öffnen wir wieder bis 25 Personen, empfehlen aber die Teilung der Gruppe bei 15. Allerdings ist hier weiter festzustellen, dass die Nachfrage für Gruppen nach wie vor, wie soll ich es ausdrücken, kaum vorhanden ist. Die Nachfrage in der Tourist Info, die Nutzung der Website und die Onlinebuchungen sind unsere aktuellen Lichtblicke dieser Woche. Ansonsten blicken wir sehnsüchtig auf 2021!

Und zu guter letzt leider noch ein Corona-Wermutstropfen: Für Partner, die sich das Wochenende vom 17. Oktober als gute Einnahmequelle vorgemerkt haben: Die diesjährige Vereidungsfeierlichkeiten der Bundespolizei sind leider abgesagt, so dass sich der Ansturm an teilnehmenden Verwandten leider auch nicht materialisieren wird. Im Wortlaut heißt es: “ … sind alle Planungen, Reservierungen und Vorabsprachen für die öffentliche Vereidigung auf dem Domplatz am 17. Oktober 2020 hinfällig.“

Corona-Unterstützung geht in die nächste Runde

Die angekündigte neue Überbrückungshilfe Corona der Bundesregierung ist nun im  Netz. Somit können nun auch die Anträge gestellt werden.  Hier kommen Sie direkt zum Antragsverfahren. Die Antragsfrist endet am 31. August 2020.

Gedacht ist diese Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, also auch Gastronomie und Hotellerie, aber auch wieder für Soloselbständige und Vertreter und Vertreterinnen der Freien Berufe. Allerdings ist der Haken für viele auch hier wieder die erforderliche Betriebsstätte, für die Kosten geltend gemacht werden können. Und hinzu kommt dieses Mal, dass die Anträge ausschließlich über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer eingereicht werden dürfen. Hierfür ist vor der Antragsstellung eine einmalige Registrierung im System notwendig.

Die restlichen Voraussetzungen zu erfüllen, dürfte für viele von Ihnen kein Problem sein, denn es heißt nur, dass der Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen eingestellt worden sein musste und der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen sein muss.

Es handelt sich um einen nicht-rückzahlbaren Zuschuss für Juni, Juli und August 2020, gestaffelt nach Prozent des Umsatzverlustes. In diesem Eckpunktepapier wird das Programm ausführlich erläutert. Näheres auch auf der Seite des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Auch hier wieder viel Erfolg denen, die dafür in Frage kommen!

Wer noch was anderes lesen möchte, dem sei hier noch der Bericht aus dem Kabinett von gestern anheim gestellt, in dem ein paar Nuancen weiterer Lockerungsmaßnahmen für klar definierte Gruppen-Feiern und Gruppen-Veranstaltungen, Tagungen, Schiffahrt und touristische Freizeiteinrichtungen angekündigt sind. Heute muss Ministerpräsident Söder außerdem in einem Interview angekündigt haben, ab nächster Woche die Publikums-Maximalzahl für Kulturveranstaltungen verdoppeln zu wollen. Mal schauen… Da könnte ja wieder ein Hauch von Wirtschaftlichkeit für den einen oder anderen aufkommen.

Und bei all dem Lockern sind die Infektionszahlen weiter gut in diesem Land. Da kommt doch Hoffnung auf!

Corona – Fortschreibung und Anpassungen der Konzepte

Heute will ich mal alle Rahmenkonzepte in ihrer jeweils aktuellen Fassung zusammentragen, falls Sie, wie ich, mittlerweile auch den Überblick verloren haben.

Über allem steht die sechste Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Bayerischen Gesundheitsministeriums vom 19. Juni 2020.

Seit heute Abend, 24.6., gibt es dazu eine Änderungsergänzung inkl. des spezifischen Einreiseverbots für Personen aus Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in den vorvergangenen sieben Tagen, gültig ab 25.6.2020. Also keine „Lex Gütersloh“, sondern eine knallharte „Lex Alle-aus-Regionen-mit-über-50-Neuinfektionen-sollen-gefälligst-daheim-bleiben-und-werden-in-Bayern-nicht-willkommen-geheißen“. Mal sehen, wann es den ersten bayerischen Landkreis trifft…

