Corona: Weiter so … bis zum Tag X

Diesen Beitrag habe ich eigentlich schon letzte Woche begonnen. Im ersten Entwurf hieß er auch einfach „Weiter so bis 14.2.“ Aber dann habe ich mir angesehen, was es Neues gibt für uns in den Beschlüssen der Ministerpräsident*innenrunde mit der Kanzlerin und aus dem Bayerischen Kabinett. Und ich musste feststellen, dass es fast nichts Neues gab. Ja, ein bisschen mehr FFP2, mehr home-office und mehr Überbrückungshilfe III und der „click and collect“ – Strohhalm für den Einzelhandel. Aber abgesehen davon nur eine quälende Verlängerung des Stillstands bis zum Valentinstag. Und eine vage Ahnung, dass vor Ostern touristisch gesehen nichts mehr passieren wird…

Aber bringen wir zunächst einmal die Formalia schnell hinter uns:

Hier die aktuell gültige, überarbeitete Fassung der Elften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 15.1.2021 und zum Nachlesen die Beschlüsse aus dem Bayerischen Kabinett vom 20.1.2021, die den Beschlüssen aus der Ministerpräsident*innenrunde folgen. Für den Tourismus insgesamt eine Fortsetzung der Nicht-Existenz und leider die harte Konsequenz aus den nur so langsam runtergehenden Inzidenz-Zahlen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich macht diese Perspektivlosigkeit, die wir derzeit haben, das gebe ich unumwunden zu, im Moment wirklich mürbe. Seit Beginn dieses Jahres selbst im home office, die meisten der Kolleginnen und Kollegen in Kurzarbeit und home-office, die Buchungsanfragen nach wie vor mau bis nicht existent, eine seit Monaten geschlossene Tourist Info und keine Aussicht auf Besserung der Lage. Der Tag X? In weiter Ferne. Aus verschiedenen Gesprächen weiß ich, dass es vielen von Ihnen gerade genauso geht und viele versuchen, wie die Tierchen im Winterschlaf, tief unter der Erde, durch ein verzweifeltes „Augen zu und durch“ ihren Energiehaushalt auf ein Minimum runterzufahren, nur noch dreimal in der Minute zu atmen und den Herzschlag auf höchstens fünf Schläge in der Minute zu reduzieren.

Ich gebe zu, der viel zitierte Winterschlaf scheint verlockend!

Aus zwei Gründen aber sage ich Nein zum Winterschlaf!

Erstens muss man ihn sich leisten können. Denn zu einem ordentlichen Winterschlaf gehört auch das im Herbst angefressene Fettpolster oder das Anlegen eines eindrucksvollen Vorrats, der einen durch den langen Winter trägt. Hm… Wo ist der Fehler? Genau: War nich, is nich! Schon allein deswegen können wir uns nicht der Trägheit des Winterschlafs hingeben.

Und zweitens können wir Touristiker unseren Herzschlag nicht auf Befehl runterfahren. Alle, die wir das tun, was wir tun, tun dies aus Leidenschaft. Und Leidenschaft ist gekoppelt an einen kräftigen Herzschlag. Daher schmerzt es auch so, zu sehen, wie alles brachliegt in diesem langen Winter und wir noch nicht einmal eine Perspektive haben, wann sich dieser Zustand bessern wird. Ein Teil von mir möchte schreien und lamentieren, ein Teil von mir möchte durch unser Handeln, bzw. Nicht-Handeln unbedingt zur Bekämpfung der Pandemie beitragen, ein Teil von mir möchte sich einigeln und erst wieder aufwachen, wenn alles vorbei ist, und wiederum ein Teil von mir möchte unverzagt weiterarbeiten, damit dann, wenn wieder was geht, wieder was geht.

