Bamberger Tourismusblog

Tourismus in Bamberg und im Bamberger Land ist ein wichtiges Thema und geht uns alle an. Wir wollen Ihnen auf diesem Blog Hintergrundinformation aus erster Hand bieten, aber auch eine Plattform, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Okay, im Moment geht es fast nur um Corona, aber irgendwann können wir uns auch wieder um andere Themen kümmern!!
Herzlich willkommen!

Kein Spielraum für Öffnungen

Nun haben wir es bereits vor dem 22.3 schwarz auf weiß auf dem Tisch. Die Entwicklung der Pandemie lässt bei der sich an Inzidenzzahlen orientierenden Eindämmungsstrategie keinen anderen Schluss zu, als dass die weiteren Öffnungsschritte ausgesetzt werden und der Lockdown nicht gelockert, sondern in Kürze vorübergehend wahrscheinlich wieder vertieft wird. Ab Montag wissen wir mehr, wenn die MPK wieder tagt. Es kommt einfach im Moment zu vieles zusammen mit dem hohen Anteil der deutlich ansteckenderen und tödlicheren Mutante, die uns in rasendem Tempo wieder zu den Zahlen nach Weihnachten zurück katapultiert und einem Impffortschritt, der immer noch deutlich hinter den Wünschen aller zurückliegt.

Hier schon einmal die Pressemeldung der Stadt Bamberg von heute, die die Meldung der Staatsregierung aufgreift.
Wie es gemäß der 12. BayIfSMV weitergeht, sollten wir auch wieder die 100 überschreiten, können Sie dort noch einmal nachlesen.

Einen solchen Tiefschlag muss man mit positiven Nachrichten konterkarieren, und da bieten sich heute unsere Brauereigaststätten an, denn sie haben es, wie Sie hier nachlesen können, geschafft, ihre Benachteiligung als Mischbetriebe mit Gaststätte und Brauerei bei den Wirtschaftshilfen zu überwinden. Sie haben gekämpft und viele Hebel in Bewegung gesetzt, und sind nun mit ihrer jeweiligen Gaststätte auch antragsberechtigt für die November- und Dezemberhilfen. Die Anträge finden Sie hier auf den Seiten des Bundes. Hotellerie und Gastronomie und weitere Unternehmen der Reisewirtschaft haben in der Überbrückungshilfe III offenbar aktuell auch wieder ein recht probates Mittel an der Hand, um die Zeit bis Juni 2021 eben zu „überbrücken“. Ich weiß, ich weiß, das gilt bei weitem wieder nicht für alle unsere Partner, und Sie wollen ja lieber wieder arbeiten und keine Almosen bekommen, aber es kommen doch etliche Betriebe hier mit unter. Bitte informieren Sie sich, ob nicht auch für Sie noch etwas dabei ist!

Auch für soloselbständige Künstler und Künstlerinnen  gibt es positive Neuerungen in Form eines „fiktiven Unternehmerlohns“ zum Lebensunterhalt, eine Hilfe, die nicht von der Mitgliedschaft bei der KSK abhängig ist, aber dennoch auf eine Tätigkeit im Sinne des Katalogs der KSK verweist. Damit sind u.a. Gästeführerinnen und Gästeführer wohl leider wieder draußen, denn sie werden dort nicht namentlich aufgeführt, allenfalls könnte die „Kulturvermittlung“ passen, aber ich warte hier noch auf Antwort vom Ministerium. Weitere Infos und die Anträge gibt es hier.

ACHTUNG. Nachtrag vom 22.3.: Meine Nachfrage bei der Bearbeitungsstelle der Anträge – bayern innovativ – hat erfreulicherweise ergeben, dass Gästeführerinnen und Gästeführer hier antragsberechtigt sind! Ich zitiere die Kollegin von bayern innovativ:

„… ich habe zu Ihrer Frage folgende Rückmeldung aus dem Ministerium bekommen:

Gästeführerinnen und Gästeführer können i.d.R. unter Kulturvermittler insbesondere des Bereiches Heimat- und Geschichtspflege nach Nr. 2 Satz 2 3. Spiegelstrich der Richtlinien zum Soloselbstständigenprogramm subsumiert werden und sind daher antragsberechtigt.
Bei der Auswahl im Antrag sollte als Beruf „Kulturvermittler“ gewählt werden.“

Also: Bitte hier schauen, ob Sie sich diesem Antrag annähern möchten.

Wer sich in diesen zermürbenden Tagen ein bisschen in Statistiken und den Aussichten auf das Reiseverhalten 2021 vertiefen möchte, dem kann ich hier diese beiden neuesten Studien ans Herz legen:

Einmal die ADFC-Radreiseanalyse 2021, die – wenig überraschend, aber in dieser Deutlichkeit doch unerwartet – einen enormen Anstieg bei den Radreisen konstatiert. Zwei Punkte daraus: 54 % haben 2020 zum ersten Mal einen Radreiseurlaub gemacht und für 51 % war es 2020 sogar der Haupturlaub. Also ein riesiges Potential an Menschen, die vielleicht ein wenig Blut geleckt haben und jetzt öfters diese Form des Urlaubs vornehmen werden. 63 % nutzten komoot, wo auch wir etliche Touren drin haben über unsere gemeinsame Kampagne mit FrankenTourismus und den Fränkischen Städten.

Und einmal die Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen FUR e.V. Hier können Sie nochmal auf das Reisejahr 2020 zurückblicken – das ist eher der deprimierende Teil – aber es es gibt auch den Ausblick auf 2021, in dem festgestellt werden kann, dass das Reisen immer noch einen sehr hohen Stellenwert hat für die Menschen und absehbar ist, dass sich dies durch Corona kaum verändert hat oder verändern wird.

Daran halten wir uns erst einmal fest, an diesen Aussichten und dem Willen der Menschen, wieder reisen zu wollen, wenn es irgendwie wieder geht.

Was wir aktuell nicht brauchen können und was auch dem Ruf der Tourismusbranche insgesamt nicht gut tut, sind die Meldungen über hunderte von Fliegern nach Mallorca, während hierzulande alles weiter zu bleiben muss. Da läuft irgendwas mächtig schief …

Online-Seminare für das Gastgewerbe

Hier kommt die einmalige Chance, sich endlich mal wieder mit etwas Konstruktivem zu beschäftigen! Okay, gut, es hat schon auch mit Corona zu tun, aber es blickt nach vorne – und es ist sogar kostenlos. Kostenlos, aber nicht umsonst!

