Über michael.heger

Touristiker, Autor und leidenschaftlicher Wahl-Bamberger. Seit 2005 beim BAMBERG Tourismus & Kongress Service.

Corona – Salamitaktik: Scheibchenweise geht’s weiter

Hier ist es also nun, das lange ersehnte Hygienekonzept für die Gastronomie, von Wirtschaftsministerium und Gesundheitsministerium entworfen. Nun muss ein jeder und eine jede für sich entscheiden, inwieweit der eigene Betrieb das umsetzen kann. Es sind aber auch nur „Empfehlungen“, es darf also noch eine gehörige Portion Bauchgefühl hineininterpretiert werden, damit das Ganze umsetzbar bleibt.

Ein paar Giftpfeile sind drin, allen voran aus unserer Sicht der Punkt „III. – Bewirtung“, in dem festgelegt wird, dass es eine Reservierungspflicht gibt und Gruppenreservierungen für mehrere Tische unzulässig sind. Das sind dann wohl die letzten Stornierungen, die wir vornehmen müssen. Das Gruppensegment ist damit aus unserer Sicht mehr oder weniger tot, zieht man zusätzlich noch die Regelung mit der Kontaktbeschränkung auf maximal eine Person außerhalb des eigenen Hausstandes hinzu. Immerhin: „Spontanbesuche“ werden unter dem Aspekt der Kontaktdatenaufnahme erwähnt, insofern sind diese offenbar zumindest nicht verboten.

Ansonsten bedeutete das Konzept viel logistische Planung, Definition und Ausschilderung der möglichen Kundenwege, Abstand, Abstand und nochmals Abstand, Mundschutz überall wo nötig und möglich, und klare Hygiene- und Reinigungsregeln für das ganze Haus. Vieles davon ist sicherlich machbar, die Gewährleistung einer Zugangsbegrenzung und die tischgenaue Kontaktdatenaufnahme sind allerdings Knackpunkte, die einiges an Kopfzerbrechen bereiten werden. Gerade für Bierkeller eine große Herausforderung. Sollte an Christi Himmelfahrt schönes Wetter sein und die Menschen, die solche Verordnungen nicht lesen, davon ausgehen, dass sie jetzt alle wieder auf den Keller passen, dann kann es da zu einem ziemlichen Hauen und Stechen kommen. Enttäuschung und Verärgerung und Verwirrung ist vorprogrammiert, für beide Seiten!

Eine ganz bodenständige und konkrete Hilfe sind die Entwürfe des DEHOGA für diverse Hinweisschilder Sogar „Links“ und „Rechts“-Pfeile sind da dabei!
Und auch die IHK hat viele Unterlagen und auch fertige Hinweisplakate zusammengestellt auf ihrer Seite.

Ansonsten wurden heute im Rahmen der Pressekonferenz zu Kunst und Kultur die weitere Ausweitung der Soforthilfen für Kulturschaffende angekündigt – nächste Woche sollen endgültig die Anträge fertig sein – auf diejenigen, die zwar nicht in der KSK sind, aber es von den Kriterien her sein könnten. Eingeschlossen sind explizit auch Honorarkräfte und freie Journalisten. Und es soll Hilfen geben für die Spielstätten an sich und für Laienmusikgruppen. Interessante Auswahl… Wie man bei „jetzt red i“ am gestrigen Abend gesehen hat, hat Minister Aiwanger in Bezug auf Gästeführer und Gästeführerinnen, die ohne eigene Betriebsstätte keinen Zugang zur Soforthilfe haben, ziemlich unwirsch von 100.000en geredet, die man dann auch hätte versorgen müssen, und hat eindeutig auf die Grundsicherung als Mittel der Wahl verwiesen. Das klang ziemlich abschließend!

In Sachen Veranstaltungen wurden die berühmten „Großveranstaltungen“ als Veranstaltungen mit über 1.000 Personen definiert und für kleinere Veranstaltungen zwar angekündigt, dass die Konzepte bereits bestehen, aber diese erst noch in der Ministerpräsidentenkonferenz und mit der Bundesregierung besprochen werden müssten. Der Blick ging hier auf nach Pfingsten. Wieso professionelle Veranstaltungen wie Tagungen und Meetings hier mit Partys und Volksfesten immer in einen Topf geschmissen werden, ist mir schleierhaft. Gerade Tagungen lassen sich mit einem guten Konzept doch perfekt unter Wahrung aller Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen durchführen!

In Bezug auf Stadtführungen müssen wir weiter warten. In der 4. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die jetzt bis 29. Mai gilt, sind Stadtführungen explizit, zusammen mit Schlössern (!!) und anderen Freizeiteinrichtungen, weiterhin verboten. Außperdem gilt ja on top weiter die Kontaktbeschränkung bis 7.6.
Der BVGD hat auch ein Papier verfasst zur Wiederaufnahme von Gästeführungen, in dem es einige interessante Überlegungen zu Stadtführungen gibt, was zukünftig zu beachten sein könnte.

Aufschluss darüber, ob und wie die Menschen in diesem Jahr noch reisen wollen gibt eine Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus mit einer aktuellen Umfrage zu „Reisen in Zeiten von Corona„. 30 % wollen gar nicht mehr verreisen dieses Jahr und weitere 45 % erst einmal abwarten!

Ein paar grundsätzliche Gedanken kann man sich zwischendrin auch wieder machen mit einer interessanten Studie zu „Besucherlenkung“ in Zeiten mit Corona.

