Mit mehr Federn in den Winter?

Macht es einen großen Unterschied, wie viele Federn man lassen musste? Merkt man das, ob man total gerupft ist oder nur halb? Kommt man nur halb gerupft wirklich besser durch den Winter?

Ich habe die Juli-Statistik für die bayerischen Städte und Regionen auf den Tisch bekommen. Mein lieber Scholli! Die Statistik weist nur wenige Gewinner aus und zeigt die großen Verlierer der Pandemie. Wenn ich mir die großen Städte ansehe wie München oder Nürnberg, das tut schon echt weh. Selbst noch im Sommermonat Juli, wo es hier schon wieder richtig voll war, sind dort die Übernachtungszahlen weiter 50 % (Nürnberg) oder 59 % (München) unter dem Niveau des letzten Jahres. Die meisten Städte unserer Kragenweite liegen bei rund -30 %. Da sind wir in Bamberg mit nur -14,9 % nochmal irgendwie davongekommen, das Bamberger Land mit -7,8 % erst recht.

Ich meine, -14,9 % in einem Juli, das wäre normalerweise eine Katastrophe! Und es ist ja auch eine Katastrophe. Sicherlich nach „Traumstadt der Deutschen“, „Fränkisches Rom“ und „Weltkulturerbe“ der außergewöhnlichste Titel, den wir uns je zusprechen konnten: „Die Stadt in Bayern mit den geringsten Verlusten unter allen kreisfreien Städten“! Um einen solchen Titel reißt man sich normalerweise nicht. Der Beste unter den Verlierern! Der Gesamtsieg für den Juli geht übrigens an das Fränkische Seenland mit einem satten Plus von 9,8 %, noch weit vor Garmisch, Chiemsee und Allgäu. Dafür durfte das Seenland auch gleich erste mediale Erfahrungen mit dem Thema Overtourism machen. Also doch auch ein bisschen gerupft.

Für den Gesamtzeitraum Januar bis Juli inklusive der Monate März bis Mai mit quasi Null-Tourismus liegt Bamberg mit insgesamt 220.100 Übernachtungen allerdings weiter bei erschreckenden -45,7 %, das Bamberger Land mit 129.077 bei -41,3 %, Zahlen die landauf, landab für ganz Franken vergleichbar sind.

Aber es ist eben doch ein kleiner- relativer – Lichtblick. Ich denke, es sind vor allen Dingen drei Aspekte, die hier vielleicht ihren Einfluss geltend gemacht haben:

1. Die positive Entwicklung der Übernachtungszahlen der letzten Jahre war in Bamberg größtenteils auf einen Boom des Inlandstourismus zurückzuführen. Der Anteil unserer Gäste aus dem Ausland betrug 2019 nur noch ca. 14 %. Somit ist das Potential derer, die aktuell „Urlaub im eigenen Land“ machen, größer als in Reisezielen, die stark von Auslandsmärkten abhängig sind. Hinzu kommt, dass Bambergs drei stärkste Auslandsmärkte jenseits der US-Amerikaner zudem Gäste aus der Schweiz, aus Österreich und den Niederlanden sind, alles Länder, bei denen das Pandemiegeschehen zuletzt eine gemäßigte Entwicklung zeigte. Die sind tatsächlich auch schon wieder unterwegs.

2. Im Gegensatz zu München oder Nürnberg ist Bamberg bei weitem nicht so abhängig vom Kongress- und Messetourismus. Die Übernachtungen dieses Sommers sind überwiegend Einzelreisenden, Familien und Kleinstgruppen zuzuordnen.

3. Die Kooperation mit dem Bamberger Land trägt auch hier Früchte. Seit Jahren kommunizieren wir nach außen die Verbindung des Welterbes mit den Attraktionen des Bamberger Landes. In unserem Neustart-Programm im Mai legten wir auch einen großen Schwerpunkt auf die Region und haben immer beides gespielt, Stadt und Land. Und genau das suchen die Gäste derzeit: Kultur und Freiraum, Stadterlebnis und Aktivangebote wie Wandern und Radfahren im Umland.

Ja, es ist ein großes Minus. Ja, das trifft uns alle hart. Nein, so können wir auf Dauer alle nicht überleben. Aber in der Relation stimmt es mich hoffnungsfroh, dass Bamberg doch so aufgestellt ist, dass eine möglichst rasche Erholung im kommenden Jahr trotz Pandemie nicht ausgeschlossen ist und uns noch ein paar wärmende Federn für den langen Winter kleiden.