Die Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim – WiR – bietet zwei Seminare an, die aktuelle Problemstellungen und Herausforderungen rund um den bevorstehenden Restart im Gastgewerbe konkret anpacken und auch alternative Wege aufzeigen, wie Sie Ihr Geschäft in unsicheren Zeiten zukunftssicherer aufstellen können. Eine Anmeldung ist erforderlich.

HACCP – Wie verändert die Pandemie das HACCP Konzept?

Wie sieht es morgen im Gastgewerbe aus?

Überhaupt bietet die Website der WiR einige spannende Angebote, so zum Beispiel ganz coole Videotutorials u.a. rund um Social Media, Online-Präsenzen und Kalkulation, einfach mal reinschauen:

Gastgeber, Sehenswertes, Freizeit

Bamberg unter 50!

Jetzt bin ich aber echt baff. Ich war heute morgen kurz in der Stadt unterwegs und wunderte mich über Geschäfte, die plötzlich ihre Türen öffneten. Ich hatte noch nicht in die Zeitung gesehen und siehe da, kaum saß ich wieder im home-office, kam auch schon die städtische Pressemitteilung, dass Bamberg tatsächlich unter der 50er Inzidenz liegt und infolgedessen ab heute die ersten Öffnungsregelungen der neuen Maßnahmenverordnung in Kraft treten können. Auch im Landkreis! Ich wünsche allen Einzelhänderinnen und Einzelhändlern, den Museen und all den anderen heldenhaften Pionieren des 2021er Restarts in Bamberg – und uns allen – von Herzen, dass diese Entwicklung von Dauer ist und habe mich – nach dem ersten Schock – noch selten so sehr über offene Türen gefreut. Ich glaube, ich habe in einem Laden sogar schon einen Kunden erspäht.

Damit Sie auch im Bilde sind, finden Sie hier die städtische Pressemitteilung zu den aktuellen gültigen Regeln  – die solange gelten, wie die Inzidenzwerte unter 50 bleiben! Ansonsten droht ein in der Pressemeldung auch schon angedeutetes Ping-Pong-Spiel: Auf-zu-auf-zu-auf-zu…

Genau geregelt ist das auch in der am Freitag – sie bleiben sich auch 2021 echt treu! – erschienenen zwölften Ausgabe der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 5.3.2021.

Und hier auf dieser Seite finden Sie die Einteilung der Landkreise und Städte nach ihren Inzidenzzahlen zum Stand 7.3. in ganz Bayern, damit man weiß, woran man sich ab heute orientieren soll. Es obliegt den Kreisverwaltungsbehörden selbst, die jeweils gültige Regelung rechtzeitig zu veröffentlichen, wenn die Inzidenzzahlen Grenzwerte im weiteren Verlauf über- oder unterschreiten.

Ich höre jetzt lieber schnell wieder auf, um dieses zarte Pflänzlein des Friedens nicht weiter zu stören und hoffe auf unser aller Vernunft. Dieser Schritt ist doch Motivation für uns alle, denn irgendwie haben wir es ja doch jetzt ein bisschen in der Hand. Wenn wir uns noch ein wenig zusammenreißen, das aber g’scheid, dann kann diese Entwicklung vielleicht anhalten! Trotz Mutanten! Und das wäre ein echter Anfang! Ein Anfang vom Ende! Und an diesem Ende steht dann auch irgendwann wieder das Reisen!

Also: Zusammenstehen und zusammenreißen – und durchhalten!

 

Nicht ein Wort!

Nicht ein Wort war ihnen die Tourismusbranche wert. Nicht eines!

Nichts war zu vernehmen in der heutigen Pressekonferenz des bayerischen Ministerpräsidenten zu den Perspektiven der Hotels, der Restaurants und Gaststätten und der ganzen Palette touristischer Dienstleistungen!

Ich weiß ja, dass es schwierig ist. Wir haben auch nicht erwartet, dass ab morgen alles wieder läuft. Noch selten in dieser Pandemie klaffte die Schere zwischen dem, was wir uns wünschen und dem was wir uns angesichts der aktuellen Pandemieentwicklung eigentlich leisten können, so weit auseinander. Jede Öffnung birgt Gefahren. Deswegen, ich wiederhole: Keiner hat erwartet, dass wir ab nächster Woche wieder loslegen können. Aber dass wir wenigstens mit erwähnt werden, als Branche, als Betriebe, als Millionen von Menschen, die seit Monaten nichts arbeiten dürfen und kein Geld für ihren Lebensunterhalt verdienen! Und wir mal den Hauch einer Andeutung einer Perspektive erfahren! Bei all den Diskussionen im Vorfeld. Wenn ich es mir recht überlege, hätte mir vielleicht sogar schon ein Wort des Bedauerns gereicht, dass wir noch ein bisschen warten müssen. Aber nicht einmal dazu waren wir wichtig genug.

Nichts!

Eine „körpernahe Dienstleistung“ sollte man eröffnen! Oder einen Zoo gründen! Okay, ich bin gerade unfair. Der Lockdown wurde zwar bis 28.3. verlängert, aber ab dem 8.3. kann ja auch wieder ein bisschen was gehen, im Einzelhandel, bei Museen und Galerien, Zoos, Botanischen Gärten und Gedenkstätten. Ab dem 22.3. dann sogar in der Außengastronomie und auch Theater, Konzerte und Kinos werden erwähnt. Buchhandlungen wurden jetzt per se zum „täglichen Bedarf“ umdefiniert, das ist wirklich cool und freut mich. Ebenso Büchereien und Archive. Und ein paar Kontakte mehr gehen, aber nur innerhalb der bestehenden zwei Haushalte, bis fünf pro Haushalt jetzt.

Aber alles findet nur statt, wenn die Inzidenzzahlen mitspielen. Und die dafür erforderliche „stabile Inzidenzzahl von unter 50“ liegt gerade nicht so wirklich im Trend! Im Gegenteil. Und über 50 geht alles nur mit Click & Meet und vorheriger Einzelpersonbuchung, oder im Falle der Außengastronomie und der Kultureinrichtungen mit Schnell- und Selbsttests. Und bei über 100 ist alles wieder zu. Für all diese Bereiche soll es wieder die berühmten „Rahmenkonzepte“ geben. Und die Mitarbeitenden sind dann dafür verantwortlich, die Selbsttests und die Schnelltests und die entsprechenden Nachweise auf Echtheit zu überprüfen? Das kann lustig werden. Außerdem wissen wir doch noch vom letzten Jahr, wie schnell sich die Inzidenzzahlen rauf- und runterbewegen können. Zwei, drei Tage und ratz fatz ist alles wieder zu.