Okay, aber nun zu den Rahmenkonzepten, die für den Tourismus relevant sind. Alle liegen in einer neuen Version vor, das Konzept für Messen und Kongresse ist komplett neu, und es gibt sogar ein eigenes Konzept für Hochzeiten (Ich nehme an, da gab es einen gewissen Stau, der jetzt mit klaren Regeln aufgelöst werden soll):

2020-06-19 Hygienekonzept für Beherbergungsbetriebe

2020-06-16 Hygienekonzept für Gastronomiebetriebe

2020-06-22 Hygienekonzept für touristische Dienstleistungen

2020-06-19 Hygienekonzept für Bäder und Wellnesseinrichtungen

2020-06-23 Hinweise für Hochzeitsfeiern

2020-06-23 Hygienekonzept für Messen und Kongresse

Für Gastro und Hotellerie sind die FAQ des DEHOGA weiterhin äußerst hilfreich.
Und ja, ich habe es heute gecheckt: Für die 10 Personen, die wieder Kontakt haben dürfen, gilt in Gastronomie und Hotellerie tatsächlich nicht mehr das Abstandsgebot, siehe im obigen Infektionsschutzgesetz § 13 Gastronomie Abs. 5 und §14 Beherbergung Abs. 1 und 2, die sich jeweils auf §2 Kontaktbeschränkung Abs.1 beziehen. Ich finde es, ehrlich gesagt, höchst inkonsequent und bedenklich, aber für das Gastgewerbe natürlich erfreulich in dieser Deutlichkeit.

Wir selbst haben heute schweren Herzens einen Teilrückzug angetreten, denn wir mussten einsehen, dass unsere wunderbare öffentliche Führung „Leidenschaft für Gerstensaft“ inklusive Brauereibesichtigung unter Hygiene- und Sicherheitsgesichtspunkten einfach nicht verantwortungsbewusst durchgeführt werden kann und stellen diese für den Rest des Jahres ein.

Auch werden wir, obwohl es die sechste Infektionsschutzverordnung bereits nicht mehr vorgibt, weiter bei 15 Personen pro Gruppe bleiben. Wer in den letzten Tagen mal in der Bamberger Altstadt unterwegs war, hat schon als Einzelperson gemerkt, wie schwierig bis unmöglich es ist, den Leuten unter Wahrung des gebotenen Abstands aus dem Weg zu gehen. Wie viel schwieriger ist es da, eine Gruppe hindurchzumanövrieren. Mit 25 Personen undenkbar, auch und vor allem an den Erzählstationen. Wir wollen unsere Verantwortung wahrnehmen und so lange wie vertretbar an der kleineren Größe festhalten. Unsere Gästeführerinnen und Gästeführer sind heldenhaft mit leibhaftigen Bamberg-Touristen unterwegs und den Leuten scheinen diese „kurz & kompakt“-Führungen auch wirklich Spaß zu machen.

Ich denke, die neuen massiven Vorfälle in diversen Regionen haben uns gezeigt, dass das Virus immer noch sehr lebendig unter uns ist und es jederzeit wieder Rückschläge geben kann und auch wird. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass sich die Rückschläge hoffentlich in Grenzen halten. Denn diese treffen uns in jedem Fall, egal wo sie stattfinden, wie wir gerade erleben.

Wenn es irgendwo eine Petition gibt, die das Jahr 2020 aus dem Kalender streichen will: Ich bin dabei!

Corona – mehr Kontakt, mehr Gastro, mehr Kultur, mehr Bus, mehr Pool, und weniger Verbote

Holla, jetzt eilen wir aber mit Siebenmeilenstiefeln voran. Aus der heutigen Kabinettssitzung gab es eine Reihe von Lockerungsmaßnahmen, die es in sich haben für die Touristik:

  1. Kontaktbeschränkungen: „Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist künftig [ab 17. Juni] in der Familie sowie mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands oder in einer Gruppe von bis zu zehn Personen gestattet.“ Im privaten Kreis zuhause gibt es gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr. Aus dem Zusatz: „Die Regelungen für die Gastronomie, Hotellerie und Kulturstätten werden entsprechend erweitert. Die Rahmenkonzepte der betroffenen Fachministerien werden, soweit erforderlich, entsprechend angepasst“, schließe ich, dass diese Regel dann auch für Hotellerie und Gastronomie gelten wird und damit auch das Gruppengeschäft in überschaubarem, kleineren Rahmen endlich wieder möglich wird.
  2. Fläche pro Person: „Für alle Einrichtungen und Bereiche, in denen bisher eine Person pro 20 qm Fläche zugelassen war, gilt ab dem 22. Juni 2020 die Regel, dass 10 qm pro Person ausreichen.“ Sofern Plexiglasschutzscheiben vorhanden sind, entfällt für die Mitarbeitenden auch die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.
  3. Kunst & Kultur: Für Kulturveranstaltungen gelten bereits ab 22. Juni die doppelten Personenhöchstzahlen, also 100 im Innenbereich und 200 im Außenbereich, allerdings weiter mit Maske und Abstand, für andere Veranstaltungen, die „aufgrund ihres persönlichen Zuschnitts nur von einem absehbaren Teilnehmerkreis“ besucht werden – als Beispiel werden genannt Hochzeiten, Beerdigungen oder auch Vereinssitzungen – gelten weiter 50 innen und 100 außen. Ich fürchte, dies ist immer noch nicht der Befreiungsschlag für den MICE-Sektor. Festivitäten, große Publikumsfeiern und Großveranstaltungen bleiben weiter verboten, vermutlich auch über den 31.8. hinaus.
  4. Bäder und Wellness: Wellnesseinrichtungen in Hotels und entsprechende Pools, Hallenbäder und sogar die Thermen samt Saunaangebote dürfen ab 22. Juni wieder öffnen, Hygienekonzept folgt.
  5. Reisebusunternehmen: Auch hier gelten fortan die gleichen Regeln wie im ÖPNV, also Mund-Nasen-Schutz, aber keine Abstandsregeln und lüften, lüften, lüften! Ist das der Anfang vom Ende des Verbots der Gruppenreisen? Sonst macht das ja keinen Sinn. Eine entsprechende Pressemeldung des LBO geht fest davon aus und feiert die Auferstehung der Busreisen. Dem schließen wir uns an, auch wenn an dieser Stelle vorerst mal wieder auf die noch erforderliche Anpassung des Rahmenkonzepts verwiesen wird, was durch die drei Ministerien Wirtschaft, Verkehr und Gesundheit noch koordiniert werden muss.

Und ganz am Ende sei noch erwähnt – jetzt bitte aufrecht hinsetzen und Hände aus den Hosentaschen, denn jetzt wird’s staatstragend! -, dass mit Ablauf des heutigen Tages der Katastrophenfall in Bayern aufgehoben ist!

Das ist doch mal ein Wort!

Jetzt muss nur noch das mulmige Gefühl in der reisewilligen Bevölkerung langsam dem Zutrauen in die Situation weichen, dann könnte die Katastrophe für uns alle tatsächlich dem Ende entgegengehen.

Wär‘ des schee …

Corona – Wir können auch wieder Kultur!

Seit heute gilt auch für weitere Kulturangebote: Feuer frei!
Na gut, sagen wir: Flämmchen an!
Theater, Konzerte und andere kulturelle Angebote, ja, sogar Kinos, sind – unter strengen Auflagen – ab sofort wieder möglich in Bayern, drinnen wie draußen. Durch die Beschränkung der Sitzplatzkapazitäten unter Einhaltung der Abstandsregeln muss allerdings schon wirklich viel Leidenschaft dazu kommen, um einen Spielbetrieb wieder aufzunehmen und dabei auch nur annähernd auf dem schmalen Grat zur Wirtschaftlichkeit zu wandeln. Eine zwar liebenswerte, aber letztlich oft fatale Charaktereigenschaft Kulturschaffendender ist allerdings genau jene übergroße Leidenschaft, die sie jenseits aller Widerstände für ihre Kunst brennen lässt. Ich wünsche allen Künstlern und Künstlerinnen, dass sie irgendwie innerhalb dieses streng umrissenen Rahmens kultureller Veranstaltungen einen Weg zum Publikum finden, der nicht nur zur Auferstehung ihrer Leidenschaft führt, sondern auch von der Wirtschaftlichkeit her ein wenig Labung mit sich bringt. Der gesellschaftliche Wert von Kunst und Kultur sollte durch Corona auch dem Letzten klar geworden sein. Ich bin sicher, auch Ihr Publikum ist voller Leidenschaft und ist bereit, vieles mitzutragen, um Ihnen auf diesem Weg zur Seite zu stehen, auch finanziell.
Das Kulturamt der Stadt hat dankenswerterweise die Maßgaben des Staatsministeriums spezifisch für Kunst & Kultur zur „Wiederaufnahme des kulturellen Veranstaltungsbetriebs“ hier zusammengefasst. Die ausführlichen FAQs finden sich auch auf der Seite des Ministeriums.