Verehrte Partner,

auch wenn es uns allen schwer fällt im Moment, und die Arbeit durch die Einschränkungen, durch die Unsicherheit, durch Kurzarbeit und Schließungsanordnungen, nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen unserer Partner und Dienstleister, schwerfälliger läuft, aber im Hintergrund arbeiten wir weiter an unserer gemeinsamen Zukunft. Wir stellen unser Buchungssystem neu auf und können Sie in Kürze über das informieren, womit wir noch in dieser Saison an den Start gehen. Wir krempeln unser ganzes Portfolio an Kommunikationsmaßnahmen, Broschüren und Webangeboten um und machen auch Ihnen immer wieder Angebote, wie Sie sich daran beteiligen können. Kostenmäßig wollen wir Ihnen dabei, so weit es uns möglich ist, entgegenkommen, auch dazu bald mehr. Eine ganze Palette an völlig neuen Broschüren steht unserer Kundschaft schon zur Verfügung. Wir pflegen die Website und unsere Medienpartner und unsere Kooperationen, damit wir unsere und Ihre Angebote optimal verbreiten und präsentieren. Gerade dank unserer vielen Kooperationen, von FrankenTourismus über die Burgenstraße, den Steigerwald und die UNESCO-Welterbestätten und andere mehr, sind wir mit Marketingmaßnahmen auf vielen Kanälen präsent und halten die Fahne weiter hoch. Jede Kundin, jeder Kunde, die uns kontaktieren, auch jetzt in diesen Tagen, bekommt Auskunft, Unterlagen, Zusagen und unsere uneingeschränkte Leidenschaft zu spüren. Und für alles andere – Buchungen, Vertrieb, Ticketverkauf und Gästebetreuung vor Ort – stehen wir in Hab-Acht-Stellung und können sofort wieder loslegen, sobald wir spüren, da geht wieder was.

Wir machen keinen Winterschlaf! Nein! Wir planen für den Tag X, an dem endlich wieder Gäste kommen dürfen! Und Sie? Ich bitte Sie, machen Sie mit! Wir bauen auf Sie! Lassen Sie nicht den Kopf hängen, sondern planen Sie weiter! Meinetwegen erst für Mai oder Juni. Und wenn es früher losgeht, können wir digital jederzeit nachlegen – diesen Vorteil hat die Digitalisierung zweifelsohne! Bleiben Sie uns und dieser Stadt und dem Bamberger Land gewogen und vor allem: bleiben Sie uns erhalten – bis zum Tag X und weit darüber hinaus!

Corona: Fortsetzung des Lockdowns bis 31.1.2021

Überrascht hat es niemanden mehr, die Auswirkungen tun dennoch weh: Der Tourismus bleibt vollumfänglich runtergefahren, vorerst bis zum 31. Januar 2021, die Option auf eine weitere Verlängerung ist bereits angedeutet.
Die spezifisch bayerischen Regelungen finden sich in diesem Papier des Kabinetts vom 6.1.2021

Wesentlich für uns sind:

  1. Die Verlängerung der bestehenden Maßnahmen bis 31.1.2021.
  2. Die verschärfte Kontaktbeschränkung auf nur noch eine weitere Person eines anderen Hausstands im privaten Bereich.
  3. In kreisfreien Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern gilt zusätzlich das Verbot „touristischer Tagesausflüge“ über einen Umkreis von 15 km hinaus.
  4. Der stationäre Einzelhandel darf nun, so wie die Gastronomie, auch Dinge „to-go“ verkaufen, also nach vorheriger Bestellung über eine nach Hygienevorschriften geregelte Ausgabestelle verkaufen und ausgeben.

Die Ausgestaltung der 15 km-Beschränkung bezieht sich in Bayern tatsächlich nur auf „touristische Tagesausflüge“, nicht generell. Angesichts der Szenen  aus den bayerischen Skigebieten sind wir als Touristiker also wieder mal die Bösen und es zeigt sich, wie vielschichtig und schwierig das Thema „Besucherlenkung“ doch ist. Nach aktueller Inzidenz für Bamberg und den Landkreis Bamberg fallen wir allerdings zur Zeit nicht unter diese Regelung, aber wir haben ja alle gelernt, wie schnell sich diese Zahlen ändern können.

Und die Faschingsferien sind für die Schulen gestrichen und somit auch für Familien und das Lehrpersonal, wie heute Nachmittag noch verkündet wurde. Somit kommt gleich gar keiner in Versuchung, im Februar ein bisschen verreisen zu können.