Die Unsicherheit ist das größte Gift für das Geschäft mit dem Reisen.

Man muss schon in die schriftlichen Verlautbarungen schauen, wenn man das Wörtchen Reisen doch noch finden will. Aus der Sitzung mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten stammt diese schöne Übersicht, die auf ein DINA4 Blatt passt:

Auf bayerischer Ebene hat sich das heute so in den Beschlüssen des Kabinetts umgesetzt, die Sie hier nachlesen können.
Dies also mein persönlicher und einziger Lichtblick des Tages: Dass beide Darstellungen – das Bundespapier und der Kabinettsbericht – eint, dass es auf Referentinnen- und Referentenebene doch noch ein paar der Empathie fähige Menschen zu geben scheint, die ganz am Ende, rechte Spalte, kurz vor Schluss und im Kabinettsbericht unter Punkt 2 g) „Künftige weitere Öffnungsschritte“ auf der vorletzten Seite dem Reisen eine eigene wörtliche (!) Erwähnung gönnen. Wie hieß noch dieser Laden, den es früher einmal gegeben hat, „Rudis Resterampe“? Das ist unsere Öffnungsperspektive, wie mir scheint.

Wenn wir die Kraft dazu hätten, sollten wir eigentlich streiken, wenn wir wieder aufmachen dürfen. Wenn ihnen unsere Leistungen so wenig wert sind, dass wir bei ihren Ausführungen nicht einmal erwähnt werden, geschweige denn eine Perspektive aufgezeigt bekommen.

Ich sag’s nochmal: Ich verstehe ja das Dilemma und ich weiß, dass es nicht einfach ist, dass das Virus den Takt vorgibt und uns nur das Impfen bleibt als wirkliche Hoffnung,

aber t’schuldigung, heute bin ich einfach mal sauer! Echt!

Nachtrag vom 7.3.2021:

Da ich, nachdem der Blogbeitrag in Gänze vom Fränkischen Tag in seiner online-Version übernommen worden ist, zumindest in den dortigen Kommentaren leider einigen Applaus von einer mir vollkommen fremden und unverständlichen Seite erhalte, möchte ich an dieser Stelle folgendes mit aller Deutlichkeit feststellen:

Meine verzweifelte Entrüstung bezog sich auf die unbestimmte Verschiebung einer Perspektive für unsere Branche und auf die erfahrene Missachtung an diesem Tag und war keine Generalabrechnung mit unseren Politikerinnen und Politikern. Mir sind immer unsere vielen Partner gegenwärtig, die schon so lange von der Hand in den Mund leben und auf ein Zeichen der Hoffnung warten.

Ich halte die Handlungen unsere Regierungen auf Bundes- und Landesebene, die sich seit einem Jahr im Krisenmodus befinden und sich mit ihren Maßnahmen immer wieder auf sich verändernde Rahmenbedingungen einstellen müssen, für allergrößtenteils richtig. Ja, manche Regelung ist aufgrund der heißen Nadel, mit der sie gestrickt wurde, vielleicht nicht ganz bis zu Ende gedacht, aber dass unsere Politikerinnen und Politiker von gutem Willen geleitet sind, und von dem Bemühen, unsere Gesellschaft so gut wie möglich durch diese Pandemie durchzubringen und uns Bürgerinnen und Bürger vor den potentiell tödlichen Folgen einer Erkrankung an Covid 19 zu bewahren, davon bin ich nach wie vor überzeugt. Mein verzweifelter Aufschrei, uns nicht zu vergessen, sollte keine generelle Verunglimpfung unserer Politikerinnen und Politiker sein. Das liegt mir fern!

Tourismus in Bamberg – Die Bilanz des Jahres 2020

Tja, welcher Begriff steht unter dem Schlussstrich der Bilanz dieses vergangenen Jahres? Katastrophe? Desaster? Trauerspiel? Oder hält man es doch mit der Queen und greift noch einmal das annus horribilis aufMir gefällt, ehrlich gesagt, eine Formulierung aus dem Antragsformular für die Überbrückungshilfen III am besten: eine „…  schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage“.
Was für eine prächtige Formulierung, die gerade in ihrer bürokratischen Schwerfälligkeit exemplarisch für all das steht, was uns 2020 im Tourismus heimgesucht hat. Diese formalistisch-kafkaeske Sprache fand sich auch in all den Paragraphen und Anordnungen, Verordnungen, Rahmenkonzepten und Hilfsantragsformularen wieder, die unser Jahr 2020 beherrschten. Die nüchterne Sachlichkeit dieser Formulierung stülpte sich in absurder Weise über die ganze menschliche Dramatik und über die wirtschaftlichen Schrecken der Pandemie.

Die leere Stadt – ein Sinnbild dieses Corona-Jahres, (c) Special moments Medienagentur

„Schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage“

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem sie die ITB kurz vor knapp abgesagt haben. Es war der 28. Februar 2020, wenige Tage vor Beginn, die ersten Messebauer waren schon längst zugange gewesen. Und dann das! Unerhört! Unfassbar! Wegen einem Virus! Aber spätestens da wurde auch den Touristikern in aller Welt klar, dass da mehr auf uns zukommen würde, als nur eine kurze Störung.

Und trotzdem konnte sich niemand vorstellen, mit welcher Geschwindigkeit sich in der Folge Stunde um Stunde und Tag für Tag die gesamten Grundlagen unseres Geschäftes im Nichts der Pandemie auflösen würden. Nach wie vor unfassbar.

Eine solche Rückwärtsbewegung haben wir noch nicht erlebt. Nach den ersten beiden Monaten des Jahres, die ein gutes Geschäftsjahr erwarten ließen, ging es nun darum, auf Teufel komm raus zu stornieren statt zu buchen, abzubauen statt aufzubauen, unseren Gästen abzusagen statt sie zu begrüßen. Wir mussten erleben, wie Touristen im Verlauf der Pandemie eher als Bedrohung wahrgenommen wurden denn als willkommene Besucherinnen und Besucher. Eine „schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage“, das kann man wohl sagen. Spaßeshalber habe ich anhand der Blogeinträge hier mal auf einer Seite ein paar der wesentlichen Entwicklungsschritte, wie sie uns betrafen, stichwortartig und ohne Anspruch auf Vollständigkeit zusammengetragen, von der ersten Welle über den Sommer der Hoffnung bis zum abrupten Ende im November.