Als ob sie es geahnt hätten, gibt es von der Bundesregierung auch just ein weiteres Hilfsprogramm, das die Soforthilfen ablösen soll, nämlich „Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen“, das für die Monate Juni bis August gelten soll. Explizit auch wieder die Soloselbständigen und die freien Berufe inkludierend, aber ich fürchte, wir fangen wieder von vorne an, denn es geht einmal mehr um Betriebskosten, soweit ich das richtig gelesen habe. Hier das Eckpapier der Bundesregierung mit dem Verweis auf förderfähige Kosten und Antragsberechtigte, das aber erst wieder über die Länder in Maßnahmenform gegossen werden muss. Das kennen wir ja jetzt schon. Mal schauen, wie Bayern das übernimmt. Außerdem ist dieses Mal eine zusätzliche Hürde eingebaut, nämlich, dass der Antrag von einem Steuerberatungsbüro oder einer Wirtschaftsprüfung bestätigt werden muss.

Ansonsten wird die innerdeutsche Situation immer konfuser. Ein großer Teil unserer Kundenkommunikation besteht mittlerweile aus der Klärung der unterschiedlichen Regelungen innerhalb der Bundesländer. Es ist im Moment durchaus möglich, in Thüringen völlig legal als Gruppe in einen Reisebus zu steigen, nur um bei Überschreiten der bayerischen Landesgrenze in die Illegalität abzurutschen. Ich bin ein großer Freund des Föderalismus, aber das ist absurd! Sind ja schon die Verordnungen innerhalb eines Bundeslandes verwirrend und teils widersprüchlich, oder sagen wir interpretationsspielraumerheischend, aber zwischen den Bundesländern ist das noch viel krasser.

Die Nachfrage nach unseren Führungen ist gut, wir sind sehr zufrieden. Die „kurz & kompakt“-Version kommt gut an, wir hatten teilweise 120 Personen um 14 Uhr vor dem Haus, was bei der Maximalzahl von 12 Teilnehmenden zehn Führungen bedeutete. Damit hatten wir nicht im Traum gerechnet, sind aber sehr glücklich mit dieser Bestätigung, dass wir tolle Gäste haben in unserer Stadt, die eine persönliche Stadtführung mit unseren zertifizierten Gästeführern und Gästeführerinnen einfach zu schätzen wissen! Voraussichtlich werden wir somit ab kommenden Samstag, 20. Juni, auch wieder die tägliche Führung um 10.30 Uhr mit anbieten. Nun dürfen noch die Buchungen von Reisen und Pauschalen zunehmen, aber auch da gibt es schon wieder die eine oder andere Anfrage. Die Erlaubnis für Gruppen fehlt halt noch und hemmt die Geschäfte sehr.

Aber wir sind ja bescheiden geworden!

Tourismus startet durch – so geht’s weiter

Haben Sie es bemerkt? In der Überschrift fehlt das Wörtchen „Corona“!
Nach 19 Blogeinträgen, die alle unter dem Oberbegriff Corona standen, möchte ich zu Pfingsten bewusst darauf verzichten. Und das hat seine Gründe!
Denn es gibt einige Meilensteine zu feiern, was den touristischen Neustart anbetrifft: Ab dem morgigen 30. Mai, dem Pfingstwochenende, sind wieder touristische Dienstleistungen aller Art erlaubt und auch Übernachtungen zu reinen Freizeitzwecken sind wieder möglich. Hotels ist sogar das Abhalten von Seminaren und Tagungen wieder gestattet, da dies in den Bereich der beruflichen Aus- und Fortbildung umdefiniert wurde und somit erlaubt ist.
Und eine Neuerung für Gastronomiebetriebe ist auch soeben entschieden worden: Nach einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Augsburg und der entsprechenden Entscheidung der Staatsregierung von heute gilt die eigentlich erst für Dienstag nach Pfingsten geplante Verlängerung der Öffnungszeiten auf 22 Uhr auch im Bereich der Außengastronomie bereits ab sofort!