Wir starten also in das neue Jahr mit einer Fortsetzung des Winterschlafs.

Zur finanziellen Absicherung dieses Winterschlafs gibt es weiter die beiden aktuellen großen Hilfsprogramme:

Anträge auf November- und Dezemberhilfe: Außerordentliche Wirtschaftshilfe (Novemberhilfe/Dezemberhilfe): Wirtschaftsministerium Bayern

und

Überbrückungshilfe II (Förderzeitraum September – Dezember 2020, Anträge können noch bis 31.1.2021 gestellt werden) und Überbrückungshilfe III (Förderzeitraum Jan – Juni 2021, Anträge sind noch nicht fertig offenbar): Überbrückungshilfe Corona: Wirtschaftsministerium Bayern

Speziell für Künstler und Kulturschaffende gibt es, vom 18.12. aktualisiert, noch dieses Soloselbständigenprogramm: Die Anträge laufen über diese Website: Anträge hier: Soloselbstständigenprogramm (bayern-innovativ.de)

Ich warte noch auf Antwort, ob hier evtl. auch Gästeführerinnen und Gästeführer unterschlüpfen können als „soloselbständige Kulturvermittler“, habe aber noch keine Antwort aus dem Ministerium. Sobald ich sie habe, ergänze ich den Beitrag an dieser Stelle. Explizit wird bei der Programmbeschreibung vorsorglich auch wieder auf die Möglichkeit zur Grundsicherung hingewiesen, die durch dieses Programm maximal ergänzt werden könne.

Weihnachtsgruß – auf ein persönliches Wort zum Schluss

Am Ende dieses völlig verrückten Jahres möchte ich meinen Lieblingsblick auf Bamberg mit Ihnen teilen. Hier, vom Mühlwörth, auf dem Weg in den Hain, der Blick zurück auf die Stadt. In diesem Blick ist alles, was Bamberg für mich ausmacht: Die hemmungslose Prachtentfaltung barocker Bauherren, die Kirchtürme als allgegenwärtige Herrscher der Bamberger Skyline, der Fluss als beständiger Gefährte des Stadtbilds, alles irrsinnig romantisch, mittelalterlich, ja, auch ein bisschen mystisch, atmosphärisch dicht und historisch, aber echt und ehrlich, nicht geschleckt und nicht gekünstelt; und hinter allem, was man auf den ersten Blick sieht, ist immer noch so viel mehr zu erahnen.

Wir leben in einer berauschend schönen Stadt.

Und wir haben so viele tolle Partner, die mit dem, was sie tun, diese Stadt so unglaublich gut in Szene setzen können.

Und es tut mir so entsetzlich leid, dass unsere Gäste in diesem Jahr Sie und Ihre Angebote, Ihre Kunst, Ihre Betriebe, ja, unsere Stadt nur so kurze Zeit erfahren konnten und auch wir Sie nicht in dem Maße ins recht Licht rücken konnten, wie wir das gewollt hätten.

Aber gerade weil wir so eine tolle Stadt haben, und weil wir einen so großartigen Schatz an Partnern haben, mache ich mir um die Zukunft keine Sorgen.

Wir werden aus dieser Krise wieder herauskommen und wir werden unseren Gästen unsere Stadt wieder öffnen, sie begleiten, sie führen, sie beherbergen, sie bewirten, sie begeistern mit dem, was uns unsere Vorfahren hinterlassen haben und unzählige Menschen immer weiter pflegen und für künftige Generationen erhalten und erlebbar machen.

Und Sie und wir werden wieder für unsere Gäste arbeiten können. Das tun, wozu wir angetreten sind. Wenn noch nicht im Januar, dann eben im Februar, oder im März, meinetwegen erst an Ostern, und ganz bestimmt im Sommer!

Und bis dahin hoffe ich, dass Sie noch weiter durchhalten und sich mit Zweckoptimismus und vielleicht der einen oder anderen Unterstützungsleistung über Wasser halten.

Wir leben in einer berauschend schönen Stadt.

Eine kleine Weile noch müssen wir uns mit dem Rausch allein begnügen. Aber wir blicken nach vorne! Und haben allen Grund dazu!