Statistisches und Umsatzzahlen

Sieht man sich die nackte Statistik an, dann sind wir, was die Übernachtungen anbetrifft, mit 441.424 Übernachtungen ungefähr wieder auf dem Stand von 2010, ein Minus von 41,4 %. Damit befinden wir uns nahezu exakt im gesamtfränkischen Schnitt von -41,8 %. Die Bettenauslastung, wen wundert es, fiel von den letztjährigen sagenhaften 51,8 % auf 35,7 %, die Aufenthaltsdauer verblieb bei 1,8 Nächten. Im Bamberger Land gab es 261.628 Übernachtungen, ein Minus von 32,3 %, die Bettenauslastung fiel hier auf 24,5 %, dafür stieg die Aufenthaltsdauer auf 2,3 Nächte. Zusammen sind wir damit wieder bei 703.052 Übernachtungen in Stadt und Land, nachdem wir vor vier Jahren erstmals gemeinsam die Millionenmarke überschritten hatten.

Und da können wir uns noch glücklich schätzen mit diesen Zahlen. Die großen Städte mit ihrem Messegeschäft, ihrem hohen Geschäftsreiseanteil und ihrem größeren Aufkommen ausländischer Reisender weisen Verluste von bis zu 60 % auf. Bei uns machte sich im Laufe des Sommers vor allem die langjährige Kooperation mit dem Bamberger Land positiv bemerkbar, insofern als wir den „Urlaubern im eigenen Land“ aufzeigen konnten, dass sie hier in der Kombination von Stadt und Land hervorragende Bedingungen, auch unter den Vorzeichen einer Pandemie, vorfinden.

Was unsere Führungen anbetrifft, unser Brot- und Buttergeschäft mit einem Umsatzvolumen von über 900.000 € in einem normalen Jahr, so beamten uns die insgesamt 2.747 Führungen (-68,7 %) mengenmäßig wieder zurück ins Wendejahr 1989, der Umsatz fiel auf 220.670,- € (-75,8 %), was auch auf die für den Kunden günstigeren kurz&kompakt-Führungen und die niedrigere Teilnehmendenzahl zurückzuführen ist. Die reine Anzahl der öffentlichen Führungen für Einzelreisende lag bei respektablen 1.492 Führungen, nur rund 200 Führungen weniger als 2019.

Besonders heftig traf die Pandemie das Geschäft mit den Gruppenreisen. Ein Minus von – 90,8 % ließ diesen Geschäftszweig 2020 auf einen Umsatz von 15.982,- € schrumpfen, das Vermittlungsgeschäft von Gruppenangeboten sank ebenfalls um – 90,5 % auf nur 7.791,- €.

127 Buchungen im Bereich der Pauschalreisen (-60,3 %) führten zu einer Umsatzminderung von 64,9 % auf 76.430,- €.

Der Umsatz in der Tourist Info erreichte zwar in den formidablen Monaten August und September annähernd das Vorjahresniveau, aufs ganze Jahr gesehen aber sinkt auch dieser Umsatz um 45,7 % auf 288.267,- €.

Ein klares Signal in Richtung Digitalisierung zeigt die Entwicklung der Online-Verkäufe von Tickets für die Premiumprodukte des TKS wie Stadtführung, BAMBERGcard, BierSchmeckerTour und diverse Themenführungen. Hier lag der Umsatz mit 70.679,- € nur 9,3 % unter dem Vorjahresergebnis.

Alles in allem sind wir weit weg von den rund 2,4 Mio. €, die wir in einem normalen Jahr durch unsere Arbeit direkt erwirtschaften, ja die ganze Branche ist weit weg von den rund 330 Mio Euro Bruttoumsatz, die der Tourismus allein in Bamberg Jahr für Jahr erwirtschaftet hat in den letzten Jahren.

Unsere Recovery-Maßnahmen

Eine ganze Reihe von Maßnahmen haben die positive, oder sagen wir „weniger negative“ Entwicklung der Sommermonate gefördert. Allein die Zusage, alle gebuchten Leistungen – mit drei Arbeitstagen Vorlauf – kostenlos stornieren zu können, hat Wirkung gezeigt und gilt bis heute gemäß verschiedener Studien als eine der wesentlichen Buchungskriterien. Daher haben wir diese Zusage bereits auf das gesamte Jahr 2021 ausgeweitet.

Mit der Kampagne #wirsindBamberg präsentierten wir auf der Website und auf allen Social Media Kanälen – unter anderem einem eigens dafür aufgebauten Instagram-Account – die Vielfalt der touristischen Anbieter in Stadt und Land und haben damit Lust auf einen späteren Besuch gemacht.

 

Die Pauschalreise „Stadt – Land – Fluss“ stellte mit ihren fünf Übernachtungen einen gezielten Versuch dar, die Urlauber im eigenen Land für einen längeren Aufenthalt in der Region zu gewinnen.

Da es schwer einzuschätzen war, wie gut die Menschen nach der Wiedereröffnung der Tourist Info persönliche Stadtführungen annehmen würden, haben wir pünktlich zum Restart im Mai eine Stadtrallye für Erwachsene aufgelegt, die den Leuten eine einfache Möglichkeit bietet, Sehenswürdigkeiten auf spielerische Art und Weise eigenständig erkunden zu können.

Auch bei den Führungen selbst reagierten wir und haben diese ab dem 30. Mai in einer neuen Form als kurz & kompakt-Version aufgelegt: Nur eine Stunde mit maximal 12 Personen. Auch einige buchbare Themenführungen wurden in diesem Format angeboten. Ab 1. August war bei den öffentlichen Führungen dann wieder eine normale, zweistündige Fassung mit maximal 15 Personen möglich, alles immer mit Registrierung und Abstandsgebot, später auch mit Maske.

Letztlich haben wir unser gesamtes Broschürenportfolio umgebaut. Zugegeben, einiges hatten wir schon im Januar in unserer Strategieklausur ohnehin so geplant, aber Corona bescherte uns dann noch so manche Umplanung der Neuplanung der Planung. Ganz neu sind u.a. bereits folgende Objekte:

Mit einem neuen Rundgang durch die Stadt und das Bamberger Land wartet die Imagebroschüre BAMBERGER auf.

Ein Stadt- und Umlandplan auf einen Blick als einfache Handreichung, das war schon lange unser Traum, jetzt gibt es ihn als eigenständigen Einzelplan in hoher Auflage.