Wir planen unsere Öffnung der Tourist Information am Mittwoch, 20. Mai. Öffnungszeiten werden vorerst sein: Mo – Fr: 10.00 – 15.30 Uhr, Sa, So und feiertags: 10.00 – 14.30 Uhr.
Ohne Stadtführungen und Erlebnisangebote werden wir in erster Linie auf unsere Beratungsfunktion zurückgeworfen, immerhin können wir ab nächster Woche wieder auf zahlreiche Museen und Sehenswürdigkeiten verweisen. Neben der ganzen Palette an Broschüren, Souvenirs und jeweils hoffentlichen aktuellen Informationen zu Öffnungszeiten und Zugänglichkeiten aller Partnereinrichtungen, werden wir zur Entdeckung der Stadt zunächst mit einer Erwachsenen-  und einer Kinderstadtrallye sowie dem Audioguide fürs eigene Smartphone und Reiseführern auftreten. Das Bamberger Land wird über die Freizeitkarte und einzelne Ausflugsziele präsent sein. Wir versuchen Schritt zu halten mit den Infos, wer wann wieder aufmacht, Museen, Ausstellungen, Einrichtungen machen nächste Woche wieder auf,

Schließlich: wer den Überblick verloren hat, was wann warum und wieso öffnen darf, der sei auf diese Übersicht der IHK verwiesen verwiesen.

Corona – Hygiene- und Sicherheitskonzepte

Heute kam grünes Licht aus dem Ministerrat der bayerischen Landesregierung für die kürzlich vorgeschlagenen Lockerungsmaßnahmen für die Gastronomie. Jetzt fehlen aber noch die konkreten Ausführungsbestimmungen. Vorerst gibt es auf der Seite der IHK ein Hygienekonzept mit einer Reihe von Maßnahmen für die Gastronomie. Das ist aber noch kein offizielles Papier mit den konkreten Bestimmungen von der Regierung. Aus der Pressemeldung von heute kann man folgendes herausziehen für die Gastronomie:

„B) Gastronomie und Hotellerie
Unter der Voraussetzung eines weiterhin günstigen Verlaufs des Pandemiegeschehens erfolgt die stufenweise Öffnung der Gastronomie bei Einhaltung der entsprechenden Vorgaben zum Infektionsschutz wie folgt:
• Ab dem 18. Mai 2020 kann die Gastronomie im Außenbereich (z.B. Biergärten) bis 20 Uhr öffnen.
• Ab 25. Mai 2020 können Speisegaststätten im Innenbereich bis 22 Uhr öffnen.

Ein passendes und mit den betroffenen Verbänden abgestimmtes infektionsschutzrechtliches Rahmenkonzept „Gastronomie“ ist dabei eine zwingende Grundlage für die schrittweise Öffnung der gastronomischen Betriebe in Bayern. Auf dieser Basis können dann die einzelbetrieblichen Schutz- und Hygienekonzepte entwickelt werden. Das Rahmenkonzept „Gastronomie“ des Wirtschaftsministeriums sieht vor allem folgende Punkte vor:
• strikte Einhaltung des Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern zwischen Gästen, Servicepersonal und im betrieblichen Ablauf.
• Ein Mund-Nasen-Schutz ist zudem vorgeschrieben für Servicepersonal im Gastraum, für Gäste, sobald sie den Tisch verlassen und sich in der Lokalität bewegen, und im betrieblichen Ablauf, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern, etwa in der Küche, zwingend nicht eingehalten werden kann.
• Hinzu kommt die Anpassung von Lüftungs- und Reinigungsplänen, die Schulung von Mitarbeitern sowie die Aufnahme der Kontaktdaten der Gäste zur Nachverfolgung im Falle einer später auftretenden Infektion.

Das Gesundheitsministerium und das Wirtschaftsministerium werden zeitnah, auch unter Einbeziehung der Erfahrungen im Gastronomiebereich, ein Rahmenkonzept „Hotellerie“ entwickeln, damit Beherbergungsbetriebe (wie Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen, Jugendherbergen) ab dem Pfingstwochenende öffnen können.“

Auf der Seite des DTV werden für verschiedene Leistungsträger die bereits bestehenden Hygiene- und Sicherheitskonzepte aufgelistet. Auch hier wird für die Gastronomie noch auf Unterlagen des DEHOGA verwiesen, die noch nicht feststehen.

Und das Infektionsschutzverordnungsdingensbums (siehe Blogbeitrag vom 5.5.) wurde heute verlängert bis zum 29.5.! Dort steht unter §11, Seite 4 somit auch weiter das explizite Verbot von Stadtführungen.

Es wird allmählich kompliziert. Wir erhalten Anfragen von Menschen aus anderen Bundesländern, die schon weiter geöffnet haben und dann ganz verwirrt sind, wenn es bei uns noch anders ist.

Corona – Der bayerische Fahrplan – nun auch für den Tourismus!

So, nun geht es doch weiter, auch in Bayern:

Die Fakten auf die Schnelle:

ab 11. Mai: Öffnung des kompletten Einzelhandels ohne Flächenbeschränkung, aber auch von Tierparks, botanischen Gärten, Museen, Ausstellungen, Galerien, Bibliotheken und Gedenkstätten, natürlich alles mit Hygiene- und Abstandskonzept.

ab 18. Mai: Öffnung von Außengastronomie und Biergärten und Bierkellern bis maximal 20 Uhr

ab 25. Mai: Speiselokale bis maximal 22 Uhr
Gästezahl beschränkt, nur jeder zweite Tisch belegt, eigene Zonen für Familien und für Einzelgäste, Desinfektion für Besteck und Geschirr, Maskenpflicht für Kellner und Küchenpersonal, für Gäste auf dem Weg zum Tisch und zum Toilettengang.

ab 30. Mai: Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen, allerdings ohne Wellness, Saunen und Schwimmbäder, auch Campingplätze, nur ohne Gemeinschaftsduschen.