Zusammen mit meinem ganzen Team bedanke ich mich für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen, für Ihre Anpassungsfähigkeit in diesem, dem steten Wechsel unterworfenen Jahreslauf und für Ihre Arbeit für Bamberg als Reiseziel.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches und besseres neues Jahr 2021!

In herzlicher Verbundenheit

Ihr
Michael Heger

Corona – Lockdown ab Mittwoch, 16.12.

Lesen Sie hier den aktuellen Beschluss der Ministerpräsident*innenkonferenz von heute nach.

Generell werden die bereits beschlossenen Maßnahmen bis 10. Januar verlängert. Ab Mittwoch, 16.12. treten allerdings Verschärfungen hinzu, die man in der Gesamtheit nun wieder als Lockdown bezeichnen muss: Der „nicht notwendige“ Einzelhandel schließt, körpernahe Dienstleistungen ebenso, und ein generelles Alkoholverbot im öffentlichen Raum kommt obendrein noch hinzu. Für die Weihnachtsfeiertage 24.-26.12. gelten nun die Ausnahmen bei den Kontaktbeschränkungen nur noch für vier weitere Personen aus dem engsten Familienkreis, sonst gelten weiter maximal fünf Personen aus maximal zwei Hausständen. Und Silvester gilt ein generelles Versammlungs- und Ansammlungsverbot, der Verkauf von Pyrotechnik ist verboten, die Kommunen bestimmen noch die Areale, auf denen Böllern generell verboten sein wird. Für ganz Bayern gilt darüber hinaus noch eine generelle Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr verfügt, also wirklich „-sperre“, nicht nur „-beschränkung“!

Punkt 5 regelt die Läden, die auch nach dem 16.12. noch offen haben dürfen. Soweit ich das überblicke, sind dies ziemlich die gleichen, wie wir das auch schon vom Frühjahr her kennen. Wäre schön, wenn es mal ohne Nudelnotstand und Klopapierpanik abgehen könnte, vielleicht haben die Leute ja was dazugelernt…

In Punkt 14 geht es um die weiteren Unterstützungsleistungen der Überbrückungshilfe III, aber auch erstmals um den „Wertverlust von Waren“ , die steuermindernd abgeschrieben werden können sollen.

Interessant der Passus unter Punkt 15 zu den gewerblichen Mietverhältnissen, evtl. bietet dies eine Basis für eine Ausnahmenachverhandlung des Pacht- und Mietzinses von Betrieben mit den Vermietenden:„15. Für Gewerbemiet-und Pachtverhältnisse, die von staatlichen Covid-19 Maßnahmen betroffen sind, wird gesetzlich vermutet, dass erhebliche (Nutzungs-)Beschränkungen in Folge der Covid-19-Pandemie eine schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage darstellen können. Damit werden Verhandlungen zwischen Gewerbemieternbzw. Pächtern und Eigentümern vereinfacht.“ Ich nehme an, „schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage“ ist die Formulierung, wie sie in Pachtverträgen steht, anhand derer man nun auf die Vermieter zugehen könnte. Schwammig formuliert, („gesetzlich vermutet“ ?), aber doch mehr als ein Appell!

„Schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage“, das ist ja fast schon ein Resümee dieses außergewöhnlichen Jahres 2020 mit dramatischen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, ja die ganze Welt. Dabei müssen wir uns immer wieder vor Augen halten: Es geht um Menschenleben, es geht um die Gesundheit der Menschen, die uns nahestehen. Und wenn sich jetzt noch alle Menschen im Privaten auch an die Auflagen halten würden, dann wäre das Opfer, das die Betriebe und Geschäfte bringen, wenigstens nicht ganz umsonst und wir würden endlich mal runterkommen mit den Zahlen! Also, halten wir weiter zusammen!

Corona – die 10. BayIfSMV

Ja, auch ich habe dazugelernt und bringe selbst die Abkürzungsformel der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung „BayIfSMV“ nun locker zu Papier. Wir sind bei Nummer zehn angekommen. Und die sind wirklich alle von diesem Jahr! Wie viele werden wir noch brauchen bis zum Ende der Pandemie?