Die Rahmenkonzeption für touristische Dienstleistungen liegt nun endlich vor. Die Maßgaben zu Stadtführungen stammen allerdings aus mündlichen Mitteilungen direkt aus dem Wirtschaftsministerium, denn alles, was an der frischen Luft stattfindet, wird als relativ „unkritisch“ gesehen und Stadtführungen finden in der Konzeption gar keine Erwähnung mehr, und gehen im neuen 5. Infektionsschutzgesetz auf. Dreh- und Angelpunkt für alles andere – explizit sind erwähnt die ausführenden Betriebe, Freizeitparks, Verkaufsläden, Anbieter touristischer Verkehre und Verkehrsmittel  sowie Busreisen – sind die üblichen Kernregeln im neuen „Normal“:

  • Abstandswahrung von 1,5 Metern
  • Mund-Nase-Schutz immer dann, wenn draußen der Abstand nicht gewahrt werden kann, und in Innenräumen immer.
  • DSGVO-konforme Kontaktdatenaufnahme zur Nachverfolgung
  • Personenobergrenzen je nach aktueller Rechtslage, Angebotsart, drinnen/draußen

Unser aktuelles Konzept für die Führungen können Sie hier einsehen.

Seit über einer Woche haben wir nun die Tourist Information wieder offen, mit verkürzten Öffnungszeiten. Der Zuspruch ist noch überschaubar, obwohl man im Stadtbild durchaus den einen oder andern offenkundigen Touristen erspähen kann. Und es häufen sich die konstruktiven Anfragen, gerade auch nach Führungen – und für unsere ersten Führungen zum Pfingstwochenende gibt es tatsächlich bereits ordentlich Voranmeldungen, so dass wir die selbst auferlegte Obergrenze von 12 Personen bereits erreicht haben und schon die zweite Führung eingebucht haben.

Wir bieten unsere tägliche öffentliche Führung „Faszination Weltkulturerbe“ bis 31. Juli 2020 zunächst nur um 14 Uhr an, in einer „kurz&kompakt“-Variante von einer Stunde zum Einzelpreis von 7,- € p.P.
Gleichzeitig ist damit auch die BAMBERGcard wieder im Verkauf. Einzig das Gärtner- und Häckermuseum fehlt den Juni über noch im Reigen der Museen.
Auch die öffentliche Dienstagsführung „Leidenschaft für Gerstensaft“ inklusive Besuch in der Brauerei Schlenkerla läuft ab 2. Juni wieder im Wochenrhythmus. Die BierSchmeckerTour ist noch ausgesetzt, um den Brauereigaststätten Zeit zu geben, erste Erfahrungen mit dem Innenbetrieb zu sammeln. Sobald wir hier grünes Licht erhalten, können wir auch da wieder in den Verkauf einsteigen, Gleiches gilt für die „Erlebnis Gärtnerstadt“, die wir mangels Museum noch nicht wieder anbieten.

Auch für Gruppen bieten wir über das normale Portfolio hinaus sechs Themenführungen gezielt in einer „kurz&kompakt“-Fassung für bis zu 15 Personen, zum Kundenpreis von 65 €. Zahlreiche Erlebnisangebote und weitere Partner starten nun zu Pfingsten auch wieder, vom Nachtwächter über den Geschichtenerzähler bis zur Schifffahrt.

Wer lieber im Alleingang die Stadt erkundet, findet bei uns neben der Kinderstadtrallye auch eine neue Stadtrallye für Erwachsene zum Einzelpreis von 3,- € und den Audioguide fürs Smartphone.

Ein Versuch, den Trend zum „Urlaub daheim“ zu nutzen, ist unsere neue Wochenpauschale „Stadt Land Fluss – Urlaub in Bamberg“ mit 5 oder mehr Übernachtungen, angesichts der Attraktionen in Stadt und Land ein vollwertiger Urlaubsersatz für die, die auf den Urlaub an der Adriaküste oder in Spanien derzeit pfeifen und sich im Inland tummeln wollen.

Die Kampagne #wirsindBamberg läuft weiter mit kurzen Videoclips und es ergibt sich allmählich ein tolles vielfältiges Bild unserer Destination. Die Kampagne wird weiter fortgesetzt, demnächst auch gezielt mit Gästeführern und Gästeführerinnen aus dem Kreis der zertifizierten Bamberg-Gästeführer.