Bezüglich der Ausgangsbeschränkungen gilt:
Mit Wirkung ab dem 6. Mai 2020 entfällt die allgemeine Ausgangsbeschränkung. Die bestehende Kontaktbeschränkung und das Distanzgebot gelten fort. Jeder ist demnach angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 m einzuhalten. Ansammlungen im öffentlichen Raum bleiben verboten.“ (Das ist vermutlich der Satz, der uns in Bezug auf Stadtführungen weiter ein Verbot auferlegt! Die Frage bis wann, ist weiter nicht beantwortet!)
Es ist künftig erlaubt, neben einer weiteren Person auch die engere Familie, d.h. neben Ehegatten, Lebenspartnern und Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, auch Verwandte in gerader Linie und Geschwister zu treffen oder zu besuchen.

Der Wortlaut der Bestimmungen zu Gastronomie und Hotellerie ist:

Eine schrittweise Öffnung der Gastronomie, Hotellerie und des Tourismus wird angestrebt.
Für alle denkbaren Schritte gelten strenge Auflagen, die insbesondere die
· Einschränkung von Öffnungszeiten,
· Ausarbeitung von Hygiene-Konzepten durch die Betriebe,
· Begrenzung von Gästezahlen,
· Sicherstellung von Abstand (Einlass/Ausgang separat, Reservierungspflicht)
umfassen.
Die Gastronomie darf schrittweise ab 18. Mai 2020 geöffnet werden zunächst im Außenbereich (z.B. Biergärten), Speisegaststätten im Innenbereich ab 25. Mai 2020.
Das Pfingstwochenende (30. Mai) ist der Zeitpunkt für eine mögliche Öffnung von Hotels (inkl. Ferienwohnungen und Camping) und weiterer Angebote im Tourismus, z. B.: Schlösser, Seenschifffahrt und Freizeitparks. Für die Öffnung von Hotels gelten strenge Auflagen, die insbesondere umfassen
· keine Öffnung von Angeboten mit gemeinschaftlicher Nutzung innerhalb von Hotels, insbesondere Wellness, Schwimmbad,
· Verpflichtendes Hygieneschutzkonzept wie in der Gastronomie,
· Verpflegung nur mit Abstand und begrenztem Einlass.

Das Wirtschaftsministerium wird gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und dem Beauftragten für Bürokratieabbau ein Konzept für die weiteren Schritte in Bezug auf die Gastronomie, die Hotellerie und den Tourismus erarbeiten.“

Soll heißen, die genauen Vorgaben kommen noch en detail!

Die ganze Pressemeldung zu den Kabinettsbeschlüssen finden Sie hier.

Die entsprechende Gesetzesform findet sich nun wieder in der – Achtung, tolles Wortungetüm – Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, liebevoll auch BayIfSMV genannt, und gültig nur vom 11. bis 17. Mai. Bis zum 10. Mai gilt noch die alte, und ab 18. Mai braucht es ja eine neue, wenn dann die Biergärten aufmachen… 😉
Nachtrag vom 12.5.: Diese 4. BayIfSMV wurde heute verlängert bis zum 29.5.2020

Noch keine Hinweise gibt es aktuell für Veranstaltungen, Theater, Konzerte, und somit auch für Führungen! Uns fehlt damit weiter die Entscheidungsgrundlage für den weiteren Umgang mit Erlebnisangeboten. Aber da wird bestimmt noch was kommen. Hoffentlich bald!

Nachtrag vom 6.5.: Aus der Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin kam als Ergebnis, dass die Kontaktbeschränkungen bis inklusive 5. Juni ausgeweitet werden! Das ist in unserer Lesart erst einmal der Todesstoß für Führungen und sonstige Erlebnisangebote! Außer vielleicht in der One-to-one-Betreuung oder in der exkulsiven Buchung für eine Familie. Wir harren der Dinge und hoffen bei einer der nächsten Verfügungen von der bayerischen Regierung Konkretisierungen dazu zu bekommen. Bis dahin stehen wir weiter im Regen mit einem Großteil unseres Angebots.

Corona – Weiter ohne echte Perspektive

Neben der Tageszeitung gehört das Kaffeesatzlesen leider weiterhin zur täglichen Pflichtlektüre des Touristikers. Was haben wir auf den 30.4. gesetzt und gehofft, dass wir allmählich eine Perspektive genannt bekommen! Nun haben wir die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen und der Kontaktsperre bis 10. Mai und werden für konkrete Vorgaben, mit denen man weiter planen könnte, auf die Woche ab 11. Mai vertröstet, nicht einmal in der nächsten Sitzung am 6. Mai soll die Touristik eine Rolle spielen. Die Situation ist allmählich in hohem Maße paradox: Wir haben weiter Ausgangsbeschränkungen, aber zum Shoppen kann man wieder in die Innenstädte, Gottesdienste sollen wieder möglich sein, aber Veranstalter können ihren Kunden selbst für den Herbst noch keine Planungssicherheit bieten, von Hotels ganz zu schweigen. Die Touristik ist schon so lange im Shut-down, dass man gar nicht mehr weiß, was man früher eigentlich so den ganzen Tag gemacht hat.