Diese gilt vorerst bis zum 5.1.2021, also noch nicht einmal bis zum Ende des aktuellen Halbdreiviertel-Shutdowns. Vermutlich wird aber ohnehin spätestens für die Zeit ab Weihnachten nochmal nachgelegt, sonst kommen wir einfach nicht von diesen horrenden Zahlen runter.

Hier also der volle Wortlaut der neuesten Verordnung.

Weil wir schon einige Nachfragen erhalten haben: Nein, wir verstehen diese Verordnung nicht so, dass Übernachtungen in gewerblichen Betrieben über Weihnachten für die erlaubten Verwandtschaftsbesuche vorgesehen sind. Das haben zwar mal ein oder zwei Ministerpräsidentinnen oder Ministerpräsidenten vor Wochen für ihr Bundesland angekündigt, aber 1. ob das tatsächlich überhaupt so kommt, bleibt aktuell fraglich, und 2. für Bayern wurde nichts Derartiges verkündet und diese Verordnung gibt das auch nicht her. Die Ausnahmen vom 23.-26. beziehen sich rein allein auf die Zahl der erlaubten Kontakte an den Weihnachtsfeiertagen.

Corona – zurück in den Katastrophenfall

Erinnern Sie sich noch an den 16. Juni 2020? Nicht? Okay, ich musste auch nachsehen, aber das war der Tag, an dem Innenminister Herrmann den Katastrophenfall für Bayern wieder aufheben durfte. Lesenswert, dieses aus heutiger Sicht schon wieder historische Schriftstück aus dem Archiv, indem die Aufhebung so vieler Maßnahmen verkündet wurde. Ach ja, der Sommer ….

Nun wird zum 9. Dezember 2020 in Bayern erneut der Katastrophenfall ausgerufen. Zu wenig Wirkung hat der Halbdreiviertel-Lockdown gebracht, zu weit sind wir noch weg von der 50er-Inzidenz, die den Gesundheitsämtern eine sichere Kontaktverfolgung ermöglichen würde. Der Blick auf die Sterbezahlen und die Intensivstationen wird auch in Deutschland immer düsterer. Da muss man nicht mehr nach Amerika schauen, um in Sorge zu geraten. Ab dem 9.12. wird die aktuell noch gültige Neunte Infektionsschutzverordnung, die ich angesichts ihrer kurzen Lebensdauer aber der Vollständigkeit halber hier noch erwähnen möchte, dann auch schon wieder von der überarbeiten Zehnten BayIfSMV abgelöst.

Vermutlich finden dann die Entscheidungen, die der Ministerrat am heutigen Sonntag beschlossen hat, dort Eingang. Den Wortlaut der heute entschiedenen Maßnahmen finden Sie hier. Diese gelten ab Mittwoch, 9. Dezember.

Was kommt da Neues auf uns zu? Letztlich kommen zu den bekannten Kontaktbeschränkungen und verordneten Schließungen wieder die Ausgangsbeschränkungen für ganz Bayern hinzu, so dass man einen triftigen Grund haben muss, das Haus zu verlassen. Wobei auch diese Beschränkung im Halbdreiviertel-Modus verbleibt und zum Beispiel explizit die Weihnachtsbesorgungen als triftigen Grund mit definiert sind. Hoffentlich gut für den Handel und dennoch mit Rest-Wirkung für das Pandemiegeschehen.

Ein generelles Alkoholverbot in den Innenstädten und, wie es beinahe poetisch schön heißt „unter freiem Himmel“ – weiß-blau, versteht sich, aber eben frei! – macht dem Glühwein-to-go-Gebaren den Garaus. Und die Weihnachts-Ausnahmen mit den ausgeweiteten Kontaktmöglichkeiten für bis zu 10 Personen gelten in ganz Bayern nur noch vom 23.-26. Dezember. Der Jahreswechsel bleibt wohl ein stiller heuer!