Alle Reiseangebote für 2021, Führungen, Pauschalreisen, Ausflüge, Partnerrestaurants und -hotels sowie Gruppenangebote – es ist alles da, jetzt muss nur noch jemand reisen dürfen.

Die Bamberger Bierwelten. Zusammengefasst in einer ganz neuen Broschüre findet sich hier alles rund um die Bierkultur in Stadt und Land samt Auflistung aller Brauereien und Bierkeller.

In den letzten Zügen ist eine kompakte Version eines englischen Stadtplans und es steht noch aus die Produktion einer Broschüre für die Erlebnisangebote samt Kulturangeboten und Ausflügen, sowie eine eigene Kulinarikbroschüre. Aber hier warten wir noch eine Verstetigung der Lage ab, damit die Produktion mit aktuell gültigen Daten überhaupt Sinn macht.

Ansonsten haben wir den Schwerpunkt der Angebotsdarstellungen nochmal deutlich ins Digitale verlagert, nicht nur wegen Corona, sondern auch aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre. Print ist zwar immer noch gefragt und nach wie vor in Teilbereichen unerlässlich, aber die Nutzungsverschiebung ins Netz hat gerade in den letzten zwei, drei Jahren eine solche Dynamik erfahren, dass dieser Schritt überfällig war.

Und schließlich lief im Hintergrund, ganz lautlos aber mit großer Zukunftsorientierung, unser Umbau des Buchungssystems, um in Zukunft digital alles aus einer Hand buchen zu können: Das neue TSmart, das noch im Laufe des Jahres 2021 unser Buchungssystem auf neue Füße stellen wird, ist für uns vorwiegend in Bezug auf die Buchungsabwicklung im Hintergrund wichtig, für unsere Kunden und Partner aber vor allem im Vertrieb ein wichtiges neues Instrument.

Auch die Website www.bamberg.info litt unter Corona und so fiel die Zahl der unique visitors im Jahr 2020 um 45 % auf nur noch 438.027. Ein Problem dieser Statistik ist allerdings, dass dies grundsätzlich keine validen Daten mehr sind. Seit der gesetzlich vorgeschriebenen Zustimmungserklärung zur Datenverarbeitung jedes einzelnen Nutzers ist keine dieser Statistiken mehr repräsentativ, weil seitdem die Daten nur noch von einem Teil der Nutzer erfasst werden können, alle anderen segeln unter dem Radar der Statistik mit.

Der vorliegende Tourismusblog www.blog.bamberg.info entwickelte sich in Coronazeiten zum wesentlichen Kommunikationsmedium des TKS für seine Partner und veröffentlichte in insgesamt 47 Meldungen rund um Corona umfassend alle Neuerungen, alle Verordnungen, Konzepte und Hilfsangebote brandaktuell und war für viele eine Quelle verlässlicher Informationen.

Touristische Kooperationen

Am Beispiel des coronabedingten Einbruchs der Nutzerzahlen auf unserer Website lässt sich auch sehr gut demonstrieren, wie wichtig gerade in solchen Zeiten unsere touristischen Kooperationspartner sind. Während bei uns und allen anderen Destinationen zum Beispiel die Website-Nutzerzahlen und auch sonstige Anfragen gesunken sind, stiegen sie bei unseren Partnern sogar an. Sie widmen sich der Inspiration und Informationsaufbereitung und bieten immer wieder neue Plattformen mit irrsinniger Reichweite für unsere Angebote und bereiten so den Boden für unsere Arbeit und helfen mit ihren Maßnahmen und ihrer Marktpräsenz, die Fahne immer weiter hochzuhalten, gerade auch in solchen Zeiten. Frankentourismus, die Fränkischen Städte, die BurgenstraßeBayern Tourismus und der Verein der Welterbestätten und auch der Steigerwald – der solidarische Zusammenhalt im Tourismus ist eine der großen Stärken unserer Branche, so empfinde ich es zumindest immer.

Neuer Tourismusreferent

Innerhalb der Stadt hat sich nach der Kommunalwahl einiges für den TKS geändert. Wir sind nach vielen Jahren im Kulturreferat wieder ins Wirtschaftsreferat zurückgekehrt. Auf der Referentenebene ist somit seit dem Sommer der Wirtschafts- und nun auch Tourismusreferent Stefan Goller für uns und den Tourismus zuständig. Christian Lange gilt unser Dank für seine langjährige Begleitung und Förderung des Tourismus in seiner Funktion als Bürgermeister und Tourismusreferent.

In Stefan Goller haben wir nun einen ausgesprochenen Experten für den Wirtschaftsstandort Bamberg an der Seite und haben ihn bisher als sehr konstruktiven, zugewandten und zukunftsorientierten Referenten kennengelernt. Wenn die Pandemie einmal vorüber ist, werden Sie ihn sicherlich auch in Bälde einmal in seiner neuen Funktion kennenlernen.

Tourismusverträglichkeit

Auch wenn im Corona-Jahr auf einmal ganz andere bayerische Regionen mit dem Thema „Overtourism“ konfrontiert wurden, so war das Thema „Tourismusverträglichkeit“ auch bei uns nicht völlig verschwunden. Gerade durch die Abstandsgebote wurde im Sommer schnell klar, dass der öffentliche Raum auch mit weniger Tourismus schnell zu stark beansprucht wurde, zumal die Innenräume der Gastronomie weniger genutzt wurden und das Leben vorwiegend draußen stattfand.Bamberg nahm mit dem Thema „Besucherlenkung“ an einem internationalen Wettbewerb des Bundesinnenministeriums teil und hat als Preisträger in seiner Kategorie nun die Chance, im Rahmen der Smart City Kampagne dieses Thema stärker konkret in den Fokus zu nehmen.

TKS intern

Erstmalig war es im öffentlichen Dienst aufgrund des eigenen Covid-Tarifvertrags ab Mai möglich, Kurzarbeit anzumelden, was für die meisten Mitarbeitenden des TKS in unterschiedlichen Anteilen auch Realität wurde und bis heute anhält. Zusätzlich zum Wegfall der Arbeitsgrundlage und des Kontakts zum Kunden und vieler Partner und der Kolleginnen und Kollegen war dies eine einschneidende Erfahrung für viele Mitarbeitenden des TKS. Ab dem Herbst kam dann umfangreiches Arbeiten aus dem home-office hinzu, was einerseits eine tolle Möglichkeit ist, flexibel zu arbeiten und den pandemiebedingten Umständen Rechnung zu tragen, aber andererseits das persönliche Miteinander im Team sehr vermissen lässt.
Insgesamt hatte die Tourist Info zwei Monate im Frühjahr komplett geschlossen und auch wieder exakt zwei Monate ab November 2020. Provisorisch umgebaut gemäß Hygieneplan war die Tourist Info schon im Sommer ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, aber so eine leere, komplett verlassene Tourist Info ist noch einmal ein besonders schmerzlicher Anblick.