Okay, was bedeuten die heutigen politischen Entscheidungen wieder für uns Touristiker? Außer eine weitere Strapazierung unserer Geduld bis mindestens 11. Mai? Immerhin hat man sich offenbar schon mal auf eine Öffnung der Museen geeinigt. Das wäre toll, wenn unsere Museen in Bamberg und im Bamberger Land so bald wie möglich wieder öffnen können. Eine riesige Chance, diese Kulturinstitutionen mal zu den Vorreitern im Kulturland Deutschland zu machen. Sonst Relevantes für uns? Eigentlich nicht. Wer das peinlich inhaltsleere Floskel-Interview mit unserem Tourismusbeauftragten des Bundes gestern im Heute-Journal gesehen hat, weiß, dass wir von dieser Seite nicht viel zu erwarten haben. Die Landesmarketingorganisationen hingegen sind sehr aktiv und veröffentlichen Exit-Strategien, in denen viel Hirnschmalz steckt. Dann müssen wir uns eben bis Mitte Mai weiter an diesen Ideen orientieren und das Beste – und das je Wahrscheinlichste – für uns herausziehen.

Die BayTM zum Beispiel hat eine Toolbox entwickelt, die immer weiter aktualisiert wird in Form eines „living papers“. Da sind teilweise einfach nur Ideen zusammengeschmissen, manche Allgemeinplätze, aber auch immer mal wieder Punkte, die zum Weiterdenken anregen können für das eigene Angebot. Für Hygiene-Checklisten vor allem auch interessant die fünf Links ganz am Ende.

FrankenTourismus hat eine gute Auflistung der für touristische Einrichtungen weiterhin geltenden Rechtslage. Denn allmählich wird es ja verwirrend, wenn sich die Bundesländer in unterschiedlichem Tempo weiterentwickeln.

Baden-Württemberg, Niedersachsen, und NRW haben sich zusammengeschlossen und haben ein ganz schlichtes Drei-Phasen-Konzept zur Belebung von Tourismuswirtschaft, Hotellerie und Gastronomie entwickelt zur Öffnung. Simpel und eingängig.

Hochinteressant finde ich den Blog von Project M – Tourismus nach Corona! Fundierte Beiträge kompetenter Autorinnen und Autoren, die wirklich was zu sagen haben. Lesenswert in diesen Zeiten! Aktuell mit dem neuesten zweiwöchentlich aktualisierten Tourismus-Recovery-Check mit den Prognosen zur Erholung im Tourismus-Sektor.

Für uns vom TKS heißt das, wir lesen in unserem Kaffeesatz, dass wir zwar vorerst an unserem Eröffnungstag 15. Mai festhalten, dieser Termin seit heute allerdings mit einer gehörigen Portion Unsicherheit versehen ist, wenn erst in genau dieser Woche darüber entschieden wird, was geht und was nicht. Denn ein bisschen was sollte dann schon wieder gehen, so in Sachen Führungen und Erlebnisangeboten. Sonst müssen wir noch eine Woche dran hängen.

In der Tourist Info haben wir alles, was mobil ist, umgestellt und damit eine hübsche, wie im Supermarkt mit warenbestückten Wartepositionen versehene, Einbahnstraße geschaffen, unter Wahrung von Abstand selbstverständlich. Ein Teil unserer Mannschaft ist jetzt gemäß des neuen Corona-Tarifvertrags im Öffentlichen Dienst in unterschiedlichen Anteilen von Kurzarbeit. Aber wir sind weiterhin für Sie da und arbeiten für eine Zukunft im Tourismus. Aktuell wenden wir uns zum  Beispiel an unsere Hotelpartner, um eine richtig mehrtägige Pauschale anbieten zu können. Angesichts der Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes wird in den nächsten Tagen vielen Menschen bewusst werden, dass eine Reise innerhalb Deutschlands vielleicht doch eine sicherere Bank wäre. Und die sollten, wenn sie sich umtun, auch ein 5- und 7-Tage-Angebot aus Bamberg als Ersatz für ihren Sommerurlaub vorfinden. Das Angebot haben wir allemal in Stadt und Land! Deswegen, liebe Hotelpartner! Macht mit, wenn wir in den nächsten Tagen anklopfen. Wir wollen Geschäft für uns alle generieren!

Unsere Kampagne #wirsindBamberg ist seit dieser Woche gestartet. Wir haben einige Partner gebeten, uns kleine Videos herzustellen, die wieder Geschmack auf eine Reise nach Bamberg und ins Bamberger Land machen sollen. In ihrer Gesamtheit werden die Videoclips aus Kultur, Handel, Musik, Gastronomie, Kunst, Ausflugszielen, Museen und mehr die ganze Vielfalt Bambergs darstellen. Weitere Partner sollen in der nächsten Zeit noch dazukommen. Auf Facebook und Instagram werden die Spots peu à peu in nächster Zeit ausgespielt.

Also, gehen wir in das lange Wochenende, denken nicht drüber nach, was in normalen Zeiten an diesem Wochenende alles los wäre, sondern freuen uns, dass der Tag der Arbeit erstmals auch für Touristiker arbeits-frei ist! Das ist doch wirklich einmalig in diesem Jahr 2020!

Corona – Neustart-Planungen des DTV

Dies ist eine Zusammenfassung und Handreichung des DTV, wie man sich den Neustart des Tourismus nach Corona vorstellen kann.