Nun fehlen noch die Kulturbetriebe, Theater, Schauspiel, Bierseminare, kulinarische Angebote oder Konzerte, die für eine konkrete Perspektive auf Mitte Juni schielen müssen – und natürlich der ganze Gruppenbereich, der noch recht deutlich mit dem Stempel „kritisch“ vertagt ist, ebenso der hotelfreie Tagungs- und Veranstaltungsbereich.

Generell scheint sich leider zu bewahrheiten, was manche auch vorher schon geunkt haben: die Städte tun sich deutlich schwerer als die Urlaubsregionen, beim Wiedereinstieg spürbare Umsatzvolumina zu erzielen. Zu eng, zu viele Menschen, zu unsicher. Das Alpenvorland ist voll, aber München hat keine Buchungen. In Nürnberg machen viele Hotels gar noch gar nicht wieder auf mangels Buchungen, trotz Pfingsten. Und auch in Bamberg scheint sich die Buchungslage nur sehr schleppend zu erholen. Ich halte nach wie vor dagegen und will weiter optimistisch bleiben und hoffen, dass die Anziehungskraft des Stadtlebens trotz Maske bald wieder wirkt. Wie gesagt, erste Anzeichen einer Belebung sind durchaus spürbar. Aber es bleibt eine Durststrecke, wir können noch lange nicht aus dem Vollen schöpfen!

Allen, die wieder können, einen ersprießlichen Start in die Saison, allen anderen eine schnellstmögliche Perspektive und allen zusammen schöne Pfingsten!

Corona – Das Hygienekonzept für Beherbergungsbetriebe

Wer am 30. Mai endlich wieder Gäste beherbergen möchte, für den oder die ist dieses Dokument nun die umfassende Vorgabe für die Wiedereröffnung: Das Hygienekonzept der Staatsregierung zum „Wiederhochfahren von Beherbergungsbetrieben und für die touristische Vermietung von Wohneinheiten“, wie es so schön heißt.

Seit Freitagnachmittag frisch auf dem Markt, hier auf der Website der Staatsregierung oder gleich hier zum direkten Download.

Corona – Salamitaktik: Scheibchenweise geht’s weiter

Hier ist es also nun, das lange ersehnte Hygienekonzept für die Gastronomie, von Wirtschaftsministerium und Gesundheitsministerium entworfen. Nun muss ein jeder und eine jede für sich entscheiden, inwieweit der eigene Betrieb das umsetzen kann. Es sind aber auch nur „Empfehlungen“, es darf also noch eine gehörige Portion Bauchgefühl hineininterpretiert werden, damit das Ganze umsetzbar bleibt.

Ein paar Giftpfeile sind drin, allen voran aus unserer Sicht der Punkt „III. – Bewirtung“, in dem festgelegt wird, dass es eine Reservierungspflicht gibt und Gruppenreservierungen für mehrere Tische unzulässig sind. Das sind dann wohl die letzten Stornierungen, die wir vornehmen müssen. Das Gruppensegment ist damit aus unserer Sicht mehr oder weniger tot, zieht man zusätzlich noch die Regelung mit der Kontaktbeschränkung auf maximal eine Person außerhalb des eigenen Hausstandes hinzu. Immerhin: „Spontanbesuche“ werden unter dem Aspekt der Kontaktdatenaufnahme erwähnt, insofern sind diese offenbar zumindest nicht verboten.

Ansonsten bedeutete das Konzept viel logistische Planung, Definition und Ausschilderung der möglichen Kundenwege, Abstand, Abstand und nochmals Abstand, Mundschutz überall wo nötig und möglich, und klare Hygiene- und Reinigungsregeln für das ganze Haus. Vieles davon ist sicherlich machbar, die Gewährleistung einer Zugangsbegrenzung und die tischgenaue Kontaktdatenaufnahme sind allerdings Knackpunkte, die einiges an Kopfzerbrechen bereiten werden. Gerade für Bierkeller eine große Herausforderung. Sollte an Christi Himmelfahrt schönes Wetter sein und die Menschen, die solche Verordnungen nicht lesen, davon ausgehen, dass sie jetzt alle wieder auf den Keller passen, dann kann es da zu einem ziemlichen Hauen und Stechen kommen. Enttäuschung und Verärgerung und Verwirrung ist vorprogrammiert, für beide Seiten!