Ausblick

An dieser Stelle bleibt nur die Referenz an Oasis, die vor langer Zeit mit „Don’t look back in anger!“ den einzig sinnvollen Umgang mit dem Jahr 2020 formuliert haben, um den Blick nach vorne richten zu können. Auch wenn es in diesen Februartagen gerade besonders perspektivlos erscheint, im Laufe dieses Jahres wird es wieder Reisen geben, wird die Buchungslage kurzfristig anziehen und vielleicht noch einmal ein weiteres Jahr auf uns zukommen, in dem der „Urlaub im eigenen Land“ in den Fokus Vieler gerät. Erste Studien bescheinigen den Deutschen eine ungebrochene Reiselust, auch finanziell scheint die Pandemie kein so großes Loch in die Geldbeutel gerissen zu haben, dass es vom Reisen abhalten würde. Solange im Frühsommer, Sommer und Herbst wieder etwas geht und der Trend dann anhält und nicht in eine dritte Welle mündet, kann dieses Geschäftsjahr noch befriedigend werden. Gut kann es durch den bereits erfolgten Verlust des Weihnachtsgeschäfts, der Nullnummer im ersten Quartal und der tiefsitzenden Unsicherheit der Kundschaft bereits nicht mehr werden.

Corona: Weiter so … bis zum Tag X

Diesen Beitrag habe ich eigentlich schon letzte Woche begonnen. Im ersten Entwurf hieß er auch einfach „Weiter so bis 14.2.“ Aber dann habe ich mir angesehen, was es Neues gibt für uns in den Beschlüssen der Ministerpräsident*innenrunde mit der Kanzlerin und aus dem Bayerischen Kabinett. Und ich musste feststellen, dass es fast nichts Neues gab. Ja, ein bisschen mehr FFP2, mehr home-office und mehr Überbrückungshilfe III und der „click and collect“ – Strohhalm für den Einzelhandel. Aber abgesehen davon nur eine quälende Verlängerung des Stillstands bis zum Valentinstag. Und eine vage Ahnung, dass vor Ostern touristisch gesehen nichts mehr passieren wird…

Aber bringen wir zunächst einmal die Formalia schnell hinter uns:

Hier die aktuell gültige, überarbeitete Fassung der Elften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 15.1.2021 und zum Nachlesen die Beschlüsse aus dem Bayerischen Kabinett vom 20.1.2021, die den Beschlüssen aus der Ministerpräsident*innenrunde folgen. Für den Tourismus insgesamt eine Fortsetzung der Nicht-Existenz und leider die harte Konsequenz aus den nur so langsam runtergehenden Inzidenz-Zahlen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich macht diese Perspektivlosigkeit, die wir derzeit haben, das gebe ich unumwunden zu, im Moment wirklich mürbe. Seit Beginn dieses Jahres selbst im home office, die meisten der Kolleginnen und Kollegen in Kurzarbeit und home-office, die Buchungsanfragen nach wie vor mau bis nicht existent, eine seit Monaten geschlossene Tourist Info und keine Aussicht auf Besserung der Lage. Der Tag X? In weiter Ferne. Aus verschiedenen Gesprächen weiß ich, dass es vielen von Ihnen gerade genauso geht und viele versuchen, wie die Tierchen im Winterschlaf, tief unter der Erde, durch ein verzweifeltes „Augen zu und durch“ ihren Energiehaushalt auf ein Minimum runterzufahren, nur noch dreimal in der Minute zu atmen und den Herzschlag auf höchstens fünf Schläge in der Minute zu reduzieren.

Ich gebe zu, der viel zitierte Winterschlaf scheint verlockend!

Aus zwei Gründen aber sage ich Nein zum Winterschlaf!

Erstens muss man ihn sich leisten können. Denn zu einem ordentlichen Winterschlaf gehört auch das im Herbst angefressene Fettpolster oder das Anlegen eines eindrucksvollen Vorrats, der einen durch den langen Winter trägt. Hm… Wo ist der Fehler? Genau: War nich, is nich! Schon allein deswegen können wir uns nicht der Trägheit des Winterschlafs hingeben.

Und zweitens können wir Touristiker unseren Herzschlag nicht auf Befehl runterfahren. Alle, die wir das tun, was wir tun, tun dies aus Leidenschaft. Und Leidenschaft ist gekoppelt an einen kräftigen Herzschlag. Daher schmerzt es auch so, zu sehen, wie alles brachliegt in diesem langen Winter und wir noch nicht einmal eine Perspektive haben, wann sich dieser Zustand bessern wird. Ein Teil von mir möchte schreien und lamentieren, ein Teil von mir möchte durch unser Handeln, bzw. Nicht-Handeln unbedingt zur Bekämpfung der Pandemie beitragen, ein Teil von mir möchte sich einigeln und erst wieder aufwachen, wenn alles vorbei ist, und wiederum ein Teil von mir möchte unverzagt weiterarbeiten, damit dann, wenn wieder was geht, wieder was geht.

Verehrte Partner,

auch wenn es uns allen schwer fällt im Moment, und die Arbeit durch die Einschränkungen, durch die Unsicherheit, durch Kurzarbeit und Schließungsanordnungen, nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen unserer Partner und Dienstleister, schwerfälliger läuft, aber im Hintergrund arbeiten wir weiter an unserer gemeinsamen Zukunft. Wir stellen unser Buchungssystem neu auf und können Sie in Kürze über das informieren, womit wir noch in dieser Saison an den Start gehen. Wir krempeln unser ganzes Portfolio an Kommunikationsmaßnahmen, Broschüren und Webangeboten um und machen auch Ihnen immer wieder Angebote, wie Sie sich daran beteiligen können. Kostenmäßig wollen wir Ihnen dabei, so weit es uns möglich ist, entgegenkommen, auch dazu bald mehr. Eine ganze Palette an völlig neuen Broschüren steht unserer Kundschaft schon zur Verfügung. Wir pflegen die Website und unsere Medienpartner und unsere Kooperationen, damit wir unsere und Ihre Angebote optimal verbreiten und präsentieren. Gerade dank unserer vielen Kooperationen, von FrankenTourismus über die Burgenstraße, den Steigerwald und die UNESCO-Welterbestätten und andere mehr, sind wir mit Marketingmaßnahmen auf vielen Kanälen präsent und halten die Fahne weiter hoch. Jede Kundin, jeder Kunde, die uns kontaktieren, auch jetzt in diesen Tagen, bekommt Auskunft, Unterlagen, Zusagen und unsere uneingeschränkte Leidenschaft zu spüren. Und für alles andere – Buchungen, Vertrieb, Ticketverkauf und Gästebetreuung vor Ort – stehen wir in Hab-Acht-Stellung und können sofort wieder loslegen, sobald wir spüren, da geht wieder was.