Alles steht unter dem Vorbehalt der weiteren Planungen am 30.4. und in den Tagen danach. Angesichts der mahnenden Vorsicht der Kanzerlin und des bayerischen Ministerpräsidenten könnte ich mir vorstellen, dass es nicht gleich am 4. Mai wieder losgeht, sondern noch eine gewisse Zeit draufgegeben wird.Beschränkungen wird es ohnehin noch lange weiter geben. Aber es gibt dann hoffentlich wenigstens eine vorsichtige Perspektive, auch für den Tourismus und für die Tagungs- und Veranstaltungsbranche. Meine Gespräche der vergangenen Woche sehen mich einigermaßen zuversichtlich, dass unsere Anliegen und das Erfordernis klarer Vorgaben, aufgrund derer wir alle unsere Planungen für eine Zeit nach dem Shut-down konkretisieren können, fundiert in die Politik getragen werden. Es gibt sie ja durchaus, die Kundenanfragen, aber sie sind nach wie vor geprägt von großer Unsicherheit. Und wenn wir diese Unsicherheit durch eine Perspektive minimieren können, sei sie noch so weit entfernt, ist schon vieles gewonnen!

Wichtig für uns und für Sie ist, dass wir uns aufstellen und Gedanken machen, mit welchem Programm wir wieder starten können.

Aktuell peilen wir selbst vorsichtig einmal den 15. Mai an, für eine Öffnung der Tourist Info mit verminderten Öffnungszeiten und einem Minimalprogramm an Angeboten, die unter weiter bestehenden Hygienebestimmungen und angepasstem Ablauf möglich sein könnten. Das Sicherheitsbedürfnis der Gäste wird hoch sein, die offiziellen Bestimmungen auch. Nicht alles wird sofort wieder gehen, aber wir wollen möglich machen, was geht.

Und alles steht unter dem Vorbehalt dessen, was uns nach dem 30.4. erlaubt wird!

Geduld ist nach dieser langen Zeit des Stillstands eine harte Probe, aber uns bleibt nicht viel anderes übrig und vielleicht wird sie ja belohnt, die Geduld.

Corona – Soforthilfe für Künstler – jetzt in echt!

Heureka! Vor einer Stunde hat Ministerpräsident Söder im Landtag verkündet, dass Künstlerinnen und Künstler auch in Bayern mit einem eigenen Soforthilfegeld rechnen dürfen!

Aus dem BR-Liveticker von 10.55 Uhr:

Unterstützung für Künstler

Die Staatsregierung will laut Söder die Kunstszene und die Künstler nicht allein lassen. Bayern sei ein Kulturstaat. Deswegen orientiere sich Bayern an Baden-Württemberg und werde Künstlern die nächsten drei Monate 1.000 Euro monatlich zahlen.

Ein kurzer Blick in die Formulierungen aus den Antragskriterien in Baden-Württemberg lässt hoffen, dass dies tatsächlich im weitesten Sinne für Kulturschaffende, Kreative, Kulturvermittler gilt und damit die Ungleichbehandlung der Freischaffenden mit und ohne eigene Betriebsstätte aufgehoben wird. Allerdings erwähnte Herr Söder auch die Registrierung bei  der Künstlersozialkasse als ein Kriterium und nannte einen Personenkreis von rund 30.000 Personen.

Ist es dennoch der Lichtblick, der mit der strahlenden Sonne des heutigen Tages Schritt halten kann? Wollen wir es hoffen! Uns bleibt nur, die Ausformulierung abzuwarten. Die Politik muss im Moment so schnell Entscheidungen treffen, dass es nicht ausbleibt, dass bestimmte Korrektive einfach fehlen, die aber dann durch Hinweise von mehreren Seiten nachträglich eingebaut werden können und so doch noch Eingang in die Gesetzeslage finden. Insofern: die Chance ist da, dass nochmal nachgebessert wird.

Sobald es nähere Details gibt, fasse ich sie hier zusammen.

Nachtrag 21.4.: Jetzt heißt es dran bleiben:

Die Münchner Gästeführerschaft hat einen Brandbrief verfasst, der die Situation der Gästeführerinnen und Gästeführer schildert und den Ministerpräsidenten auffordert, diese mit unter den Schutz dieser neuen Soforthilfe für Kunstschaffende zu nehmen.

Und hier das Schreiben des Bamberger Sprecherrats der zertifizierten Gästeführerinnen und Gästeführer an die Entscheidungsträger in der bayerischen Politik.

Und die Petition der Gästeführerschaft auf change.org läuft ja auch noch!

 

 

Corona – es geht noch weiter

„Wir sind nicht über den Berg!“ So Ministerpräsident Söder in der heutigen Pressekonferenz nach der Kabinettsitzung. Da konnte man sofort ahnen, dass die Wiederöffnung des gesellschaftlichen Lebens nur sehr zaghaft begonnen wird.
Hier die Pressemeldung mit den Details des heutigen Kabinettsbeschlusses

Was bedeutet das für uns Touristiker?

Für einige Branchen gab es konkrete Termine, ab denen unter gewissen Voraussetzungen sukzessive wieder geöffnet werden kann, aber Hotels und Gastronomien bleiben immer noch „bis auf weiteres“ geschlossen. Kein Datum also, an dem man sich orientieren könnte, allerdings nannten sowohl Ministerpräsident Söder als auch Wirtschaftsminister Aiwanger Pfingsten als Zielmarke. Damit befinden wir uns für den Rest vom April und fast noch den gesamten Mai voraussichtlich in der touristischen Wüstenei! Das tut weh!