Die Novemberhilfen scheinen aber tatsächlich für Viele zu funktionieren, ich habe von Etlichen gehört, die erstmals unter ein staatliches Hilfsangebot fallen und sogar schon Auszahlungen erhalten haben. Der Dezember scheint in gleicher Art und Weise fortgeführt zu werden. Allerdings stehen bereits die Ankündigungen im Raum, dass diese Art Hilfen ab Januar nicht mehr in gleicher Weise fortgesetzt werden können. Ich habe ja immer dreimal hingeschaut, ob sie wirklich „Umsatz“ meinen, aber es blieb bis zum Schluss dabei, auch in den Anträgen steht „Umsatz“! Explizit für die von den Novemberhilfen ausgenommenen Brauereigaststätten gibt es nun übrigens einen offiziellen bayerischen Vorstoß beim BMWi, auch für diese die Novemberhilfen zu öffnen, ohne die 80 %-Regel beachten zu müssen. Mal sehen, ob sich ein bayerisches Kulturgut gegen eine bundesweit beschlossene Regelung durchsetzen kann!

Bereits letzte Woche hatten sich ja die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten auf eine Ausweitung des Zeitraums der bestehenden Beschränkungen geeinigt, so dass wir für die Tourist Info und unser Geschäft bereits entschieden haben, dass die Tourist Info bis zum 10. Januar 2021 geschlossen bleibt. Bis dahin wird es auch weiter keinerlei touristische Angebote geben, das erhoffte „kleine Bisschen“ an möglicherweise möglichem Weihnachtsgeschäft mit besonderen Führungen oder Erlebnisangeboten und ein rudimentärer Geschenkeverkauf ist also vollkommen auf Null zurückgefahren. Aber Hand aufs Herz, wer hat noch daran geglaubt? Selbst ich in meinem mir verordneten, grenzenlosen Optimismus habe nicht mehr wirklich an die Auferstehung zu Weihnachten geglaubt. Und außerdem ist Auferstehung an Ostern! Und daran glaube ich auch weiterhin! Felsenfest! Wir sprechen uns wieder!

Corona – Der Weg zur Krippe

„Der Weg zur Krippe“ – so hieß mein heißgeliebter Adventskalender aus Kindertagen, dessen gebastelte Papierfiguren ich Jahr für Jahr immer wieder aus dem Speicher geholt habe.

In der diesjährigen Adventszeit steht uns ein ganz anderer Weg zur weihnachtlichen Krippe bevor. Er ist von Ungewissheit und Existenzängsten geprägt, aber auch von einem Silberstreif am Horizont, und somit in gewisser Weise auch von Warten, womit wir wieder beim Advent wären.

Es war dann doch fast zehn Uhr, bis die Sitzung gestern zu Ende war und im Großen und Ganzen kam es so, wie es zu erwarten war, mit der Verlängerung der bestehenden Maßnahmen bis inklusive 20.12.2020 und einer teilweisen Verschärfung der Maßnahmen. Den vollen Wortlaut des Beschlusses können Sie hier nachlesen. Für den Tourismus ist vor allen Dingen der Hinweis relevant, dass die Schließung insbesondere der Gastronomie und Hotellerie wohl bis Anfang Januar gelten wird, sofern sich keine massive Verbesserung der Inzidenzwerte einstellt.

Herr Söder wies auf den möglicherweise bald zur Verfügung stehenden Impfstoff hin und nannte dies auch ein „Licht am Ende des Tunnels„, führte aber weiter aus: „Noch ist es leider nicht so weit. Noch immer kann die Pandemie nur durch die Disziplin aller und jedes Einzelnen in Schach gehalten und eingedämmt werden. Die aktuellen Infektionszahlen müssen nicht nur stabilisiert, sondern dauerhaft nach unten gedrückt werden. Dazu sind weitere Maßnahmen für Bayern zwingend erforderlich.

