Dienstag, 28. April 2026 (11:17)
Jahresbericht 2025 des BAMBERG Tourismus & Kongress Service
Es fällt schwer, das Jahr 2025 zu bilanzieren, ohne die Krisen und Kriege dieser Welt mit zu bedenken. Tourismus ist, was die Weltlage, die allgemeine Stimmungslage und die wirtschaftliche Lage der Menschen anbetrifft, ein extrem volatiles Geschäft.
Auch wenn Deutschland vielen Reisewilligen gerade in einem solchen Jahr als die sicherere Alternative zu Fernreisen erscheint, bleibt unterm Strich eine geschmälerte Reiselust Vieler und eine durchwachsene Bilanz der meisten touristischen Betriebe, ein Jahr ohne Wachstum oder gar mit realen Verlusten. So auch beim BAMBERG Tourismus & Kongress Service, der das Jahr mit einem deutlichen Defizit abgeschlossen hat.
Die amtliche Statistik des Jahres 2025
Zusammen erzielten Bamberg und das Bamberger Land im vergangenen Jahr knapp unter 1,2 Millionen Übernachtungen, ein Rückgang von 32.500 Übernachtungen gegenüber 2024.
Die Übernachtungszahlen in der Stadt gingen um -1,3 % zurück auf 831.640, der Rückgang im Bamberger Land fiel mit -5,2 % auf 365.319 noch deutlicher aus.

Während das Bettenangebot in der Stadt Bamberg insgesamt auf 4.011 angestiegen ist und sich die durchschnittliche Bettenauslastung sogar auf 52 % steigern konnte, nahm die Zahl der verfügbaren Betten im Landkreis erneut ab auf 2.606. Auch die Auslastung dieser Betten hat sich um einen Prozentpunkt auf 35,5 % verschlechtert.
Die Aufenthaltsdauer lag im Bamberger Land bei 2,1 Nächten, in der Stadt bei 1,8.
Bamberg liegt frankenweit im Trend bezüglich der unterschiedlichen Entwicklung von Übernachtungen ausländischer und inländischer Reisender: Deutsche Reisende haben ihr Niveau halten können, während die Zahl der Übernachtungen ausländischer Reisender um -8 % gesunken ist. In der Tendenz ist diese Entwicklung auch im Landkreis festzustellen, insofern als der Gesamtrückgang inländischer Übernachtungen bei -4,9 % liegt und ausländischer Übernachtungen bei -7,6 %.
In Stadt und Landkreis führen jeweils die Niederländer die Statistik mit insgesamt rund 23.000 Übernachtungen an. In der Stadt sind neben den Niederlanden die USA, Österreich und die Schweiz die stärksten Quellmärkte, im Landkreis belegen Österreich, Bulgarien und Polen die Plätze 2-4.
Damit hat sich die Tourismusintensität in der Stadt um -3,8 % verringert auf 10.844 Übernachtungen je 1.000 Einwohner. Im Vergleich: München lag 2025 bei 13.058, Regensburg bei 9.008, Nürnberg bei 7.293 und Würzburg bei 8.260. Klassische Urlaubsorte wie Garmisch-Partenkirchen oder das Oberallgäu liegen hier bei Werten von über 39.000.
Der neue Tourismusmonitor Bayern, von der Bayern Tourismus Marketing GmbH betrieben, liefert seit 2025 solche Daten nun allgemein zugänglich und kann trennscharf nach Stadt und Landkreis Bamberg solche statistischen Daten ausgeben, wie auch für alle anderen kreisfreien Städte und die Landkreise in Bayern: https://tourismusmonitor.bayern/
Budget und Umsatzentwicklungen
Spätestens im Herbst 2025 zeichnete sich ab, dass das Budget des TKS enorme Schlagseite haben würde. Die Umsatzerwartungen des sonst immer starken Herbstgeschäfts im September und Oktober blieben hinter den Erwartungen zurück und beendeten ein insgesamt schlechtes Geschäftsjahr, das eine einzige Herausforderung war. So reichten die Eigeneinnahmen durch unsere Tätigkeit als Reiseveranstalter und Reisevermittler mit Tickets, Führungen, Pauschalen und Gruppenangeboten, als Verkäufer von Souvenirs und aus der Refinanzierung von Marketingmaßnahmen nicht aus, die Nullrunde des städtischen Budgetanteils – was bei erneut starkem Anstieg der tariflichen Gehälter faktisch eine Kürzung darstellte – auszugleichen.