Ladengeschäfte unter 800m² Verkaufsfläche werden unter Einhaltung von Hygieneschutzmaßnahmen ab dem 27. April wieder öffnen dürfen. Die Maßgabe ist, dass mindestens 20 m² pro anwesender Person gewährleistet werden müssen. Das Gebot der Maskenpflicht (die einfachen Mund-Nase/Community-Masken) für ÖPNV und die Geschäftswelt ist keine Pflicht, aber eben ein dringendes Gebot. Baumärkte und Gärtnereien können schon ab dem 20. April öffnen – wenigstens für die Gärtner in Bamberg ein kleiner Lichtblick! Kaufhäuser und Shopping-Malls und größere Häuser bleiben weiter geschlossen. Und alle unfreiwilligen Bravehearts und Winnetous können ab dem 4. Mai wieder auf den Friseurbesuch hoffen. Die generelle Kontaktsperre mit Personen außerhalb des eigenen Haushaltes wird um exakt eine Person erweitert. Großveranstaltungen sind bis 31.8. nicht möglich. Was nicht explizit erwähnt wurde, sind kulturelle Einrichtungen wie Museen und Sehenswürdigkeiten oder Freizeiteinrichtungen, aber ich denke, die fallen weiter unter die Ausgangsbeschränkungen und sind damit vorerst bis 3. Mai ebenfalls weiter geschlossen.

Reisen, wie wir es kennen, bleibt also weiterhin nicht möglich.

Selbst wenn ab dem 4. Mai weitere Lockerungen in der Bewegungsfreiheit kommen sollten, so werden ohne Hotellerie und Gastronomie kaum Reisen möglich sein. Da fehlt einfach ein wesentlicher Aspekt des Reisens. Tagesausflügler dann vielleicht wieder ja, aber keine Reisenden. Dazu fehlt einfach die nötige Infrastruktur und das entsprechende Angebot. Das hat Einfluss auf das, was dann wieder möglich sein wird, was sich verkaufen lässt. Entsprechend müssen unser aller Planungen nun aussehen. Wie es dann ab Pfingsten laufen kann, ob das Reisen weiter nur unter die Reiselust dämpfenden Bedingungen stattfinden kann, wird sich in den nächsten Wochen konkretisieren. Noch war die Formulierung eine „Hoffnung, dass sich die Lage bis Pfingsten entspannen wird.“ Aber eines ist klar: Internationale Reisen werden auf absehbare Zeit wohl eher nicht stattfinden, das Incoming-Geschäft aus dem Ausland wird am Jahresende wohl den stärksten Einbruch von allen Reisesegmenten verzeichnen.

Durch das Verbot von Großveranstaltungen bis 31.8. werden nicht nur die großen Veranstaltungen, wie „Bamberg zaubert“, das „Blues- und Jazzfestival“ oder auch die „Sandkerwa“  ausfallen, aber auf absehbare Zeit weiterhin ein Großteil aller Konzerte, Theaterveranstaltungen und viele weitere Kulturveranstaltungen, für viele auch immer wieder ein Reiseanlass.

Wir stornieren jetzt unsere Führungen und Reiseangebote wieder aktiv und schreiben die Kunden von uns aus an, vorerst bis 3. Mai. Wir bieten Gutscheine oder eine Verlängerung der Gültigkeit an, bieten aber weiter auch aktiv die Rückerstattung an, wir sehen in der aktuellen Lage gar keine andere Möglichkeit als dies so handzuhaben.

Wie müssen Angebote aussehen, die bei weiterer Lockerung der Ausgangsbeschränkungen irgendwann wieder möglich sein könnten? Das ist die Frage, um die wir uns nun kümmern müssen. Vermutlich müssen wir noch ganz anders denken, als bisher, wenn wir irgendwie und irgendwann noch ein paar Gäste bedienen wollen in diesem „annus horribilis 2020“.

Bleiben Sie standhaft! Vielleicht sollten wir uns an die Braveheart-Frisuren gewöhnen. Die verleihen ja bekanntlich Kraft und Mut – auch in aussichtslos erscheinenden Schlachten!

 

Ostern in Zeiten von Corona

Darf ich mich mit 48 Jahren noch auf jugendlichen Leichtsinn berufen? Ich fürchte nicht. Aber leider haben sich manche der Hilfen, die ich hier immer möglichst schnell zu kommunizieren versucht habe, für den einen oder anderen als schwer verdaulich entpuppt. Vor allem die Soforthilfe hat wohl ihre Fallstricke, wie ich aus verschiedenen Gesprächen erfahren habe, die mir am Anfang nicht klar waren, und vielen Fachleuten wohl auch nicht. Denn: Wer keine eigene Betriebsstätte aufzuweisen hat, kann da offenbar nichts rausholen! Aber dieses Wissen verbreitet sich gerade, vielleicht geht ja noch was, wenn es die richtigen Personen erreicht. Ich werde auf jeden Fall weiter bohren. Wenn man schon ein Programm auflegt, das sich Soforthilfe für Freischaffende, Künstler, Soloselbständige nennt, dann wäre das ja ein Witz, dass ebendiese Künstler und Freischaffenden nicht davon profitieren können, wenn sie ihre Kunst und ihre Dienstleistungen nun einmal da ausüben, wo ihr Publikum und ihre Kunden sind, und nicht in dauerhaft angemieteten eigenen Betriebsstätten. Das lässt das Vertrauen, dass die Hilfsmaßnahmen durchdacht sind, wieder etwas schwinden. O-Ton aus einem meiner Gespräche zum Nachbohren: „Da bleibt dann wohl nur der Weg in die Grundsicherung!“