 

Tourismusentwicklung 2019

Es gibt Menschen, die Zahlen lieben. Die in Kennziffern und Daten schwelgen und sofort anfangen zu rechnen, zu vergleichen und neue Zahlen ins Verhältnis zu setzen, sobald sie des Zahlenmaterials habhaft werden. Unter bayerischen Touristikern bricht regelmäßig ab Februar ein Fieber aus, das nur durch eine Mail aus Schweinfurt kuriert werden kann. Denn dort befindet sich das Statistische Landesamt und die Kollegin dort verschickt in der zweiten Februarwoche die Dezemberzahlen des Vorjahres und vollendet damit statistisch gesehen das jeweilige Jahr. So wissen wir nun, dass mit Ablauf des Jahres 2019 die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Jahre der Ernennung zum Weltkulturerbe endgültig den dreifachen Wert erreicht haben. Auf diese lange Zeit gesehen also eine respektable Entwicklung. 1993 waren es 250.000 Übernachtungen, 2019 haben wir 753.220 Übernachtungen erreicht. Wenn man bedenkt, dass sich die Zahl der Städtereisen weltweit allein seit 2007 verdreifacht hat, also in nur der Hälfte der Zeit, merkt man, dass wir in Bamberg doch immer noch ein wenig gemächlicher unterwegs sind, als es der weltweite Trend vorgibt. Dennoch ist auch diese Steigerung der Übernachtungen weiter immens, auch wenn man darauf hinweisen kann, dass die Übernachtungsgäste ja die sind, die wir erreichen wollen. Das Plus von + 6,4 % lässt sich natürlich auch zu einem großen Teil auf die Eröffnung neuer Hotels zurückführen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer tritt mit 1,8 Nächten pro Person auf der Stelle und verharrt standhaft im bundesweiten Schnitt des Städtetourismus. Herausragend hingegen ist die Bettenauslastung. Sie ist trotz des Anstiegs der Gesamtbettenzahl auf 3.875 Betten weiter gestiegen und liegt mittlerweile bei 51,8 %. Wenn man bedenkt, dass hier tatsächlich die belegten Betten gezählt werden und nicht belegte Zimmer, kann man nachvollziehen, was dieser Wert bei dem größtenteils vorherrschenden Besatz mit Doppelzimmern tatsächlich für die Hotelauslastung bedeutet. Das von der Stadt initiierte Hotelentwicklungskonzept soll im Laufe des Jahres 2020 Aufschluss darüber geben, wie und bis wohin sich die Hotellandschaft in Bamberg weiter entwickeln soll.

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Tourismus 2018 – Arbeitsplatzgarant und Wirtschaftsfaktor mit gesundem Wachstum

Der Tourismus in Bamberg ist längst zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Ein moderates Wachstum von +3,5 % bei den Übernachtungen im Jahr 2018 hat diese Bedeutung gefestigt. Mit 708.000 Übernachtungen ist Bamberg im Reigen der fränkischen Städte die Stadt mit der dritthöchsten Übernachtungszahl nach Nürnberg und Würzburg. Fünf von sechs Übernachtungen – also insgesamt 588.262 – werden durch Gäste aus Deutschland generiert. Bei den ausländischen Gästen liefern sich zwei höchst unterschiedliche Märkte ein knappes Rennen um den ersten Platz: Die USA hat nach wie vor die Nase vorn mit 13.614 Übernachtungen, gefolgt von … Österreich mit 12.430!
Dieses stabile und moderate Wachstum spricht zusammen mit den bekannten Daten zum Wirtschaftsfaktor touristischer Arbeit samt dem Vollzeitstellen-Äquivalent von knapp 6.000 Stellen und dem steten Blick auf die Verträglichkeit touristischer Maßnahmen für eine positive Jahresbilanz.
Hier gibt es die Pressemeldung zur Tourismusbilanz 2018

Und hier die ausführliche Darstellung mit Grafiken und Hintergrundinfos zum Tourismusjahr 2018