Unseren Gesamtausgaben in Höhe von 2.124.472 Euro standen 1.200.631 Euro erwirtschaftete Einnahmen gegenüber. Aus dem städtischen Haushalt wurden uns – nach Abzug des leichten Defizits aus dem Jahr 2024 – 774.257 € zugesprochen. Die hohen Kostensteigerungen in vielen Bereichen von den Personalkosten über Druckkosten, diverse Vorleistungen der touristischen Angebote, Dienstleistungen, Energie, Betriebskosten und EDV führten dazu, dass das Geschäftsjahr mit einem Defizit von 152.000 Euro abgeschlossen wurde.
Unsere Personalkosten machen gut die Hälfte unserer Ausgaben aus. Wer die Tarifsteigerungen der letzten Jahre vor Augen hat, kann sich daher vorstellen, wie sehr solche Steigerungen der tariflichen Gehälter sich auf ein Budget in dieser Höhe auswirken.
Nur um das klarzustellen: Unsere Mitarbeitenden sind jeden Cent dieser Kosten wert und leisten außerordentlich gute Arbeit. Wir sind Dienstleister für unsere Kunden und Partner, für unsere Gäste, aber auch für die Stadt und den Landkreis, für die Stadtgesellschaft und für die ganze Tourismusbranche sowie daran anknüpfenden Firmen, die ebenfalls vom Tourismus profitieren. Und wir haben uns in den letzten Jahren immer nach den Sternen gestreckt, um Kostensteigerungen in allen Bereichen durch Sparsamkeit, höhere Einnahmen, bessere Margen und innovative Produkte aufzufangen. 2025 ist dies nicht mehr gelungen. Neue Konkurrenz auf dem Markt, ein allgemein schwieriges Geschäftsjahr für alle und Kostensteigerungen in allen Bereichen bleiben nicht folgenlos.
Dennoch können wir auf unsere Refinanzierungsquote von 56,5 % stolz sein, eine Quote, die sich für eine Destinationsmanagementorganisation, die sehr viele nicht refinanzierbare Dienstleistungen, wie etwa die Beratung in der Tourist Info, anbietet, nach wie vor sehen lassen kann.
Für 2026 arbeiten wir in Absprache mit unserem Referat und der Kämmerei eine lange Liste von extremen Sparmaßnahmen ab und versuchen durch neue Einnahmequellen vermehrt Gelder zu akquirieren. Die Schieflage wird jedoch bleiben, die Sparmaßnahmen sind schmerzhaft und gehen an unser Selbstverständnis und hindern uns daran, die bestmögliche Tourismusarbeit zu leisten.
Touristisches Leitbild für Bamberg und das Bamberger Land
2025 war das Jahr, in dem wir die ersten Maßnahmen aus dem 2024 verabschiedeten touristischen Leitbild umgesetzt haben. Sozial verträglich, ökonomisch erfolgreich und entschieden ökologisch – in diesem Dreiklang ordnen sich etliche Maßnahmen des Jahres ein.
- So gab es am 25. Mai 2025 den zweiten „Tag des Tourismus – ein Ausflug nach Hause“ im Bauernmuseum Bamberger Land, um auch den Einheimischen die Vielfalt des touristischen Angebots in der eigenen Heimat näherzubringen.
- Eine Untersuchung zum aktuellen Stand der Nachhaltigkeit der gastronomischen Betriebe und Hotels in Bamberg und im Bamberger Land, die wir zusammen mit der Uni Bamberg vorgenommen haben, fand dort auch mit einer Präsentation durch die Studierenden ihren Abschluss.
- Der TKS nahm im September 2025 erstmals als Team am „World Cleanup Day“ teil und hat sich säubernd der weiteren Umgebung des TKS angenommen.
- Mehrere Angebote, die uns angetragen wurden, die aber den Zielen des Leitbilds entgegenstanden, wurden bewusst nicht in die Vermarktung für 2025 genommen.
- Der Stadtplan des TKS wurde in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt in einer Neuauflage um Hinweise auf „kühle Orte“, Grünflächen mit schattigen Wegen und Trinkbrunnen ergänzt und in einer Neuauflage produziert.
- Die Tourist Information wurde in den Reigen der „Refill-Stationen“ aufgenommen.
- Über 30.000 Euro wurden aus dem Umsatz von Stadtführungen über den „Welterbeeuro“ und den „Welterbefünfer“ zugunsten der Stiftung Weltkulturerbe und des Historischen Museums gespendet.