Verlängern – Vertiefen – Hotspot-Strategie – Helfen“ – auf diesen Nenner brachte er die bayerische Strategie, deren Punkte ich im Folgenden aus der Pressemeldung aufführe. Neu sind u.a. die Verringerung der Kontaktbeschränkungen, die expliziten Schließungen von Bibliotheken und Archiven sowie der Erwachsenenbildung, eine erweitere Maskenpflicht sowie eine neue Quadratmeterregelung je Kunde im Einzelhandel. Den vollen Wortlaut des Berichts aus der Kabinettssitzung können Sie hier nachlesen. Für den reinen Maßnahmenteil können Sie einfach hier weiterlesen. Und damit verabschiede ich mich an dieser Stelle, für den Rest des Eintrags spricht die bayerische Landesregierung:

A. Verlängern

a. Die aktuell geltenden Maßnahmen werden über den 30. November hinaus zunächst bis zum 20. Dezember 2020 verlängert. Das bedeutet vereinfacht insbesondere:

  • Übernachtungsangebote nur für notwendige, nicht für touristische Zwecke.
  • Geschlossen sind Einrichtungen der Freizeitgestaltung: Theater, Opern, Kinos, Freizeitparks, Schwimmbäder, Saunen, Thermen, Museen, Zoos etc.
  • Geschlossen sind Messen, Kongresse, Tagungen.
  • Geschlossen ist die Gastronomie.
  • Geschlossen sind Dienstleistungsbetriebe, die körperliche Nähe bedingen (außer Friseure und medizinisch notwendige Behandlungen).
  • Freizeit- und Amateursport ist nur allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand erlaubt. Sportstätten indoor sind geschlossen.
  • Profisportveranstaltungen nur ohne Zuschauer.
  • Veranstaltungen aller Art sind untersagt (außer Gottesdienste und Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz).
  • Keine Feiern auf öffentlichen Plätzen.
  • Maskenpflicht an den Schulen (einschließlich Grundschule), auf frequentierten öffentlichen Plätzen und am Arbeitsplatz
  • Ab 22 Uhr Alkoholkonsumverbot auf stark besuchten öffentlichen Plätzen.

b. Die Staatsregierung geht davon aus, dass wegen des hohen Infektionsgeschehens umfassende Beschränkungen bis Anfang Januar (insbesondere im Bereich Gastronomie und Hotels) erforderlich sein werden. Sie wird vor Weihnachten eine weitere Überprüfung und Bewertung vornehmen.

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Novemberhilfen – jetzt online

Aktuell verhandeln die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten noch mit der Kanzlerin über die genaue Ausformung der Maßnahmen, wie sie über den 30.11. hinaus gelten sollen. Diverses ist schon durchgesickert, wir nehmen ja zurzeit quasi live am politischen Willensbildungsprozess teil, die internen Beschlussvorlagen sind nur wenige Minuten „intern“ bevor sie an die Öffentlichkeit „durchgestochen“ werden, wie das so schön heißt. Vielleicht tut es dann nicht mehr so weh während der Verkündigung, wenn man schon einmal hat drüber schlafen können. Aber es wird immer noch debattiert, und das ist auch gut so, denn es geht um die Gesundheit Aller und um die Existenzen Vieler. Das Podium für die Pressekonferenz ist in diesen Minuten somit immer noch leer. Aber nach meinen Informationen wird es ohnehin am morgigen Donnerstag um 14 Uhr wiederum eine eigene Pressekonferenz des bayerischen Ministerpräsidenten geben, auf der dann die Maßnahmenumsetzung für Bayern verkündet wird. Letztlich ist das morgige Ergebnis relevant für uns alle, insofern vertröste ich Sie dafür auf morgen und melde mich dann wieder.

Heute Abend möchte ich Ihnen rasch kundtun, dass hier die Anträge für die sog. Novemberhilfen nun online sind. Von angeordneten Schließungen betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen werden durch diese „außerordentliche Wirtschaftshilfe“ unterstützt. Die Betroffenen erhalten Hilfe in Form von Zuschüssen von 75 Prozent ihres entsprechenden durchschnittlichen Umsatzes im November 2019.

Hier finden Sie die Vollzugshinweise, detaillierte Erklärungen zu den Antragsberechtigungen und der Umsetzung. Und hier finden sich ausführliche FAQs rund um die Anträge.