Wir machen keinen Winterschlaf! Nein! Wir planen für den Tag X, an dem endlich wieder Gäste kommen dürfen! Und Sie? Ich bitte Sie, machen Sie mit! Wir bauen auf Sie! Lassen Sie nicht den Kopf hängen, sondern planen Sie weiter! Meinetwegen erst für Mai oder Juni. Und wenn es früher losgeht, können wir digital jederzeit nachlegen – diesen Vorteil hat die Digitalisierung zweifelsohne! Bleiben Sie uns und dieser Stadt und dem Bamberger Land gewogen und vor allem: bleiben Sie uns erhalten – bis zum Tag X und weit darüber hinaus!

Corona: Fortsetzung des Lockdowns bis 31.1.2021

Überrascht hat es niemanden mehr, die Auswirkungen tun dennoch weh: Der Tourismus bleibt vollumfänglich runtergefahren, vorerst bis zum 31. Januar 2021, die Option auf eine weitere Verlängerung ist bereits angedeutet.
Die spezifisch bayerischen Regelungen finden sich in diesem Papier des Kabinetts vom 6.1.2021

Wesentlich für uns sind:

  1. Die Verlängerung der bestehenden Maßnahmen bis 31.1.2021.
  2. Die verschärfte Kontaktbeschränkung auf nur noch eine weitere Person eines anderen Hausstands im privaten Bereich.
  3. In kreisfreien Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern gilt zusätzlich das Verbot „touristischer Tagesausflüge“ über einen Umkreis von 15 km hinaus.
  4. Der stationäre Einzelhandel darf nun, so wie die Gastronomie, auch Dinge „to-go“ verkaufen, also nach vorheriger Bestellung über eine nach Hygienevorschriften geregelte Ausgabestelle verkaufen und ausgeben.

Die Ausgestaltung der 15 km-Beschränkung bezieht sich in Bayern tatsächlich nur auf „touristische Tagesausflüge“, nicht generell. Angesichts der Szenen  aus den bayerischen Skigebieten sind wir als Touristiker also wieder mal die Bösen und es zeigt sich, wie vielschichtig und schwierig das Thema „Besucherlenkung“ doch ist. Nach aktueller Inzidenz für Bamberg und den Landkreis Bamberg fallen wir allerdings zur Zeit nicht unter diese Regelung, aber wir haben ja alle gelernt, wie schnell sich diese Zahlen ändern können.

Und die Faschingsferien sind für die Schulen gestrichen und somit auch für Familien und das Lehrpersonal, wie heute Nachmittag noch verkündet wurde. Somit kommt gleich gar keiner in Versuchung, im Februar ein bisschen verreisen zu können.

Wir starten also in das neue Jahr mit einer Fortsetzung des Winterschlafs.

Zur finanziellen Absicherung dieses Winterschlafs gibt es weiter die beiden aktuellen großen Hilfsprogramme:

Anträge auf November- und Dezemberhilfe: Außerordentliche Wirtschaftshilfe (Novemberhilfe/Dezemberhilfe): Wirtschaftsministerium Bayern

und

Überbrückungshilfe II (Förderzeitraum September – Dezember 2020, Anträge können noch bis 31.1.2021 gestellt werden) und Überbrückungshilfe III (Förderzeitraum Jan – Juni 2021, Anträge sind noch nicht fertig offenbar): Überbrückungshilfe Corona: Wirtschaftsministerium Bayern

Speziell für Künstler und Kulturschaffende gibt es, vom 18.12. aktualisiert, noch dieses Soloselbständigenprogramm: Die Anträge laufen über diese Website: Anträge hier: Soloselbstständigenprogramm (bayern-innovativ.de)

Ich warte noch auf Antwort, ob hier evtl. auch Gästeführerinnen und Gästeführer unterschlüpfen können als „soloselbständige Kulturvermittler“, habe aber noch keine Antwort aus dem Ministerium. Sobald ich sie habe, ergänze ich den Beitrag an dieser Stelle. Explizit wird bei der Programmbeschreibung vorsorglich auch wieder auf die Möglichkeit zur Grundsicherung hingewiesen, die durch dieses Programm maximal ergänzt werden könne.

Weihnachtsgruß – auf ein persönliches Wort zum Schluss

Am Ende dieses völlig verrückten Jahres möchte ich meinen Lieblingsblick auf Bamberg mit Ihnen teilen. Hier, vom Mühlwörth, auf dem Weg in den Hain, der Blick zurück auf die Stadt. In diesem Blick ist alles, was Bamberg für mich ausmacht: Die hemmungslose Prachtentfaltung barocker Bauherren, die Kirchtürme als allgegenwärtige Herrscher der Bamberger Skyline, der Fluss als beständiger Gefährte des Stadtbilds, alles irrsinnig romantisch, mittelalterlich, ja, auch ein bisschen mystisch, atmosphärisch dicht und historisch, aber echt und ehrlich, nicht geschleckt und nicht gekünstelt; und hinter allem, was man auf den ersten Blick sieht, ist immer noch so viel mehr zu erahnen.

Wir leben in einer berauschend schönen Stadt.

Und wir haben so viele tolle Partner, die mit dem, was sie tun, diese Stadt so unglaublich gut in Szene setzen können.

Und es tut mir so entsetzlich leid, dass unsere Gäste in diesem Jahr Sie und Ihre Angebote, Ihre Kunst, Ihre Betriebe, ja, unsere Stadt nur so kurze Zeit erfahren konnten und auch wir Sie nicht in dem Maße ins recht Licht rücken konnten, wie wir das gewollt hätten.