- Auf dem Tourismusblog blog.bamberg.info wurde der neue Bereich „Nachhaltige Destinationsentwicklung“ eingerichtet, der alle Meldungen rund um die Umsetzungen des Leitbilds bündelt und einen neuen Newsletter propagiert, zu dem sich Interessierte anmelden können.
- Der Service für nachhaltigen Radtourismus am TKS wurde ausgeweitet, indem neben dem E-Bike-Ladeschrank eine große Radinformationstafel angebracht wurde und in Kooperation mit der „Fahrradstadt Bamberg“ eine Repairstation aufgebaut wurde.
- Ein neuer Jahrgang an neuen Gästeführer*innen ging kurz vor Ostern nach der mehrmonatigen Ausbildung in den Wintermonaten an den Start und sorgt durch die fundierte Schulung für eine Verstärkung der zertifizierten Gästeführer*innen. Nur durch großes Wissen und fachliche und didaktische Kompetenz ist eine größtmögliche Flexibilität für verträgliche Führungen im Stadtgebiet möglich.
- Das Smart City Projekt zur Besucherlenkung geht mit den ersten Sensoren an den Start und arbeitet an der Umsetzung eines Instruments, das Touristen mit alternativen Angeboten von sehr stark frequentierten Orten ableiten soll.
- Mitarbeitenden von Hotels wurde angeboten, kostenfrei an den öffentlichen Führungen teilzunehmen, damit die Beratungsqualität an der Rezeption hochgehalten werden kann.
- Auf der Website http://www.bamberg.info wurde die Bahnverbindung nach Bamberg mit Direktlink eingebunden, um mehr Menschen für eine Bahnreise zu gewinnen.
- Anbieter von Erlebnisangeboten halten sich kollektiv an einen Verhaltenscodex, der Teil der Vertragsgrundlage der Vermarktung durch den TKS ist, um Tourismusverträglichkeit und Tourismusakzeptanz zu fördern.
Zusammenarbeit mit Kunst und Kultur
Eine erfreuliche Entwicklung nimmt unser verstärkter Fokus auf die Zusammenarbeit mit Künstlern und Künstlerinnen und den vielfältigen Kulturanbietern in Stadt und Land. Hier besteht große Offenheit für Zusammenarbeit und Interesse an der Reichweite, die wir bieten können, und an gemeinsamer Kommunikation. Wir sehen in diesen Kooperationen eine große Chance, Bamberg noch stärker als Kulturreiseziel zu positionieren und mit authentischen Angeboten und regionalen Partnern am Markt zu reüssieren. So haben wir ein Kommunikationsnetzwerk aufgebaut mit den Museen aus Stadt und Land, den Fokus auf die Kultur im Winterhalbjahr ausgebaut und unsere Arbeit dem „Runden Tisch Kunst“ vorgestellt und in der Folge viele Anbieter auf unserer digitalen Plattform http://www.bamberg.info aufgenommen und die entsprechenden Themen und Angebote über Social Media ausgespielt. Auch waren wir erstmals beim Museumstag mit einem TKS-Stand vertreten und haben die Besucherinnen und Besucher über die Freizeitangebote aus Stadt und Land informiert.
Kommunikation
Im Rahmen von rund zehn Pressereisen konnten wir Vertreterinnen und Vertreter von diversen Medien, Online-Formaten und Social Media-Kanälen aus aller Welt in Bamberg begrüßen: aus Deutschland, Italien, Südkorea, Japan, Saudi-Arabien, Holland und den USA.
Aus diesen Studienreisen und Besuchen entstanden zahlreiche Artikel und Beiträge (online wie Print), Social-Media Posts und Fernsehberichte.
Über unseren touristischen Dachverband „Tourismusverband Franken“ besteht seit längerem eine Kooperation mit Sat1 Bayern. So kommt es, dass Sat1 Bayern regelmäßig zu verschiedenen, mit uns abgestimmten Kampagnen TV-Beiträge dreht. Die Kampagne 2025 hieß „Fränkische Städte / Museumsschätze“. Für Bamberg wurden als Thema die Widderkopf-Zwillinge aus dem Historischen Museum und an der Schönen Pforte gewählt. Entstanden ist bei dem Dreh ein informativer und charmanter TV-Beitrag über die Zwillingsexponate, der über Sat1 Bayern ausgestrahlt wurde.