Gemeinsam über die Million

Damit weiterhin viele vom Tourismus und alle mit dem Tourismus leben können – Unter dieses Motto haben wir unsere Bilanz des Bamberger Tourismusjahres 2016 gestellt. Mit einem Wachstum im Übernachtungssektor von 8,7 % auf 659.854 Übernachtungen in der Stadt und einem Wachstum von 10,3 % auf 397.168 Übernachtungen im Bamberger Land haben Stadt und Land gemeinsam erstmalig die Grenze von einer Million Übernachtungen überschritten. Diese Entwicklung betont die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs für die Region noch einmal mit einem kräftigen Ausrufezeichen und unterstreicht das enorme Wirkungsvermögen des qualitativen Übernachtungstourismus. Ein großer Fokus lag in diesem Jahr aber auch auf den Maßnahmen zur Tourismusverträglichkeit mit konkreten Maßnahmen zur Besucherlenkung, Entzerrung und Reduzierung der Gruppengrößen sowie einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der Aktion „Unser Bamberg – da schau her!“. Die groß angelegte Umfrage zu Tourismusakzeptanz und – verträglichkeit in verschiedenen Stadtteilen Bambergs, die 2016 durchgeführt wurde, ist mittlerweile auch abgeschlossen. Die Auswertung der Ergebnisse werden wir in unserem Offenen Forum Tourismus (OFT) Mitte Mai – und dann auch an dieser Stelle – der Öffentlichkeit vorstellen.

Hier gibt es die ausführlichen Informationen
rund um das Bamberger Tourismusjahr 2016.

Es ist Studienzeit!

ITB 2016 (c) Bayern Tourismus MarketingBeschweren Sie sich mal nicht, dass Ihnen der Lesestoff ausgeht. Hier gibt’s ordentlich was für die Leseratten unter Ihnen. Die ITB verschafft ja alljährlich vielen Menschen viele Nachtschichten, damit neue Studien und Analysen erstmalig und punktgenau auf diesem großen Podium präsentiert werden können. Diese drei sind aber wirklich interessant – auch umfangreich – und tangieren viele Themen, die uns betreffen: „Kulturtourismus“, „Nachhaltiger Tourismus“ – nicht nur unter dem Aspekt Ökologie, sondern auch im Sinne der Steuerung der Verträglichkeit vor Ort – und die globalen „Reisetrends“, die auch unser Geschäft tangieren. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Kultur Management Netzwerk Studie Kulturtourismus 2016
DTV Praxisleitfaden Nachhaltigkeit 2016
FUR Reiseanalyse 2016

2015 – ein Blick zurück…

DiagrammEin bisschen Rückschau, ein bisschen Ausblick, ein paar Zahlen und schöne bunte Diagramme – fertig ist der Jahresbericht. Dass sich dahinter ein ganzes Jahr Arbeit von vielen engagierten Menschen verbirgt, die sich leidenschaftlich für unsere Gäste ins Zeug legen, sieht man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht.
Ist aber so!

Viel Spaß beim Lesen!

Jahresbericht 2015 Tourismus in Bamberg

 

Freizeitmonitor 2015

Diagramm2Hier ist mal wieder was für die Freunde der Grafiken, Tabellen und Statistiken unter uns: Der aktuelle Freizeitmonitor 2015 der „Stiftung für Zukunftsfragen“ – interessanterweise eine Initiative der British American Tobacco!
Wer will, kann hier einiges über das veränderte Freizeitverhalten der Deutschen herauslesen und auf das eigene Angebot anwenden.
Immer wieder schön finde ich, dass 71 % der Deutschen regelmäßig ihren „Gedanken nachgehen“. Da muss ich immer an Loriot denken: „Was machst du da?“ „Ich mache nichts.“ „Gar nichts?“ […] „Nein, ich sitze hier.“ Hätte Er nur die Studie parat gehabt, Sie wäre sofort ruhig gewesen…
Hier gibt es Ergebnisse im Überblick und den Download der ganzen Studie

 

Tourismusbarometer für Bamberg

TZvonInnen_Menschenmenge2Wer etwas tiefer einsteigen möchte, hier gibt’s Zahlen zum Bamberg-Tourismus, zu Urlaubsmotiven, Informationsgewinnung im Vorfeld, Nutzung von Angeboten und Soziodemographisches zu unseren inländischen Gästen.
Zusammen mit dem Insitut Centouris aus Passau haben wir 2008 und 2010 jeweils eine große Befragung durchgeführt mit über 460 qualitativen Interviews an verschiedenen Messpunkten in Bamberg. Befragt wurden Übernachtungsgäste, Ausflugsbesucher und Tagesgäste. Durch die gleich gelagerte Befragung in weiteren fränkischen Städten kam auch ein interessantes Vergleichspanel heraus.

Aus den Ergebnissen haben wir seitdem viel rausgezogen in Bezug auf unsere Kommunikationspolitik, die Produktphilosophie, den Webauftritt und für die weitere Ausgestaltung unserer neuen Tourist Information.

Ergebnisse des Tourismusbarometers für Bamberg 2010