Ich habe alles, zugegebenermaßen kursorisch, überflogen, aber es kommt mir so vor, als ob man dieses Mal tatsächlich eine brauchbare Hilfe auch für Kulturschaffende und Soloselbständige geschaffen hat. Keine Betriebsstätte oder Betriebskosten als Voraussetzung und explizit auch in der Verwendung für die Lebenshaltungskosten erlaubt! Und ggf. kann auch der Durchschnitt des Jahres 2019 genommen werden, statt des Monats November 2019. Der Zugang läuft direkt über Elster, das online-Programm, mit dem man schon seit vielen Jahren die Steuererklärung machen kann. Hier sind die Infos speziell für den direkten Antrag auf die Soforthilfe von bis zu 5.000 €

Alle anderen – und für alle Summen, die darüber hinaus gehen – müssen die Anträge wieder über Steuerbüros, Wirtschaftsprüfer udg., die sog. „prüfenden Dritten“, stellen. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Ich wünsche Ihnen allen den größtmöglichen Erfolg bei Ihrer Antragsstellung!

Maskenzone, Alkoholverbot und Novemberhilfen

Panta rhei, alles ist im Fluss mal wieder, auch im Halbdreiviertel-Shutdown. Ich nutze das In-Kraft-Treten der aktualisierten Allgemeinverfügung für Bamberg zum heutigen Tage, um mal wieder alles zusammenzufassen, was gerade eigentlich gilt. Für mich ist das therapeutisches Arbeiten, denn nur wenn ich die Dinge schriftlich vor mir sehe, kann ich irgendwie den Überblick behalten. Und wenn Ihnen damit auch geholfen sein sollte, haben wir ja alle etwas davon.

Los geht’s:

Über allem steht nach wie vor die aktuell gültige achte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung mit den entsprechenden, bekannten Maßnahmen zu Schließungen von Gastronomie, Kultureinrichtungen, dem Übernachtungsverbot und dem Verbot touristischer Dienstleistungen.
Aktuelle Gültigkeit: bis 30. November 2020.

Was nicht mehr gilt, sind die Maßnahmen im Rahmen der bayerischen Corona-Ampel. Die geltenden Regelungen in der 8. Infektionsschutzverordnung gehen ohnehin größtenteils darüber hinaus und erwähnen die Ampel nicht mehr. Die Ampel ist also bis mindestens 30.11. nicht in Kraft.

Für Bamberg speziell gelten noch zwei weitere Allgemeinverfügungen:

  1. Das Alkoholkonsumverbot und die Maskenpflicht in Bambergs Innenstadt bis 30.11.
    und
  2. das Verbot des Außer-Haus-Verkaufs von Alkohol an den Wochenendabenden im Sandgebiet, Austraße, Grüner Markt, Obstmarkt bis 23.12.

Es sind beides alte Bekannte, aber das generelle Alkoholkonsumverbot und die Weiterlesen

#WelterbeFürRespekt und der 9. November

Das Zentrum Welterbe Bamberg hat mit Bamberger Kulturschaffenden zusammen letzte Woche die Kampagne #WelterbeFürRespekt ins Leben gerufen. Diese Kampagne teile ich gerne mit Ihnen, gerade tagesgenau zum 9. November, wo heuer der Pogromnacht 1938 leider nicht so gedacht werden kann wie sonst.

Der 9. November – was für ein deutscher Gedenktag! Ein wahrer Höllenritt. Von hoffnungsvollem Aufbruch durch die Ausrufung der Republik 1918 nach dem tiefem Fall des Ersten Weltkriegs über einen durch nichts wiedergutzumachenden Tag der rassistischen Mordlust in der Reichspogromnacht 1938 hin zu einem Tag uneingeschränkter Freude friedlicher Menschlichkeit 1989. Kaum ein Tag, der die neuere deutsche Geschichte so auf den Punkt bringt wie dieser und den nachfolgenden Generationen vor Augen hält, wie alles zusammenhängt, wie Geschichte nicht einfach passiert, sondern von Menschen gemacht wird. Mir wird an diesem Tag immer klar, wie wichtig das Einstehen für Freiheit und Gerechtigkeit ist, was wir an unserer Demokratie haben, und dass wir gegen Nationalismus und Rassismus, gegen Hetze und jede Form der Diskriminierung kämpfen müssen – am Arbeitsplatz, im Bekanntenkreis, im Bus, auf der Straße, überall, jeden Tag.

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