Besonders interessant war das Treffen mit acht Influencern aus ganz Franken, die einen Tag in Bamberg verbrachten und zu den Themen Genuss und regionale Produkte über Bamberg auf ihren Social-Media-Kanälen berichteten und ihre kollektive Reichweite für Bamberg eingebracht haben.
Außerdem besuchte uns eine Delegation von zwölf Reiseveranstaltern aus Saudi-Arabien, um Bamberg als mögliches Reiseziel für ihre Kunden aus dem arabischen Raum kennenzulernen.
Gefragte Themen bei diesen Pressekontakten waren u.a.: Gärtnerstadt, Bamberg an der Burgenstrasse, Main-Donau-Kanal/ Ludwig-Donau-Main-Kanal, Bambergs kulinarische Vielfalt, (alkoholfreie) Bierkultur, Brauereien, Natur, UNESCO Welterbe, Weihnachtskrippen, Museen sowie der Bamberger Hain.
Social Media
Regelmäßig und kontinuierlich kommunizierten wir mit unseren Gästen und Freunden Bambergs über Posts und Stories mit einem Mix aus Unterhaltung und Information aus Bamberg und aus dem Bamberger Land. Der Content reichte von klassischen Veranstaltungs-Posts, Ausstellungen, Rad- und Wandertipps bis hin zur Vorstellung des Bamberger Brauchtums wie z.B. der Weihnachtskrippen.
Neu ist unser Whatsapp-Kanal, in dem News, Events, Angebote, Reise-Inspiration & Tipps kommuniziert werden.
Website http://www.bamberg.info
Das Tourismusportal für Bamberg und das Bamberger Land ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Kommunikation zum Kunden und starke Vertriebsplattform dank der Onlinebuchbarkeit vieler Produkte und der weiter verstärkten Konzentration auf digitale Bewerbung unserer Angebote jenseits von Printmedien. Im Jahr 2025 nutzten 1.275.000 ‚unique visitors‘ unsere Website, weitere 85.000 die englische Version. Die mittlere Verweildauer hat um 5 % zugenommen auf 2,54 Minuten.
2025 war das erste Jahr im neuen Look mit kräftigen Farben, einer stärkeren Bildbetonung, neuer Navigation, konsequenter Ergebnisdarstellung in Bildkachelform, fliegenden Direktlinks. Auch die Umstellung auf das „du“ in den Texten war eine Neuerung, die eine ganz neue Kundenansprache ermöglicht und sehr freundlich und persönlich rüberkommt.
Die Neuerungen orientieren sich stark an den SINUS-Milieu-Zielgruppen der Adaptiv-Pragmatischen und der Postmateriellen, die wir 2024 als unsere Bamberg-Zielgruppen erkannt und definiert haben, sowohl von der textlichen, als auch der bildlichen Ansprache.
Dank der Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Bamberg konnten wir die Bereiche Gastronomie und Einzelhandel über den Datenbestand, der im Rahmen des Projektes Mitte.Bamberg.2025 erhoben wurde, ganz neu aufstellen und als neues Schaufenster in unser reichweitenstarkes Tourismusportal integrieren.
Mit diesen und den ersten Bereichen haben wir auch angefangen, unsere Daten über die Schnittstelle zur Bayern Cloud Tourismus freizugeben, dem zentralen Hub für alle Daten rund um Freizeit und Tourismus in Bayern, mit Anschluss wiederum an die bundesweite Ebene.
Tourismusblog blog.bamberg.info
Der Tourismusblog ist mittlerweile zur zentralen touristischen Kommunikationsplattform für Partner vor Ort und generell für am touristischen Geschehen Interessierte geworden. Mit seinen drei Kategorien „Nachhaltige Destinationsentwicklung“, „Service für Tourismuspartner“ und „Neues aus dem Bamberg Tourismus“ informiert der Blog zu einem breiten Informationsspektrum.
Smart City
2025 ist auch das Jahr, in dem wir unser zentrales Smart City Projekt – das interaktive Tool zur Besucherlenkung – konkretisieren konnten. Die Grundzüge des Konzepts wurden gezurrt, die POIs, die in das Konzept mit einfließen, wurden definiert und eigens betextet, und die Sensoren wurden bereits an diversen Standorten angebracht und liefern schon Daten für verschiedene Smart City Projekte und sollen dann die Echtzeitempfehlungen der Besucherlenkung beeinflussen. Etliche Sensorenstandorte werden gemeinsam mit dem Umweltamt genutzt, die über die gleichen Sensoren Klimadaten auslesen.