Eine ganz bodenständige und konkrete Hilfe sind die Entwürfe des DEHOGA für diverse Hinweisschilder Sogar „Links“ und „Rechts“-Pfeile sind da dabei!
Und auch die IHK hat viele Unterlagen und auch fertige Hinweisplakate zusammengestellt auf ihrer Seite.

Ansonsten wurden heute im Rahmen der Pressekonferenz zu Kunst und Kultur die weitere Ausweitung der Soforthilfen für Kulturschaffende angekündigt – nächste Woche sollen endgültig die Anträge fertig sein – auf diejenigen, die zwar nicht in der KSK sind, aber es von den Kriterien her sein könnten. Eingeschlossen sind explizit auch Honorarkräfte und freie Journalisten. Und es soll Hilfen geben für die Spielstätten an sich und für Laienmusikgruppen. Interessante Auswahl… Wie man bei „jetzt red i“ am gestrigen Abend gesehen hat, hat Minister Aiwanger in Bezug auf Gästeführer und Gästeführerinnen, die ohne eigene Betriebsstätte keinen Zugang zur Soforthilfe haben, ziemlich unwirsch von 100.000en geredet, die man dann auch hätte versorgen müssen, und hat eindeutig auf die Grundsicherung als Mittel der Wahl verwiesen. Das klang ziemlich abschließend!

In Sachen Veranstaltungen wurden die berühmten „Großveranstaltungen“ als Veranstaltungen mit über 1.000 Personen definiert und für kleinere Veranstaltungen zwar angekündigt, dass die Konzepte bereits bestehen, aber diese erst noch in der Ministerpräsidentenkonferenz und mit der Bundesregierung besprochen werden müssten. Der Blick ging hier auf nach Pfingsten. Wieso professionelle Veranstaltungen wie Tagungen und Meetings hier mit Partys und Volksfesten immer in einen Topf geschmissen werden, ist mir schleierhaft. Gerade Tagungen lassen sich mit einem guten Konzept doch perfekt unter Wahrung aller Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen durchführen!

In Bezug auf Stadtführungen müssen wir weiter warten. In der 4. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die jetzt bis 29. Mai gilt, sind Stadtführungen explizit, zusammen mit Schlössern (!!) und anderen Freizeiteinrichtungen, weiterhin verboten. Außperdem gilt ja on top weiter die Kontaktbeschränkung bis 7.6.
Der BVGD hat auch ein Papier verfasst zur Wiederaufnahme von Gästeführungen, in dem es einige interessante Überlegungen zu Stadtführungen gibt, was zukünftig zu beachten sein könnte.

Aufschluss darüber, ob und wie die Menschen in diesem Jahr noch reisen wollen gibt eine Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus mit einer aktuellen Umfrage zu „Reisen in Zeiten von Corona„. 30 % wollen gar nicht mehr verreisen dieses Jahr und weitere 45 % erst einmal abwarten!

Ein paar grundsätzliche Gedanken kann man sich zwischendrin auch wieder machen mit einer interessanten Studie zu „Besucherlenkung“ in Zeiten mit Corona.

Wir planen unsere Öffnung der Tourist Information am Mittwoch, 20. Mai. Öffnungszeiten werden vorerst sein: Mo – Fr: 10.00 – 15.30 Uhr, Sa, So und feiertags: 10.00 – 14.30 Uhr.
Ohne Stadtführungen und Erlebnisangebote werden wir in erster Linie auf unsere Beratungsfunktion zurückgeworfen, immerhin können wir ab nächster Woche wieder auf zahlreiche Museen und Sehenswürdigkeiten verweisen. Neben der ganzen Palette an Broschüren, Souvenirs und jeweils hoffentlichen aktuellen Informationen zu Öffnungszeiten und Zugänglichkeiten aller Partnereinrichtungen, werden wir zur Entdeckung der Stadt zunächst mit einer Erwachsenen-  und einer Kinderstadtrallye sowie dem Audioguide fürs eigene Smartphone und Reiseführern auftreten. Das Bamberger Land wird über die Freizeitkarte und einzelne Ausflugsziele präsent sein. Wir versuchen Schritt zu halten mit den Infos, wer wann wieder aufmacht, Museen, Ausstellungen, Einrichtungen machen nächste Woche wieder auf,

Schließlich: wer den Überblick verloren hat, was wann warum und wieso öffnen darf, der sei auf diese Übersicht der IHK verwiesen verwiesen.