Aber gerade weil wir so eine tolle Stadt haben, und weil wir einen so großartigen Schatz an Partnern haben, mache ich mir um die Zukunft keine Sorgen.

Wir werden aus dieser Krise wieder herauskommen und wir werden unseren Gästen unsere Stadt wieder öffnen, sie begleiten, sie führen, sie beherbergen, sie bewirten, sie begeistern mit dem, was uns unsere Vorfahren hinterlassen haben und unzählige Menschen immer weiter pflegen und für künftige Generationen erhalten und erlebbar machen.

Und Sie und wir werden wieder für unsere Gäste arbeiten können. Das tun, wozu wir angetreten sind. Wenn noch nicht im Januar, dann eben im Februar, oder im März, meinetwegen erst an Ostern, und ganz bestimmt im Sommer!

Und bis dahin hoffe ich, dass Sie noch weiter durchhalten und sich mit Zweckoptimismus und vielleicht der einen oder anderen Unterstützungsleistung über Wasser halten.

Wir leben in einer berauschend schönen Stadt.

Eine kleine Weile noch müssen wir uns mit dem Rausch allein begnügen. Aber wir blicken nach vorne! Und haben allen Grund dazu!

Zusammen mit meinem ganzen Team bedanke ich mich für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen, für Ihre Anpassungsfähigkeit in diesem, dem steten Wechsel unterworfenen Jahreslauf und für Ihre Arbeit für Bamberg als Reiseziel.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches und besseres neues Jahr 2021!

In herzlicher Verbundenheit

Ihr
Michael Heger

Corona – Lockdown ab Mittwoch, 16.12.

Lesen Sie hier den aktuellen Beschluss der Ministerpräsident*innenkonferenz von heute nach.

Generell werden die bereits beschlossenen Maßnahmen bis 10. Januar verlängert. Ab Mittwoch, 16.12. treten allerdings Verschärfungen hinzu, die man in der Gesamtheit nun wieder als Lockdown bezeichnen muss: Der „nicht notwendige“ Einzelhandel schließt, körpernahe Dienstleistungen ebenso, und ein generelles Alkoholverbot im öffentlichen Raum kommt obendrein noch hinzu. Für die Weihnachtsfeiertage 24.-26.12. gelten nun die Ausnahmen bei den Kontaktbeschränkungen nur noch für vier weitere Personen aus dem engsten Familienkreis, sonst gelten weiter maximal fünf Personen aus maximal zwei Hausständen. Und Silvester gilt ein generelles Versammlungs- und Ansammlungsverbot, der Verkauf von Pyrotechnik ist verboten, die Kommunen bestimmen noch die Areale, auf denen Böllern generell verboten sein wird. Für ganz Bayern gilt darüber hinaus noch eine generelle Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr verfügt, also wirklich „-sperre“, nicht nur „-beschränkung“!

Punkt 5 regelt die Läden, die auch nach dem 16.12. noch offen haben dürfen. Soweit ich das überblicke, sind dies ziemlich die gleichen, wie wir das auch schon vom Frühjahr her kennen. Wäre schön, wenn es mal ohne Nudelnotstand und Klopapierpanik abgehen könnte, vielleicht haben die Leute ja was dazugelernt…

In Punkt 14 geht es um die weiteren Unterstützungsleistungen der Überbrückungshilfe III, aber auch erstmals um den „Wertverlust von Waren“ , die steuermindernd abgeschrieben werden können sollen.

Interessant der Passus unter Punkt 15 zu den gewerblichen Mietverhältnissen, evtl. bietet dies eine Basis für eine Ausnahmenachverhandlung des Pacht- und Mietzinses von Betrieben mit den Vermietenden:„15. Für Gewerbemiet-und Pachtverhältnisse, die von staatlichen Covid-19 Maßnahmen betroffen sind, wird gesetzlich vermutet, dass erhebliche (Nutzungs-)Beschränkungen in Folge der Covid-19-Pandemie eine schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage darstellen können. Damit werden Verhandlungen zwischen Gewerbemieternbzw. Pächtern und Eigentümern vereinfacht.“ Ich nehme an, „schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage“ ist die Formulierung, wie sie in Pachtverträgen steht, anhand derer man nun auf die Vermieter zugehen könnte. Schwammig formuliert, („gesetzlich vermutet“ ?), aber doch mehr als ein Appell!

„Schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage“, das ist ja fast schon ein Resümee dieses außergewöhnlichen Jahres 2020 mit dramatischen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, ja die ganze Welt. Dabei müssen wir uns immer wieder vor Augen halten: Es geht um Menschenleben, es geht um die Gesundheit der Menschen, die uns nahestehen. Und wenn sich jetzt noch alle Menschen im Privaten auch an die Auflagen halten würden, dann wäre das Opfer, das die Betriebe und Geschäfte bringen, wenigstens nicht ganz umsonst und wir würden endlich mal runterkommen mit den Zahlen! Also, halten wir weiter zusammen!

Corona – die 10. BayIfSMV

Ja, auch ich habe dazugelernt und bringe selbst die Abkürzungsformel der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung „BayIfSMV“ nun locker zu Papier. Wir sind bei Nummer zehn angekommen. Und die sind wirklich alle von diesem Jahr! Wie viele werden wir noch brauchen bis zum Ende der Pandemie?

Diese gilt vorerst bis zum 5.1.2021, also noch nicht einmal bis zum Ende des aktuellen Halbdreiviertel-Shutdowns. Vermutlich wird aber ohnehin spätestens für die Zeit ab Weihnachten nochmal nachgelegt, sonst kommen wir einfach nicht von diesen horrenden Zahlen runter.

Hier also der volle Wortlaut der neuesten Verordnung.

Weil wir schon einige Nachfragen erhalten haben: Nein, wir verstehen diese Verordnung nicht so, dass Übernachtungen in gewerblichen Betrieben über Weihnachten für die erlaubten Verwandtschaftsbesuche vorgesehen sind. Das haben zwar mal ein oder zwei Ministerpräsidentinnen oder Ministerpräsidenten vor Wochen für ihr Bundesland angekündigt, aber 1. ob das tatsächlich überhaupt so kommt, bleibt aktuell fraglich, und 2. für Bayern wurde nichts Derartiges verkündet und diese Verordnung gibt das auch nicht her. Die Ausnahmen vom 23.-26. beziehen sich rein allein auf die Zahl der erlaubten Kontakte an den Weihnachtsfeiertagen.