Gästeführerinnen und Gästeführer
Der neue Ausbildungsjahrgang 2024-2025 erbrachte eine sehr engagierte Gruppe von 23 neuen Gästeführerinnen und Gästeführern, die allesamt nach bestandener Prüfung im Januar (schriftlich) und März (praktisch) begonnen haben, zu führen. Sie verstärken somit, auch in mehreren Sprachen, den bestehenden Pool der Guides sehr gut und helfen uns, die gewohnt hohe Qualität der angebotenen Führungen auch weiterhin sicherzustellen.

Neue Angebote
Erstmals haben wir versucht, eine bierhistorische Führung auf den Markt zu bringen, die eine Verkostung alkoholfreier Biere beinhaltet. Das Thema ‚Bier‘ spielen wir bewusst seit vielen Jahren vorwiegend unter dem Aspekt familiengeführter, handwerklich brauender, traditioneller aber auch innovativer Brauereien, statt auf Quantität zu setzen. Da passte das trendende Thema des alkoholfreien Bieres sehr gut dazu. Allerdings war die Anlaufphase noch herausfordernd, das zweite Jahre in 2026 wird weisen, ob sich das Angebot behaupten kann.
Eine neue Tablet-basierte Führung eines Partners, die Bilder aus dem Bamberg vergangener Tage in die Führung einbindet und viele neue Formate mit Schnitzeljagden, digitalen Rätseln oder analogen Escape-Rundgängen kamen auch neu auf den Markt.
Auch die englische öffentliche Führung an den Samstagen im Sommer hat sich 2024 so gut etabliert, dass wir dieses Angebot 2025 um einen weiteren Monat ausgeweitet haben, was ebenso gut angenommen wurde.
Das BAMBERGcärdla
Erstmals erblickte Ende 2024 das BAMBERGcärdla als kleine Schwester der BAMBERGcard das Licht der Welt. Einziger Unterschied: Das bei der BAMBERGcard fest inkludierte 3-Tage-ÖPNV-Ticket fehlt beim cärdla. Denn nach unseren Erfahrungen haben viele Kunden bereits ein Deutschland-Ticket und brauchen somit diese Leistung schlicht nicht. Da aber die Menschen gerade bei City-Tickets ziemlich genau auf der Basis ihres Nutzungsverhaltens durchrechnen, ob sich der Kauf lohnt, konnten wir mit dem cärdla 2025 die rückläufigen Verkaufszahlen stoppen und mit 1.128 cärdla von insgesamt 5.830 cards einen Erfolg verbuchen.
Touristische Kooperationen
Das Reiseziel „Bamberg und das Bamberger Land“ baute in seiner Vermarktung und bei der Kommunikation nach außen auch 2025 sehr stark auf die Zusammenarbeit mit unserem Netzwerk touristischer Partner. Allen voran sei hier das Tourismus-Team des Landkreises Bamberg angeführt, mit denen wir vertrauensvoll, professionell und erfolgreich unsere schon 2010 begonnene Tourismuskooperation fortgeführt haben. Frankentourismus, die Fränkischen Städte, die Burgenstraße, Bayern Tourismus und der Verein der deutschen Welterbestätten, wie auch der Steigerwald waren weitere wichtige Partner, die uns eine teils weltweite Marktpräsenz ermöglichten, die wir alleine unmöglich erreichen würden. Einen nennenswerten Anteil an der weltweiten Marketingarbeit der DZT haben wir im Grunde genommen nur noch über die gemeinsamen Maßnahmen des Vereins der deutschen Welterbestätten und über Kooperationsmaßnahmen weiterer Partner von uns mit der DZT, wodurch wir dann letztlich auch partizipieren. Im Verbund der Fränkischen Städte fand zum Beispiel erstmals ein Verkaufsförderungsworkshop in Warschau statt, um auf dem benachbarten polnischen Markt mittelfristig Fuß fassen zu können.
In Zeiten immer schwieriger werdender Finanzierung des Tourismus sind es vor allem die Verbände, die stetig und dauerhaft die Trommel in der Politik rühren, um auf die hohe regionale Wertschöpfung und die Bedeutung touristischer Arbeit für die Kommunen hinzuweisen.
Das Motto „Gemeinsam sind wir stärker!“ gilt im Tourismus ganz besonders, der solidarische Zusammenhalt, die gemeinsame Vermarktung im Verbund mehrerer thematisch oder regional passender Partner sowie der offene Austausch untereinander sind die großen Stärken unserer Branche.