Aber so bitter es klingt, genau das scheint wiederum eine reale Möglichkeit zu sein, akute Engpässe zu überrbücken. Hier finden Sie die nötigen Informationen zu dem derzeit vereinfachten Zugang zur Grundsicherung der Arbeitsagentur, auch für Selbständige, die aktuell ohne Einkommen dastehen. Eine Vermögensprüfung entfällt dabei, weitere Prüfungen seien für die ersten sechs Monate ausgesetzt. Ich bin überzeugt, in der derzeitigen Situation geht vieles, was vorher undenkbar gewesen wäre, selbst in der Bürokratie, auch wenn man von mancher Seite anderes hört. Aber probieren sollte man es zumindest. Und Sie werden auch bestimmt nicht gleich als Spargelstecher abgeordnet! Aber eigentlich ist es nicht lustig, denn es fehlt einem bei diesem Gang in die Grundsicherung irgendwie die Anerkennung der eigenen langjährigen Berufstätigkeit! Die Anerkennung, dass man nicht arbeitssuchend ist, sondern dass man derzeit einfach nur seinen Beruf nicht ausüben kann, aus Gründen, die man nicht selbst zu verantworten hat.

Wer aktuell den Überblick verloren hat zu den Möglichkeiten der Unterstützungsmaßnahmen, der findet hier auf den Seiten der IHK eine gute Auflistung. Dort ist auch ein Tutorial für den Antrag auf Soforthilfe des Bundes zu finden. Mein Tipp: trotzdem stellen! Auf jeden Fall versuchen! Keiner wird Sie später festnageln, dass Sie in diesen Zeiten versucht haben, Ihre berufliche Tätigkeit mit allem was Sie haben zu verteidigen. Auf der Petitionsseite von change.org gibt es jetzt auch eine Petition, bei der es genau um diese Lücke bei den Soforthilfen geht, ausgehend von Gästeführerinnen und Gästeführern. Der Sprecherrat der Bamberger Gästeführerinnen und Gästeführer plant auch ein Schreiben an die politischen Entscheidungsträger.

Wenn Sie uns Ihre persönlichen Erfahrungen mit den diversen Hilfsangeboten einmal mitteilen wollen, nutzen Sie doch einfach die Kommentarfunktion des Blogs!

Ansonsten blicken wir jetzt auf den 15. April, wenn die Ministerpräsidentenkonferenz über das weitere Vorgehen entscheidet. Der Blick nach Österreich und auf deren „Exit-Strategie“ macht einerseits hoffnungsfroh, andererseits birgt er noch Sprengstoff für anhaltende gravierende Einschränkungen, gerade in der Touristik, die noch eine weitere Durststrecke andeuten. Warten wir es ab, was kommt. Allmählich sind wir an das Erfordernis schneller Entscheidungen, die auf politische Verlautbarungen folgen, gewöhnt. Ich denke, am Anfang werden wir uns über jeden – früher so gescholtenen – Tagestouristen freuen können, denn das wird vermutlich die Gruppe sein, die sich als erstes wieder rauswagt mit einem kleinen Ausflug oder einer Tagesreise. Dann folgen die Kurzreisen, und da sind wir doch stark aufgestellt in Stadt und Land! Das ist unser Klientel!! Wir überarbeiten derzeit einige unserer Produkte und gebären neue Produktideen und zusammen mit unseren Partnern sind wir an einer Kampagne dran, die wieder Lust auf Bamberg machen und die Sehnsucht wecken soll. Mehr dazu nächste Woche!

In der Zwischenzeit können wir uns gegenseitig unterstützen. Es gibt tolle Ansätze im Netz wie zum Beispiel die Liefermöglichkeiten in der Region auf: https://liefert.jetzt/ oder auch der solidarische Gutscheinverkauf auf https://gemeinsambamberg.de/
Meine Buchhandlung vor Ort hat gestern auch schon die eckigen Ostereier für die ganze Familie persönlich ausgeliefert. Next-day delivery!  Da geht was!

So bleibt mir aktuell nur, Ihnen allen auf diesem Wege dennoch ein frohes und gesegnetes Osterfest zu wünschen. Bei Ostern geht es um die Auferstehung Christi. Vielleicht müssen wir diese Hoffnung stiftende christliche Botschaft heuer einfach verweltlichen und hoffen auf unser aller Auferstehung aus der aktuellen Lage, damit wir bald wieder gemeinsam unser Leben leben können, so wie wir es lieben, und dass wir alle bald wieder das tun dürfen, was wir gerne und gut tun, damit wir davon wieder leben können.

Bleiben Sie uns erhalten! Egal wie und wie lange es nach Ostern noch weitergeht, jeder Tag bringt uns dem ersehnten Tag 1 nach Corona näher!

Und halten Sie die (Hasen-)Ohren steif!

Corona – Soforthilfe Bund und Land – jetzt ein Antrag!

Am vergangenen Freitag hat das Soforthilfepaket des Bundes die letzte parlamentarische Hürde genommen und seit heute stehen die Antragsformulare auch in Bayern zur Verfügung. Bayern hat die Soforthilfe des Landes mit der des Bundes verheiratet, so dass es die Bundeshilfe nicht zusätzlich zur Bayerischen Soforthilfe gibt. Allerdings wurde die bayerische Soforthilfe auf die Summen des Bundespakets aufgestockt, so dass jede und jeder die bereits beantragte oder erhaltene Summe um die Aufstockungssummer erhöhen kann. Laut meinen Informationen lohnt sich ein neuer Antrag in jedem Fall, denn es kann nun auch konkret der Umsatzverlust benannt werden, nicht nur die fehlende Liquidität. Im neuen Antrag können Sie auchz darauf hinweisen, ob Sie bereits einen Antrag gestellt haben oder nicht.

Diese Unterstützungsmaßnahme gilt für kleine Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Es geht also jetzt insgesamt um eine Einmalzahlung für drei Monate – je nach Betriebsgröße in Höhe von
– bis zu 9.000 Euro (bis zu fünf Beschäftigte/Vollzeitäquivalente)
– bis zu 15.000 Euro (bis zu zehn Beschäftigte/Vollzeitäquivalente).

Für größere Unternehmen gelten nach wie vor die Kriterien der bestehenden Bayerischen Soforthilfe. Im Antragsformular wird am Anfang anhand der Mitarbeitendenzahl automatisch der richtige Antragsweg weitergeschaltet.

Diese Einmalzahlungen müssen nicht zurückgezahlt werden. Es geht konkret um einen Zuschuss zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen, u.a. durch laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u.ä. Wenn Sie als Soloselbständiger und Künstler gar keine Betriebsstätte außer Ihre eigenen Wohnung haben, so gilt wohl diese dann als Bezugsort für die laufenden Kosten, die Sie geltend machen können. Dann gilt auch die Sache mit dem Vermieter, denn sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, kann der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.

Anträge werden ab sofort nur noch online angenommen. Auf dieser Seite steht jetzt alles notwendige, samt Antragsformular: https://www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona/

Ganz gut zusammengefasst ist das Verfahren auch nochmal auf der Seite der Bayerischen Wirtschaft.

Und hier nochmal zusammengefasst die wichtigsten Fakten auf drei Seiten vom BMmWi

Wenn Sie obendrein nicht über eine Arbeitslosenversicherung verfügen, gibt es auch noch Folgendes: Damit Ihre Existenz nicht bedroht ist, wird der Zugang zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), insbesondere dem Arbeitslosengeld II, vereinfacht. Unter anderem greift hier für sechs Monate eine wesentlich vereinfachte Vermögensprüfung. Aufwendungen für Unterkunft und Heizung werden für die Dauer von sechs Monaten ab Antragstellung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Damit ist der Verbleib in der Wohnung erst einmal gesichert. Die Leistungen werden schnell und unbürokratisch zunächst für sechs Monate gewährt. Die Selbständigkeit muss wie bisher beim Bezug von Leistungen nicht aufgegeben werden. Um den Kinderzuschlag zu gewähren, werden nicht mehr Einkommensnachweise der letzten sechs Monate vor Antragstellung herangezogen, sondern der Nachweis des aktuellen Einkommens im letzten Monat vor Antragstellung. Damit erhalten auch diejenigen den Kinderzuschlag, die einen plötzlichen Einkommensverlust erlitten haben.

Durch die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen bis inklusive 19. April ist natürlich auch das Verbot touristischer Übernachtungen automatisch mit verlängert ebenso wie der reguläre Betrieb von gastronomischen Einrichtungen. Umso wichtiger ist nun die Soforthilfe. Wie immer wünsche ich Ihnen möglichst wenig Bürokratie, verständliches Deutsch in den Anträgen und raschen Zugriff auf die Gelder!

 

 

Etwas Ablenkung gefällig? Smart City Bamberg!

Ich gebe zu, es fällt derzeit wirklich schwer, sich auf andere Themen zu konzentrieren als aufs nackte Überleben. Aber viele Projekte gehen dennoch weiter. Und das Projekt „Smart City“, für das sich die Stadt Bamberg bewerben wird, birgt großes und zukunftsorientiertes Potential für unsere Stadt. Möglicherweise sind Sie ja gerade auch mal dankbar, sich ein wenig von den endlosen Krisen- und Katastrophenmeldungen ablenken zu können und wollen sich mit Gedanken zur Weiterentwicklung unserer Stadt mit einbringen.

Bei dem Projekt, für das sich Bamberg bewerben möchte, geht es konkret um Strategien, die die Stadtentwicklung samt ihrer räumlichen Strukturen und der ganzen Stadtgesellschaft mit dem Potential der Digitalisierung verknüpfen. Mehr kann man auf der Seite des Bundesinnenministeriums nachlesen: https://www.smart-cities-made-in.de/

Es geht also vorrangig um Ideen, die auf den Chancen der Digitalisierung aufbauen, aber nicht nur. Das Forum ist für alle Bambergerinnen und Bamberger offen und will dabei so viele Ideen aus der Bevölkerung wie möglich mitnehmen, aus Kultur, Bildung, Soziales, Verkehr, Wirtschaft, Medien, also auch Tourismus. Den Zugang finden Sie hier: https://bamberg-buerger.intrakommuna.net/net_home/Pages/Startseite
Einmal mit E-mail, Namen und Funktion registrieren und dann im Ideenpool mitdiskutieren oder eigene Vorschläge einbringen.

Das Forum ist bis zum 20. April 2020 geöffnet.