Dazu passend ist der TKS 2025 dem weltweit agierenden German Convention Bureau (GCB) beigetreten. Damit stärken wir den Tagungs- und Kongressstandort Bamberg und eröffnen ein neues Netzwerk und neue Vertriebsmöglichkeiten für die unter dem Dach des TKS agierende Vermarktungskooperation ‚Tagungsregion Bamberg‘.
Ausblick

Für 2026 ist die Wiedereröffnung der Kirche St. Michael das große Ereignis. Wir sind froh und stolz, dass wir mit unseren zertifizierten BAMBERG-Gästeführerinnen und -Gästeführern der exklusive Anbieter von Führungen in der Kirche sein dürfen. Mit einer eigenen Schulung samt absolvierter Prüfung sind die rund 50 Kolleginnen und Kollegen bestens vorbereitet. Mit öffentlichen Führungen an Freitagen und Samstagen sowie buchbaren Gruppenführungen von Freitag bis Sonntag und einem Gruppenreiseangebot wollen wir so vielen Menschen wie möglich den Zugang zur Kirche eröffnen und sie mit der Geschichte der Kirche, des Klosters aber auch mit den Erfahrungen der Renovierung vertraut machen. Ein tolles Areal, das nun mit der Kirche und in den Folgejahren auch mit dem Außengelände eine perfekte Möglichkeit zur Entzerrung bietet und wahrlich ein Juwel ist, das mit großartigen Ein- und Ausblicken punkten wird.
Auch wenn nicht alle erhofften Fördergelder geflossen sind, haben wir 2025 die Finanzierung gesichert, um 2026 im Eingangsbereich der Tourist Information einen Umbau angehen zu können. Wir wollen die vier touristischen Gebiete um Bamberg herum – Fränkische Schweiz, Steigerwald, Haßberge und Obermain-Jura – sowie den Landkreis Bamberg aktiver in der Tourist Info mit einer kleinen Dauerausstellung präsentieren und unseren Gästen die Attraktionen der erweiterten Umgebung näherbringen, auch dies ein Mittel zur Entzerrung.
Unsere aktuell prekäre finanzielle Lage, mit der wir ins Jahr 2026 gestartet sind, fügt sich ein in die Situation der meisten kommunalen Tourismusorganisationen, die sich ihre Budgets als freiwillige Leistungen innerhalb des Reigens aller kommunalen Aufgaben stets aufs Neue erkämpfen und rechtfertigen müssen. Nicht umsonst hat sich die Stadt Bamberg der Münchner Klage gegen das Verbot der Bettensteuer im bayerischen ‚Kommunalen Abgabengesetz – KAG‘ durch die Staatsregierung angeschlossen, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufzutun. Die Klage wurde allerdings 2025 erstinstanzlich abgelehnt. 2026 geht diese Klage in die nächste Runde.
Wir sind davon überzeugt, dass die Finanzierung von Tourismus weiterhin eine wichtige Aufgabe von Kommunen ist, da wir immer mehr in Aufgaben und Netzwerke hineinwachsen, die nicht originär der Vermarktung dienen, sondern dem Management von Tourismus innerhalb der Lebenswelt der Einheimischen und der vorübergehenden Heimat von Gästen. Eine Aufgabe, die wir gerne übernehmen, die aber auch gestemmt werden muss und entsprechend Ressourcen erfordert.
Das globale wirtschaftliche Umfeld scheint auch 2026 herausfordernd zu bleiben. Allerdings haben wir erste Anzeichen, dass die Geschäfte 2026 für die Angebote aus unserem Portfolio nicht schlecht anlaufen. Dass schlechte Nachrichten immer auch eine Frage der Perspektive sind, zeigte eine Studienreise arabischer Reiseveranstalter, die im Juli 2025 bei denkbar schlechtem Wetter nach Bamberg kamen. Alle Beteuerungen, dass dies kein typisches Juliwetter in Mitteleuropa sei, waren ihnen einerlei, denn für sie war Regenwetter ein ganz eigenes Erlebnis, das sie durchaus positiv erlebten, ja, es machte die Reise nach Bamberg für sie besonders!
In diesem Sinne blicken wir optimistisch in die Zukunft und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Stadt und Land, auf unsere Kunden und Gäste und auf die konsequente Orientierung an Nachhaltigkeit und Verträglichkeit, womit wir die Menschen in unserer Region für den Tourismus gewinnen und den Blick auf die gemeinsamen Interessen von Gästen und Einheimischen lenken wollen.


